Mit 2012 markierte Beiträge

Safe House

Safe House
Originaltitel: Safe House – Erscheinungsjahr: 2012– Regie: Daniel Espinosa

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Darsteller: Ryan Reynolds, Denzel Washington, Vera Farmiga, Brendan Gleeson, Liam Cunningham, Joel Kinnaman, Robert Patrick, Sam Shepard, Tanit Phoenix, Sebastian Roché, Stephen Bishop, Nora Arnezeder

Filmkritik: Der junge CIA-Agent Matt Weston (Ryan Reynolds) langweilt sich in Kapstadt im „Safe House“ – einem geheimen US-Verhör-Stützpunkt – und wartet ungeduldig auf seinen ersten Einsatz. Als der gefährliche Ex-Agent Tobin Frost (Denzel Washington) zur Vernehmung eintrifft, stürmt ein Killerkommando das Gebäude und macht es dem Erdboden gleich. Weston und Frost entkommen in letzter Sekunde, eine rasante Flucht beginnt. Doch wer sind die Jäger? Terroristen oder Verräter aus den eigenen Reihen? Das ungleiche Paar gerät von einer waghalsigen Aktion in die nächste…

Die Grundidee von „Safe House“ klingt gar nicht mal uninteressant. Da ist dieser Typ der den ganzen Tag nur in einem Safe House hockt und wartet das irgendwas passiert, darum bettelt einen richtigen Einsatz haben zu dürfen, aber der konsequent ignoriert wird. Und der Trifft auf das genaue Gegenteil, nämlich den Typen der gesagt hat „fuck youn CIA“ und sein eigenes Ding durchzieht, immer am Limit und immer in höchster Gefahr. Beide zusammen in einem Team, das klingt nach Buddy Movie Spaß und einem guten Actionfilm.

Und „Safe House“ ist auch ein ziemlich rasanter Action-Film der aus seiner Story den nötigen Ballast rausgeschnitten hat und einen kleinen Action-Reißer gebastelt hat. Nur leider gibt es ein paar Probleme. Das schlimmste ist, das man einfach keine Bindung zu den Figuren aufbaut. So geht man nicht mit in den Action-Szenen, wenn es knallt und explodiert ist dem Zuschauer das mit zunehmender Laufzeit immer egaler. Da hilft auch der bisweilen vorhersehbare Story-Twist im Finale nicht mehr viel.

Doch eine Bindung zu den Figuren wäre gar nicht mal so schlimm, wenn di...

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Pitch Perfect

Pitch Perfect
Originaltitel: Pitch Perfect – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Jason Moore

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Darsteller: Anna Kendrick, Skylar Astin, Ben Platt, Brittany Snow, Anna Camp, Rebel Wilson, Alexis Knapp, Ester Dean, Hana Mae Lee, Kelley Jakle, Wanetah Walmsley, Shelley Regner

Filmkritik: Beca (Anna Kendrick) lässt sich viel lieber von der Musik aus ihren Kopfhörern berieseln als ihren Mitmenschen zuzuhören. Und auch die Leute an ihrem neuen College findet sie alles andere als prickelnd. Zu keiner Clique scheint sie richtig zu passen. Schließlich landet sie – nicht ganz freiwillig – in der Mädchen-Gesangsgruppe The Bellas. Und in dieser wild zusammen gewürfelten Truppe aus Mädchen sämtlicher Kulturkreise entdeckt Beca plötzlich, dass sie tatsächlich singen kann. Mehr noch: Es dauert nicht lange, da hat Beca aus dem wenig spektakulären Ensemble eine konkurrenzfähige Band mit aufgepepptem Song-Repertoire gemacht. Durch den rasant ansteigenden Spaß-Faktor haben Beca und die Girls sogar den Mut, die Jungs an ihrem College zu einem Auftrittswettbewerb herauszufordern. Und spätestens beim mitreißenden Performance-Showdown wissen wir: Es kann nur einen Champion geben…

„Pitch Perfect“ basiert auf dem gleichnamigen Buch „Pitch Perfect: The Quest for Collegiate A Cappella Glory” von Autor Mickey Rapkin. Ob das Buch allerdings ähnlich abgedreht daherkommt wie der Film kann an dieser Stelle in Ermagelung der Buchkenntnis leider nicht beantwortet worden. „Pitch Perfect“, der Film, stelle eine wilde Mischung aus Highschool-Film, Musikwettbewerb und schräger Komödie dar, also in etwas sowas wie die Serie „Glee“, in welcher es ebenfalls um eine Musikgruppe an einer Highschool geht, und auch der Humor ist zuweilen recht abstrus. Doch da hören die Gemeinsamkeiten auch schon wieder auf.

