Back to the Future – The Game – Episode 3



Back to the Future – The Game – Episode 3

Die dritte Episode der Adventure-Serie von Telltale-Games rund um die beliebte „Back to the Future“ Trilogie hört auf den Namen „Citizen Brown“ und versprach im Gegensatz zur zweiten Episode ordentlich anzuziehen. Es sollte neben einem neuen Schauplatz in einer parallelen Zeitlinie auch eine ziemlich interessante Storyentwicklung geben. Dies sind alles Aspekte bei denen Telltale bei Episode 2 ja geschwächelt hat.

Der Schauplatz in Episode 3 ist dann auch wirklich ein Genuss. Ein Regime ganz im Stil des Klassikers „1984“, regiert von einem Doc. Brown der so gar nicht er selbst zu sein scheint. Das macht schon richtig Spaß. Doch die Macher versteifen sich dann, für meinen Geschmack, diesmal zu sehr auf die Dialoge in denen alle möglichen Dinge der „neuen Welt“ erklärt und die Veränderungen von allen Protagonisten beschrieben werden. Der Schurke Biff ist plötzlich lammfromm, Martys Freundin Jennifer hält ihn auf einmal für einen Nerd und Martys Vater ist mal wieder ein „Peeping Tom“(wie im Originalfilm), diesmal allerdings ganz legal, denn er analysiert und steuert die Kameras in der Kleinstadt und überwacht so jeden Bürger auf Schritt und Tritt.

All diese Ideen und der Veränderungen der verschiedenen Figuren sind ziemlich witzig und auch gut ausgedacht. Doch für die Rätsel hatten die Macher dann scheinbar keine Zeit mehr. So muss man fast die ganze Zeit über lediglich „gegen die Regeln verstoßen“, also quasi so oft unangenehm auffallen bis man zur Audienz bei Citizen Brown geschickt wird. Dazu muss man z.B. einen Hund auftreiben oder mit Jennifer in aller Öffentlichkeit Lippenkontakt pflegen. Dieses „Ziel“ und die Erfüllung der Unterziele wirken dann aber doch arg simpel und die Erreichung macht zu wenig Spaß. Witziger sind da dann noch die Nebenrätsel. Ein Gitarrenwettbewerb gegen den neuen Freund von Jennifer ist ebenso ein Highlight wie die Verwandlung vom lammfrommen Biff in einen ferngesteuerten Prügelbot, den man geschickt ausknocken muss. Und auch der Cliffhanger am Ende der Episode haut gut rein, deutet aber erneut an das für Episode 4 Settings und Figuren-Recycling betrieben wird. Wie schon bei Episode 2 wird auch Episode 4 wohl die meiste Zeit im selben Setting spielen. Nachdem nun aber alle Figuren eingeführt sind, kann man sich evtl. wieder mehr auf die Rätsel konzentrieren.

Insgesamt hat Episode 3 zwar viel angedeutet aber nur wenig neues geboten. Klar, es gibt ein komplett neues Setting aber dies lenkt nicht davon ab, dass sich das Spiel an vielen Stellen doch etwas in die Länge zieht weil einfach die Motivation fehlt durch ein unbedingt zu erreichendes Ziel.

7/10