The Reader – Der Vorleser

The Reader – Der Vorleser

Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Stephen Daldry

Darsteller: Kate Winslet
Ralph Fiennes
David Kross
Alexandra Maria Lara
Bruno Ganz
Volker Bruch
Karoline Herfurth
Hannah Herzsprung

Inhalt:
Eigentlich ist sie irgendwie unheimlich, doch magisch anziehend. Hanna (gespielt von Kate Winslet). Und genau so empfindet der viel jüngere Michael(15, David Kross/ Ralph Fiennes).
Dann verschwindet Sie auf einmal plötzlich und die beiden finden sich erst wieder, im Gerichtssaal, mit Ihr als Angeklagte, einer einstigen KZ Aufseherin …

Der Vorleser, ein weiterer Nominierter in der Kategorie "Bester Film" und eine Buchverfilmung, zu der ich sogar das Buch gelesen habe, dass kommt selten vor.
Die Geschichte fand ich damals, 2004/2005, als ich das Buch las schon recht interessant und vor allem sehr vielseitig. Neben der Beziehung eines Minderjährigen zu einer Erwachsenen-Frau geht es später im Film um die Arbeitslager der Nazis und eine Verhandlung mit mehreren Wärterinnen als Angeklagte. Man merkt also, die Buchvorlage ist sehr stark, ist doch "Der Vorleser" auch eines der wichtigsten deutschen Bücher der 90er gewesen. Es besteht bei solchen Büchern daher die Gefahr, das der Film sich zu sehr auf dem Buch ausruht und nur wenige eigene Impulse einbringt. Diesen Vorwurf muss sich "The Reader" gefallen lassen. Er erzählt das Buch recht akkurat wieder und weiß daher auch durchweg zu gefallen, doch neue Sachen oder besondere inszenatorische Ideen sucht man vergeblich. Allein die Erzählweise ist anders als im Buch, wird die Geschichte im Film doch quasi aus der Gegenwart erzählt als Erinnerungen von Michael.
Kate Winslet spielt Hanna sehr gut. Mal kommt sie sehr begehrenswert rüber (ganz anders als die Frau die ich im Kopf hatte als ich das Buch las) und mal etwas Bott und trampelig, aber fast immer ist sie sehr gefühlskalt und lässt Michael nicht an sich heran. Bei diesem Schauspiel kann der deutsche David Kross nicht ganz mithalten, aber überzeugend kommt er doch noch rüber. Auf Sparflamme hingegen agiert Ralph Fiennes als gealterter Michael. Außer ständig traurig dreinzuschauen gibts nicht viel mehr von ihm, seltsam das ausgerechnet seine Filmhälfte, die letzten 45 Minuten, den Zuschauer trotzdem noch mitreißen.
Die erste Hälfte verfolgt man den Film einfach nur und nimmt das gesehen hin. Man empfindet weder abscheu noch andere Gefühle, der Film passiert einfach. Aber nach der Verhandlung, was sich dann zwischen Michael und Hanna entwickelt bis hin zum traurigen Ende, das fesselt im Film ähnlich wie im Buch. Hier zeigt Kate Winslet nochmal eine tolle Vorstellung.
Insgesamt bestätigt sich wohl wieder, das "The Reader" einzig wegen der Geschichte, nicht wegen dem eigentlichen Film für den Oscar nominiert wurde, trotzdem ist "The Reader" ein sehenswerter Film und gerade für die Nicht-Buch-Kenner eine Sichtung wert.

7/10

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