Denn in „Pitch Perfect“ geht es, anders als in „Glee“ und obwohl es sich um eine ganze A Capella Gruppe handelt, in erster Linie um Hauptdarstel...

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It’s a Disaster

It’s a Disaster
Originaltitel: It’s a Disaster – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Todd Berger

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Darsteller: Rachel Boston, Kevin M. Brennan, David Cross, America Ferrera, Jeff Grace, Erinn Hayes, Blaise Miller, Julia Stiles, Jesse Draper, Laura Adkin, Rob McGillivray, Todd Berger, Will Coleman

Filmkritik: Tracy (Julia Stiles) hat einen neuen namens Glenn (David Cross) und diesen stellt sie beim regelmäßig stattfindenden Brunch mit ihren Freunden Lexi (Rachel Boston) und Buck Kivel (Kevin Brennan), Hedy (America Ferrera) und Shane (Jeff Grace) sowie Emma (Erinn Hayes) und Pete Mandrake (Blaise Miller) erstmalig vor. Glenn ist daher bemüht mit ihrem neuen Macker einen guten Eindruck zu hinterlassen. Doch, dass dieser Brunch, einer von vielen, nun ausgerechnet auch der letzte Mal sein könnte, damit hatte aber weder Glenn noch jeder andere gerechnet. Denn mitten in die flachen Smalltalk-Versuche und das gegenseitige Geprahle platzt wie eine Bombe die Nachricht, dass in der Nachbarschaft tatsächlich eine Bombe explodiert ist. Lebensgefährliche Keime wurden freigesetzt und der sichere Tod ist nur noch eine Frage der Zeit. Angesichts des unabwendbaren Schicksals haben gesellschaftliche Regeln keinen Bestand mehr, und unter den vier Pärchen zeigen sich so manche Ausfallerscheinungen.

„It’s a Disaster“ ist in erster Linie ein herrliches Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft. Das Miteinander der Paare, das mehr einem gegeneinander gleichkommt, hat wohl ein jeder so oder so ähnlich schon mal miterlebt. Auch einen Termin wie den im Film gezeigten Brunch, der regelmäßig stattfindet und den keiner so recht mehr mag, kennt wohl fast jeder. Herrlich wie jeder Versucht den Schein zu wahren, seine Rolle zu spielen und versucht die sein Gesicht zu wahren.

Doch dann platzt die erwähnte Bombe und die Karten werden völlig neu gemischt...

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Fantasy Film Fest – Makkhi

Makkhi
Originaltitel: Eega – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: S.S. Rajamouli

Makkhi

Darsteller: Kicchaa Sudeep, Nani, Samantha Ruth Prabhu, Santhanam, Srinivasa Reddy, Adithya, Devadarshini Chetan, Thagubothu Ramesh, Abhiram, Hamsa Nandini, Crazy Mohan

Filmkritik: Bollywood auf dem Fantasy Filmfest. So häufig kommt das nun nicht vor. Doch im Falle von „Makkhi“ war eine Nominierung für das Festival nahezu unausweichlich. „Makkhi“ erzählt zunächst eine, zumindest für Außenstehende, ziemlich typische Bollywood-Romanzen Handlung. Sudeep (Kicchaa Sudeep) ist seit langem bereits in die hübsche Micro-Künstlerin Bindhu (Samantha Ruth Prabhu) verliebt. Nachdem sie nach langer Zeit des Baggerns endlich auf seine Bemühungen reagiert und die beiden auch fröhlich ein paar Lieder trällern, findet auch der Gangster Nani (Nani) Interesse an der liebreizenden Bindhu. Er versucht ihre Zuneigung durch Spenden zu erkaufen, doch Sudeep hat ihr bereits derart den Kopf verdreht, das sie gar kein Interesse an Nani hat. Das kann Nani allerdings nicht auf sich sitzen lassen, da er gemeinhin als Weiberheld gilt und noch jede Frau ins Bett bekommen hat. Kurzerhand bringt er Sudeep um und versucht sich anschließend wieder an Bindhu ranzumachen. Doch Sudeep bekommt eine zweite Chance. Wenige Zeit nach seinem Tod wird er in Form einer kleinen Fliege wieder geboren. An den neuen Körper und die neuen Möglichkeiten aber auch neuen Gefahren gewöhnt, setzt er es sich zum Ziel sich an Nani zu Rächen. Nachdem er es sogar geschafft hat Bindhu zu erklären, dass er nun in der Gestalt einer Fliege von den Toten auferstanden ist, kann er mit Hilfe ihrer Miniatur-Kunst Kenntnis auf eine großes Ausrüstungs-Repertoire zugreifen, welches ihm bei seinem Plan Rache an Nani zu nehmen nur zu gute kommen kann.

