Orange is the new Black – Season 1

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Orange is the new Black – Season 1

„Orange is the new Black“ ist die neuste Serie vom Online-Streaming-Anbieter Netflix der mit mehreren verschiedenen Produktionen nun auch in die Serien-Produktion eingestiegen ist. Neben „Lillyhammer“ gibt es mit „Hemlock Grove“ eine Horrorserie von Regisseur Eli Roth und das US-Remake der britischen Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacey. Netflix ist also mit einem Schlag praktisch ganz vorne in der Serienproduktion dabei.

„Orange is the new Black“ ist das dabei das Drama-Comedy-Kind des Netflix Serien-Pakets. Zwar gehört auch „Lillyhammer“ mit dazu, aber „Orange is the new Black“ geht noch etwas mehr in Richtung Drama. In der Serie geht es um die End-Zwanzigerin Piper Chapman (Taylor Schilling) die für eine Straftat in ihrer wilden Zeit vor einigen Jahren, für knapp 18 Monate ins Gefängnis kommt. Sie muss ihre Freunde, ihren Bruder aber auch ihren Verlobten (Jason Biggs) zurücklassen und begibt sich in einen Frauenknast. Zusammen mit vielen anderen Knackis versucht sie nun weitestgehend unbemerkt ihre Strafe abzusitzen. Doch spätestens mit dem auftauchen ihrer Komplizin und Ex-Freundin (Chapman war früher lesbisch) Alex Vause (Laura Prepon) sind diese Pläne zum scheitern verurteilt.

„Orange is the new Black“ basiert auf dem gleichnamigen Buch von Piper Kerman, die darin ihre eigene Geschichte aus dem Gefängnis erzählt. Die Serie konzentriert sich hauptsächlich darauf wie ein „Normalo“ mit eigentlich geregeltem Leben und normalen Familienverhältnissen in einem Knast zurechtkommt, der zu großen Teilen von typischen Knackis bevölkert wird die bereits in der zweiten oder dritten Generation im Gefängnis einsitzen. Wenig überraschend durchläuft Piper in der Staffel eine Wandlung. Nachdem sie zu Beginn vor allem versucht sich mit den Wachen und Wärtern und dem restlichen Personal gut zu stellen, ändert sich dies mit jeder Folge und im späteren Verlauf sind die anderen Insassen ihre wahren Freunde und nicht die Wachen. Dazu kommen Probleme und Schwierigkeiten mit ihrem Verlobten aber auch eher bekannte Themen und Auseinandersetzungen die man im Knast erwarten würde.

Die Geschichten wandeln dabei immer auf einem schmalen Grat zwischen Witz und Ernst, thematisieren auch Themen wie Selbstmord, Drogenhandel, Vergewaltigungen oder Gewalt unter den Häftlingen aber eben auch eher witzige Themen wie schräge Wärter und Mitinsassen. „Orange is the new Black“ nutzt dafür eine durchgängige Handlung und keine klar abgeschlossenen Wochen-Episoden.

Anfang und Ende der ersten Staffel (die 13 Folgen umfasst) sind ohne Frage erstklassig. Die Einführung und die Entwicklung zu Beginn und gegen Ende sind derart komprimiert, überraschend, unerwartet und packend geschrieben, dass hier die Stärken der Serie liegen. Leider gibt der Mittelteil das nicht immer her. Zwischen den Folgen 5 und 10 gibt es immer mal wieder Längen und kreative Tiefpunkte in denen die Serie inhaltlich nicht so viel herzugeben scheint. Umso verwunderlicher, dass die Serie gegen Ende wieder enorm aufdreht und gute Ideen aneinanderreiht als gäbe es einen unerschöpflichen Pool an guten Knast-Stories.

Doch Trotz der kleinen qualitativen Abweichungen ist „Orange is the new Black“ eine faszinierende, packende und auch stellenweise herrlich witzige Serie mit real wirkenden Figuren, zumeist guten Geschichten und einem spannenden, frischen Setting. Eine zweite Staffel kann gerne kommen.

8/10