Death Wish

Death Wish
Originaltitel: Death Wish – Erscheinungsjahr: 2018 – Regie: Eli Roth

Erscheinungstermin: Ab dem 8. März 2018 im Kino

Darsteller: Bruce Willis, Vincent D’Onofrio, Elisabeth Shue, Kimberly Elise, Dean Norris, u.A.

Filmkritik: „Oh nein, DEATH WISH, einer meiner Lieblingsfilme wird ge-remake-t von Eli Roth als Regisseur und Bruce ‚Pain in the ass on Set‘ Willis! Der Trailer wirkt überladen und es gibt eine spezielle ‚Grindhouse-Style‘-Vorschau? Ach, du kacke, das wird furchtbar!“ So sahen zu Beginn meine Ängste aus, als es um das DEATH WISH-Remake ging. Einziger Lichtblick am Horizont: das Drehbuch von Joe Carnahan, denn der ist eigentlich echt in Ordnung. Ein Jahr und eine Verschiebung, wegen eines US-Massakers später, läuft der Streifen nun kurz nach einem noch viel schlimmeren Gemetzel in Amerika und in Deutschland an.

Differenzierter, als erwartet

Die Trailer führen glücklicherweise etwas in die Irre. Denn, ja, Charles Bronson ist im Original humaner, als es Willis nun in der Neuauflage wirkt. Dazu gibt es die ziemlich flache, helle Optik zu Beginn des Streifens, aber das ist es dann auch schon mit den großen Kritikpunkten. Denn glücklicherweise wird DEATH WISH nicht zu so etwas wie SHOOT’EM UP, auch wenn die Teaser und Co. anders wirkten. Die Action im fertigen Werk ist überraschend wenig ausufernd, bezogen auf die eliminierten Bösewichte. DEATH WISH 3 ist dies nicht.

Angehen ist die Tatsache, dass sich Carnahans Drehbuch auch einige Zeit lässt und den Rachefeldzug von Willis Figur angenehm geerdet vorbereitet. Einige verspielte Eigenheiten kann sich Roth dann nicht so sehr verkneifen, doch im Großen und Ganzen ist DEATH WISH allein schon ein besserer Actionfilm, als zig andere Arbeiten der letzten paar Jahre.

Apokalyptische Großstadtschluchten und … Rockmusik?

Eine Sache, die ebenfalls glücklicherweise weit größer übernommen wurde, als es zuerst den Anschein hat, ist die konsequente mediale Diskussion innerhalb des Geschehens. Nicht nur, dass immer wieder Medien-Personal über die Taten des Vigilanten berichtet, sondern bereits zu Beginn baut der Streifen gekonnt Atmosphäre auf. Ständig ist von brutalen Überfällen in den Nachrichten zu hören, immer größere Blutbäder finden anscheinend gerade jenseits des Bildschirms statt. Eine regelrecht apokalyptische Stimmung wird bei all dem heraufbeschworen, die Willis‘ Eingreifen umso mehr zu einem multimedialen Ereignis macht.

Der Einsatz von Smartphones, Internetvideos und Co. ist ebenfalls durchaus inspiriert gelöst worden. Dabei werden die überall erhältlichen Informationen und Werbungen über Waffen und Co. gekonnt in den Handlungsablauf eingebunden. Apropos: Selbst die rockigen Songs bei der Vertonung haben einen durchaus guten Anker im Geschehen. Sie wären zwar nicht notwendig gewesen und vielleicht wäre ein klassischer Synthie-Score auch noch atmosphärischer, doch da kommt man schon bei kleineren Elemente der Marke „Was solls?“ an.

Inhaltliche Todes-Schwankungen

DEATH WISH ist sicherlich ein noch konventionellerer Streifen als das Bronson’sche Original, liefert aber dennoch eine gute Übersetzung des Themas in die heutige Zeit. Besonders einige Kleinigkeiten, wie etwa D’Onofrios Figur in seiner Gänze, sind angenehme Abwechslungen von oftmals übertrieben miteinander verbundenen Handlungsabläufen zeitgenössischer Actionstreifen. Eli Roth kann sich bei DEATH WISH auch mal Zeit lassen und muss nicht ständig irgend einen Spruch, oder Knall-Effekt abfeuern. Dies macht das Werk definitiv zu seiner bislang besten Regie-Arbeit, auch wenn das Ergebnis wohl so gut ausgefallen ist, weil er schlicht nicht für das Drehbuch verantwortlich war. Vereinzelt macht es sich das Skript etwas zu einfach und dreht zu exploitativ ab, doch insgesamt kann man das durchaus noch mit einem halb zugekniffenen Auge durchgehen lassen.

Immer wieder gibt es einige durchaus saftige Gore-Happen, bei denen die R-Rated-Version garantiert ein paar Federn lassen musste, aber genau so lange ist, wie nötig. Eine Unrated-Version würde da die Ausgewogenheit wieder zu sehr in Richtung „Gaudi-Faktor“ verschieben. Denn, und damit ist wohl auch das Meiste gesagt: DEATH WISH wirkt in sich angenehm rund. Dass am Ende dann jedoch etwas flapsig … aber das ist ein Thema für ein andermal, oder eben für das Kuchenessen nach dem Kinofilm-Genuss.

Fazit: Durchaus konventioneller als das Original und nicht mit dem besten Hauptdarsteller gesegnet, kann DEATH WISH die gute alte Ära des Vigilanten-Streifens gekonnt in die Neuzeit verlegen. Dafür gibt es die satte Filmbewertung 7/10 und die Ansage, dass da gerne, sehr gerne eine Fortsetzung kommen darf. Aber bitte wieder mit einem Drehbuch von Carnahan!