Ein als Fliege Wiedergeborener die Rache nimmt an seinem Mörder? Das klingt nicht nur ziemlich seltsam, das fühlt sich auch so an...

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Phoenix Wright – Ace Attorney

Phoenix Wright – Ace Attorney
Originaltitel: Ace Attorney – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie:Takashi Miike

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Darsteller: Hiroki Narimiya, Takumi Saitô, Mirei Kiritani, Akiyoshi Nakao, Shunsuke Daitô, Akira Emoto, Rei Dan, Mitsuki Tanimura, Takehiro Hira, Eisuke Sasai, Makoto Ayukawa, Kimiko Yo u.A.

Filmkritik: Hach ja. Takashi Miike mal wieder. Es dürfte ohnehin kaum einen Filmgucker geben, der den begnadeten japanischen Regisseur nicht kennt … Oh. Sehe ich da, ähem, so ziemlich alle Hände oben? Ok, einmal in Kürze: In den 90ern mit DTV und Yakuza-Streifen bekannt und beliebt geworden, hat sich der extrem fleißige Regisseur (mehr als vier Filme pro Jahr manchmal und die Schlechtesten waren mindestens leicht überdurchschnittlich) im ersten Jahrzehnt der 2000er bis in die absolute A-Liga Japans vorgekämpft. Er wird geliebt von Quentin Tarantino und dreht einen visuellen, wie auch inhaltlich überzeugenden Kracher nach dem Anderen. …und das muss als Einleitung jetzt einfach mal genügen.

Das alte Thema „Videospielverfilmung“

Letztes Jahr erschien von Miike (zumindest in Japan, bei uns leider erst ein Jahr später) „Phoenix Wright – Ace Attorney“. Die Verfilmung einer beliebten Spielereihe für Nintendos aktuelle Game Boy-Generationen. Die Games waren bunte Gerichts-Thriller voller Verhöre, Spurensuche und liebevollen Details, in einer typischen Anime-Ästhetik. Und, wie konnte es auch anders sein, Miikes Streifen wurde weltweit ziemlich abgefeiert und als „die wohl beste Videospielverfilmung aller Zeiten“ abgefeiert. Die Spiele waren halt eine dankbare Vorlage mit ihren gar nicht mal so unkomplexen Kriminalfällen, bei denen durchaus schon mal überzogene Verkleidungen, Geisterbeschwörungen oder Papageien in den Zeugenstand gerufen werden.

Dabei ermittelt der titelgebende „Phoenix Wright“ auf sympathische, wenn auch etwas chaotische Art und hat immer wieder geniale Gedankenblitze, welche ihn in letzter Sekunde retten...

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Indie Game: The Movie

Indie Game: The Movie
Originaltitel: Indie Game: The Movie – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Lisanne Pajot, James Swirsky

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Darsteller: Jonathan Blow, Phil Fish, Edmund McMillen, Tommy Refenes

Filmkritik: „Indie Game: The Movie“ ist eine über Kickstarter finanzierte Dokumentation, die der Entwicklung von 2 Independent-Videospielen folgt und einen Blick wirft auf einen Entwickler, dessen Spiel bereits erschienen ist. Unter Independent-Videospielen versteht man Spiele, die in der Regel nicht von einem großen Entwicklerteam entwickelt werden vor denen ein noch größerer Publisher steht. Meist handelt es sich um 1-2 Personen die im stillen Kämmerlein über Jahre an ihrer Idee schrauben und das Spiel anschließend selbst im Netz anbieten. Mit der Zeit hat sich der Markt etwas gewandelt und Plattformen wie Steam oder Xbox Live Arcade wurden zu den Hauptplattformen für den Absatz von Indiegames.

Die Doku folgt den beiden Entwicklern des Spiels „Super Meat Boy“, Edmund McMillen und Tommy Refenes, sowie dem Entwickler des Spiels „FEZ“, Phil Fish. Außerdem kommt Jonathan Blow zu Wort, der das Indie-Game „Braid“ auf den Markt gebracht hat.

Der Zuschauer erhält einen weitestgehend ungefilterten Einblick in den mit vielen Hürden gespickten Prozess der Erschaffung eines Videospiels. Dabei geht es nicht um Quellcode oder bestimmte Entwicklungsprozesse sondern in erster Linie um die Personen und was diese während der nervenaufreibenden Entwicklung durchmachen. Passenderweise beginnt der Film mit einer Vorschau auf die Dinge die da kommen, denn man sieht zu Beginn einen völlig fertigen Tommy Refenes, der am Release-Date von „Super Meat Boy“ den Xbox Marktplatz aufsucht und das Spiel dort nicht finden kann, Nervenzusammenbruch inklusive.
Schnell stellt sich heraus, dass sein Partner, Edmund McMillen, ein weitaus entspannterer Typ Mensch ist...

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Robot & Frank

Robot & Frank
Originaltitel: Robot & Frank – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Jake Schreier

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Darsteller: Frank Langella, James Marsden, Liv Tyler, Susan Sarandon, Jeremy Strong, Dario Barosso, Bonnie Bentley, James D. Compton, Ana Gasteyer, Kurt Grelak, Rachael Ma, Susan Mitchell

Filmkritik: In nicht allzu ferner Zukunft haben echte Büchereien, Autos ohne Elektroantrieb und menschliches Pflegepersonal nur noch nostalgischen Wert. Das gleiche gilt auch für Franks (Frank Langella) ‚gute alte Zeiten’ als einer der berühmtesten Juwelendiebe Amerikas. Heute ist er ein alter, vergesslicher Eigenbrötler, der aus Spaß höchstens noch geschnitzte Deko-Seifen mitgehen lässt und sich ansonsten auf die Begegnungen mit der Büchereiangestellten Jennifer (Susan Sarandon) freut. Als ihm sein Sohn Hunter (James Marsden) einen Pflege-Roboter aufzwingt, gerät sein Alltag gewaltig durcheinander. Frank ist genervt und möchte sich bestimmt nicht von einer ‚Maschine‘ bemuttern lassen. Jedoch merkt er bald, dass Robot zu viel mehr taugt als nur für die Hausarbeit und gesunde Mahlzeiten. So dauert es nicht lang bis sein elektronischer Helfer zu seinem Komplizen wird, um seiner größten Leidenschaft nachzugehen – dem Stehlen…

Was viele bereits in naher Zukunft auf uns zukommen sehen hat Regisseur Jake Schreier in seinem ersten Film Wirklichkeit werden lassen. Haushaltsroboter die älteren Leuten den Alltag erleichtern sollen. Doch so einfach ist das alles dann doch nicht mit der Erleichterung des Alltags.

„Robot & Frank“ zeigt mit einem gewieften Drehbuch und einem großartigen Schauspiel die Schattenseiten des Älterwerdens. Denn oftmals ist es nicht, dass man etwas mit fortgeschrittenem Alter nicht mehr kann, sondern, dass man es schlichtweg nicht mehr will. Frank Langella, der hier den gealterten Ex-Gauner Frank spielt, zeigt dies in den Schlüsselszenen des Films auf beeindruckende Art und Weise auf.

Erst als er den Roboter überreden kan...

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The Place Beyond The Pines

The Place Beyond The Pines
Originaltitel: The Place Beyond The Pines – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Derek Cianfrance

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Darsteller: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Rose Byrne, Eva Mendes, Ben Mendelsohn, Ray Liotta, Bruce Greenwood, Dane DeHaan, Harris Yulin, Mahershala Ali, Emory Cohen, Olga Merediz u.A.

Filmkritik: Weniger eine einzelne, sondern viel mehr drei in sich verwobene oder aus einander resultierende Geschichten werden hier präsentiert. Und eigentlich ist das Ganze ein Generationen-Drama epochalen Ausmaßes. Ein Circus-Fahrer (Gosling) will trotz ärmlichen Verhältnissen für die Frau die er liebt sorgen und begeht deshalb Raubüberfälle, ein Polizist (Cooper) will nicht auf die schiefe Bahn geraten und die Söhne der beiden müssen über ihre Vergangenheit mehr erfahren, als ihnen eigentlich lieb ist und werden erwachsen.

Mehr soll jetzt auch gar nicht verraten werden, denn Derek Cianfrances Drama mit Thriller und Heist-Elementen verpackt innerhalb einer Geschichte eigentlich drei Filme in einen, verbindet diese sowohl inhaltlich aber auch symbolisch bis hin zur Perfektion und schafft es mit teilweise unverbrauchten Neulingen (die Darsteller der Söhne) eine Intensität aufzubauen, wie sie in letzter Zeit nur selten auf der Leinwand erreicht wird. Nur muss man unbedingt eines bedenken:

VERTRAUT NICHT DEM TRAILER!

Vielleicht, um aus Goslings „Drive“-Berühmtheit Kapital zu schlagen, vielleicht, um den Inhalt nur wenig zu verraten und vielleicht, weil der Verleih sich nicht sicher war, wie er diesen Film überhaupt bewerben sollte, scheint der Trailer einen ganz anderen Film zu zeigen als jenen, den man nachher im Kino sehen kann.

Nein, Gosling ist nicht der eigentliche Hauptdarsteller, sondern eigentlich nur in einem Drittel des Streifens zu sehen. Nein, wer „so etwas wie ‚Drive‘“ sehen will, der ist hier nicht wirklich richtig und ja, es gibt extrem spannend gefilmte Überfälle, welche allerdings eben nicht den Fokus der Han...

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Seeking a Friend for the End of the World – Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt

Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt
Originaltitel: Seeking a Friend for the End of the World – Erscheinungsjahr 2012 – Regie: Lorene Scafaria



Darsteller:
Keira Knightley, Steve Carell, Connie Britton, Melanie Lynskey, Patton Oswalt, T.J. Miller, Adam Brody, Gillian Jacobs, Melinda Dillon, William Petersen, Rob Corddry, Derek Luke

Filmkritik: Ein riesiger Asteroid von über 100 Kilometern Durchmesser rast auf die Erde zu – und auch der letzte Versuch ihn aufzuhalten, ist gescheitert. Die Topnachricht des Tages lautet: in rund 21 Tagen wird die Welt untergehen. Die Frage lautet: Was werden die Menschen tun, wie werden sie sich fühlen, wenn der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht?
Dodge (Steve Carell) klammert sich zunächst an seinen üblichen Alltag. Als er einen mit Verspätung fehlgeleiteten Brief von seiner alten Highschool- Flamme Olivia, der Liebe seines Lebens, erhält, steht für ihn fest, dass er sich sofort auf den Weg zu ihr machen muss. Den Brief hatte ihm seine Nachbarin Penny (Keira Knightley), die ihr Leben in vollen Zügen genießt und nichts allzu ernst nimmt, überreicht, aber jetzt beschließt, die letzten Tage vor dem Weltuntergang im Kreise ihrer Familie zu verbringen.
Die beiden ungleichen Reisegefährten machen sich auf den Weg. Es beginnt ein Roadtrip voller bizarrer, tragischer und komischer Begegnungen, bei dem die beiden feststellen, dass sie viel gemein haben, und dass es manchmal nicht mehr braucht als einen guten Freund – und vielleicht ein kleines bisschen mehr… insbesondere, wenn die Welt untergeht.

„Seeking a Friend for the End of the World“ ist ein schöner kleiner Semi-Indiefilm mit Starbesetzung. Das zunächst recht ungleich wirkende Duo Knightley /Carell findet sehr schnell eine extrem sympathische Chemie zueinander und hat die größten Anteile daran, dass der Film überhaupt so funktioniert.

Zwar wurden im Drehbuch dann doch etliche Kniffe eingebaut, damit eine solche Geschichte...

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Maniac

Maniac
Originaltitel: Maniac – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Franck Khalfoun

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Darsteller: Elijah Wood, America Olivo, Nora Arnezeder, Liane Balaban, Morgane Slemp, Sammi Rotibi, Sal Landi, Genevieve Alexandra, Akbar Kurtha, Megan Duffy, Brian Ames, Freedom

Filmkritik: Frank (Elijah Wood) ist Besitzer eines Mannequin Ladens…und Serienkiller. Er lebt ein zurückhaltendes und verschlossenes Leben doch geht dabei immer wieder seiner Leidenschaft nach junge Frauen grausam umzubringen.
Doch sein Verhalten scheint sich zu ändern, als die junge und hübsche Anna in sein Leben tritt. Für ihre neue Ausstellung wendet sie sich an Frank. Aus dem Treffen entwickelt sich eine Freundschaft. Doch unter der Oberfläche verstärkt sich Franks geheime Besessenheit und je länger die Freundschaft anhält, desto heftiger tritt sein innerer Killer zum Vorschein…

POV-Filme, also Filme die nahezu komplett aus der Ego-Perspektive des Hauptdarstellers gefilmt sind, sind ziemlich selten. Die Serie „Peep Show“ in UK hat ihr komplettes Konzept auf dieser Kameratechnik aufgebaut, doch hier wandert die POV immer zwischen den Figuren. Bereits 1980 allerdings hat Horror-Regisseur William Lustig diese Technik eingesetzt für seinen Serien-Killer-Streifen „Maniac“. Der französische Horror-Regisseur Alexandre Aja („The Hills Have Eyes“) brachte im vergangenen Jahr ein Remake zu diesem, ohne Frage ziemlich einzigartigen Werk in die Kinos. Doch er steuerte lediglich das Drehbuch bei und Produzierte, den Regieposten überließ er erneut Franck Khalfoun der bereits „P2“ inszeniert hatte, welcher ebenfalls auf einer Story von Aja beruht.

Ob der Original „Maniac“ nun ein Remake benötigt hat oder nicht, soll an dieser Stelle nicht erörtert werden, was aber Fakt ist, dass dem Film die Verlegung in die heutige Gesellschaft und die totale Kompromisslosigkeit ziemlich gut zu Gesicht steht...

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Cosmopolis

Cosmopolis
Originaltitel: Cosmopolis – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: David Cronenberg



Darsteller:
Robert Pattinson, Jay Baruchel, Kevin Durand, Paul Giamatti, Samantha Morton, Juliette Binoche, Sarah Gadon, Mathieu Amalric, Emily Hampshire, Anna Hardwick, Patricia McKenzie, George Touliatos u.A.

Filmkritik: Nach der wenig begeisternden „Dangerous Method“, welche bereits die Adaption eines Romans/Theaterstückes war, nahm sich der Meister des Bodyhorrors nun wieder eines Romans an. Dieses Mal war es Don DeLillos „Cosmopolis“ von 2003. Grob angelesen erinnerte das Werk durchaus an jene von Bret Easton Ellis, der ja bereits etliche, zu seinen Vorlagen passend unterkühlte Verfilmungen wie „American Psycho“ oder auch „Die Regeln des Spiels“ vorweisen kann. Von „Unter Null“ oder auch „Die Informanten“   ganz zu schweigen.

Cronenbergs Inszenierung der Odyssee eines Schwerreichen (Pattinson) auf dem Weg zum Frisör, die sich zu einem alptraumhaften Trip zwischen Finanzrevolution sowie persönlichen Krisen abspielt und dabei hauptsächlich in dem faszinierend ausgestatteten Inneren dessen Luxuslimousine stattfindet, ist dabei noch weiter reduziert und unterkühlt als die bereits angesprochenen Beispiele des anderen Autors.

Gestelzte Dialoge wechseln sich mit leeren Gesten und verwirrten Blicken ab, ständig mit Pattinson als beinahe unberührbare Präsenz, sowohl auf dessen Äußeres wie auch Inneres bezogen. Dabei zeigt der „Twilight“-Star nicht nur schön, dass man ihn nicht auf seine Arbeit in diesem Franchise begrenzen sollte, sondern auch, dass er durchaus einen ganzen, ersten Film auf seinen Schultern stemmen kann.
Tatkräftige Unterstützung bekommt er dabei von so bekannten Namen wie Juliette Binoche, Paul Giamatti oder eben auch dem noch jungen Jay Baruchel, die allesamt eine tolle Performance abliefern.

Die Kameraarbeit, besonders innerhalb des sehr begrenzten Haupthandlungsortes Limousine ist vorbildlich und schafft immer neu...

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Robin Hood: Ghosts Of Sherwood 3D

Robin Hood: Ghosts Of Sherwood 3D
Originaltitel: Robin Hood – Ghosts Of Sherwood – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Oliver Krekel



Darsteller:
Martin Thon, Ramona Kuen, Kai Borchardt, Dennis Zachmann, Kane Hodder, Tom Savini, Claude-Oliver Rudolph, Prashant Prabhakar, Oliver Krekel, Dave Kaufmann, Erich Amerkamp, Anika Neubauer u.A.

Filmkritik: Was hat man nicht alles in letzter Zeit von diesem Streifen gehört. Im Internet sorgte der Astro-Chef Oliver Krekel für einiges Gerangel. Beispielhaft sei da nur eine Endlosdiskussion erwähnt, die losgetreten wurde, als eine vernichtende Kritik zu diesem Streifen erschien, welche Krekel so gar nicht nachvollziehen konnte und dann gewettert hat, dass man diesen Streifen ja auch in 3D sehen müsse, denn darauf sei er nun einmal ausgelegt. Ok, der Fairness halber sei erwähnt, dass hier der Streifen in 3D auf Blu-Ray gesehen wurde, also wohl so „wie es sein sollte“. Und, noch besser, persönlich mochte ich auch den durchaus zu lange geratenen „Cross Club – The Legend Of The Living Dead“ von Oliver Krekel, in welchem Letztgenannter die Hauptrolle spielte und gegen Zachi Noy antrat. Ein witziger Amateurstreifen mit viel Abenteuerhandlung der weniger auf Wald-und-Wiesen-Splatter setzte und etliche urige Ideen ins Feld führte. Doch, „Cross Club“ machte Spaß….

Warum diese Einleitung? Weil Oliver Krekel seit „Cross Club“ zwar was die 3D-Technik angeht wohl einiges dazugelernt hat, dafür inhaltlich bei „Ghosts Of Sherwood“ schlicht ziemlichen Murks abgeliefert hat, der wirkt, als habe man zwei Drehbuchideen zusammengeschrieben und obendrauf noch einige andere Elemente geworfen, die man gerne mal in einem Film sehen wollte. Handwerklich ist das hier auf gutem Independent-Film-Niveau, aber die sprunghafte Handlung? Ne, also wirklich nicht...

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Lincoln

Lincoln
Originaltitel: Lincoln – Erscheinungsjahr: 2012 – Regie: Steven Spielberg



Darsteller:
Daniel Day-Lewis, Joseph Gordon-Levitt, Tommy Lee Jones, John Hawkes, Michael Stuhlbarg, Jackie Earle Haley, Jared Harris, Sally Field, Lee Pace, James Spader, David Strathairn, Julie White u.A.

Filmkritik: Es ist schon etwas tendenziell, wenn uns als erstes auffällt, dass Bruce McGill, seines Zeichens Film- und Serienveteran, nicht nur hier eine wichtige Rolle spielte, sondern zuvor in der „Biografie“ (mit großen Anführungszeichen) rund um „American Badass“ Franklin Delano Roosevelt mitgespielt hat, wo er noch derbe Sexwitze vom Stapel lies? Ja, dies zeigt nicht nur, was wir beim Moviegeek hier für verrückte Filme schauen, sondern auch, dass es zu „Lincoln“ vom guten alten Steven Spielberg erschreckend wenig zu sagen gibt.

Anhand der letzten paar Monate in Lincolns Leben und dessen Kampf um die Freiheit für die Schwarzen wird hier nicht nur etwas Licht darauf geworfen, wer denn der Mann hinter dem Zylinder und dem Bart war, sondern ebenfalls ein gelungenes Sittengemälde der damaligen Zeit entworfen. Spielberg arbeitet nicht nur mit fantastischen Darstellern (den x-ten Oscar bitte für Mr. Day-Lewis!), hat eine ausgezeichnete, flüssige Kameraführung, sondern bedient sich gekonnt bei einigen Elementen des Gerichtsfilms um Struktur und Spannung in das Geschehen. Mit anstehender Deadline, Verraten und allem drum und dran.

Derweil fällt einzig negativ auf, dass Spielberg mal wieder nicht auf seiner leider in letzter Zeit anerzogenen Alt-Herren-Romantik verzichten kann und manches Mal einen Tick zu melancholisch wird. Dies jedoch wird auch inhaltlich dadurch abgefedert, dass wir es hier eben mit einem alten Lincoln zu tun haben. Einem Lincoln, der bereits ein Kind verloren hat, sich Sorgen um das Wohlergehen des Anderen macht und wegen seiner nach außen hin kühlen Fassade des Öfteren mit seiner Frau aneinander gerät...

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Anna Karenina

Anna Karenina
Originaltitel: Anna Karenina – Erscheinungsjahr 2012 – Regie: Joe Wright



Darsteller:
Keira Knightley, Aaron Johnson, Jude Law, Matthew Macfadyen, Olivia Williams, Kelly Macdonald, Michelle Dockery, Emily Watson, Holliday Grainger, Ruth Wilson, Domhnall Gleeson, Alicia Vikander,

Filmkritik: Tolstois leidenschaftliches Liebes- und Ehedrama Anna Karenina gehört zu den ergreifendsten Romanen der Weltliteratur. Im Fokus der spannungsgeladenen Handlung, die Ende des 19. Jahrhunderts in Russlands feiner Gesellschaft spielt, steht die junge und bezaubernd schöne Anna Karenina (Keira Knightley), die in unwiderstehlicher Liebe dem Offizier Graf Vronskij (Aaron Taylor-Johnson) verfällt. Zerrissen zwischen dieser tiefempfundenen Leidenschaft, die ihr die Kraft gibt, aus der langjährigen glücklosen Ehe mit Aleksei Karenin (Jude Law) auszubrechen, und der Liebe zu ihrem Sohn, entscheidet sie sich schließlich für den Geliebten und verlässt ihre Familie. Als sie erkennt, dass sie für ihren „Fehltritt" von der Gesellschaft geächtet wird, und sich mit der Zeit auch Graf Vronskij immer mehr von ihr entfernt, trifft sie eine bittere Entscheidung …

„Tolstoi, schwere Kost“ wussten schon die beiden Klitschkos in ihrem wohl bekanntesten Werbespot. Und so wirklich unrecht hatten sie damit nicht, auch wenn viele Literatur-Kritiker sich anschließend beschwert haben, dass die beiden die Bücher des russischen Schriftstellers so für viele Generation als „unlesbar“ gebrandmarkt haben. Der Autor gibt hiermit vor dem Review zumindest freimütig zu, noch nie ein Buch von Lew Nikolajewitsch Tolstoi gelesen zu haben. Doch wenn Joe Wright („Wer ist Hanna?“) eine Tolstoi-Verfilmung inszeniert und das Ganze sogar noch für 4 (Neben-) Oscars nominiert wird, kann ja schon mal nicht alles schlecht und sperrig sein.

Die Einführung in den Film gestaltet sich schwierig aber auch höchst interessant zugleich...

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Les Misérables

Les Misérables
Originaltitel: Les Misérables – Erscheinungsjahr 2012 – Regie: Tom Hooper



Darsteller:
Anne Hathaway, Russell Crowe, Helena Bonham Carter, Hugh Jackman, Amanda Seyfried, Sacha Baron Cohen, Eddie Redmayne, Aaron Tveit, Samantha Barks, Isabelle Allen, Colm Wilkinson, Marc Pickering

Filmkritik: Obwohl er seine langjährige Haftstrafe verbüßt hat, wird Jean Valjean (Hugh Jackman) über Jahrzehnte vom gnadenlosen Polizeibeamten Javert (Russell Crowe) verfolgt und in den Untergrund getrieben. Nachdem Valjean das Mädchen Cosette (Amanda Seyfried), Tochter der verstorbenen Arbeiterin Fantine (Anne Hathaway), in seine Obhut nimmt, ändert sich deren Leben dramatisch.

Kaum eine Oscar-Verleihung vergeht ohne, dass nicht mindestens eine Musical-Verfilmung unter den Nominierten ist. Dieses, fast ähnlich oft wie der Western schon totgesagte Genre, lebt ebenfalls immer noch munter weiter. Dieses Jahr versucht sich „The Kings Speech“ Regisseur Tom Hooper an „Les Misérables“, dem erfolgreichen Musical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil.

Hooper, spätestens seit dem erwähnten „The Kings Speech“ in der obersten Garde der Filmemacher angelangt, kann sich quasi aussuchen wen er in seinen Filmen haben will. Da wundert es nicht, dass er für sein Musical nur Schauspieler mit Rang und Namen bekommen konnte. Hugh Jackman, der bereits als Host bei den Oscars sein Gesangstalent beweisen konnte, mimt hier Jean Valjean und spielt somit die Hauptrolle. Dazu gesellen sich Russel Crowe als Antagonist, Anne Hathaway als schwer gepeinigte Arbeiterin und Nebendarsteller wie Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter, die beide durch „Sweeney Todd“ ja bereits Muscial-Erfahrung vorweisen können. Auch Eddie Redmayne, bekannt aus dem letztjährigen „My Week with Marilyn“ als Marius ist erwähnenswert.
Doch können die Geschichte und das Drum-Herum bei all diesen Namen auch mithalten?

Kurze Antwort: Ja...

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