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Ghost In The Shell

Ghost In The Shell
Originaltitel: Ghost In The Shell – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Rupert Sanders

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Scarlett Johansson, Michael Pitt, Juliette Binoche, Michael Wincott, Pilou Asbæk, Rila Fukushima, Takeshi Kitano, Chin Han, Chris Obi, Joseph Naufahu, Peter Ferdinando, Adwoa Aboah, u.A.

Filmkritik: „Hey Leute, Amerika versucht mal wieder einen Manga/Anime als Realfilm umzusetzen, das kann ja nichts werden!“ So oder so ähnlich waren die ersten Stimmen im Internet, als klar wurde, dass „Ghost In The Shell“ eine US-Umsetzung spendiert bekam. Doch, oh Wunder über Wunder, dieses Mal scheint es sogar richtig geklappt zu haben! Warum, wieso, weshalb, das liest du hier!

Blade-Runner-Design für die heutige Zeit

Ghost In The Shell: Blade Runner 2

Die neondurchfluteten 80er Jahre waren das Jahrzehnt des Cyberpunks. Geschichte über virtuelle Krieger, Menschen, die sich in die Matrix einloggten und ihre Körper durch technologische Wunder verstärkten, waren damals an der Tagesordnung. Doch seitdem nun heutzutage jeder mit einem kleinen Computer in der Tasche herumläuft und ständig vernetzt ist, wurde der Cyberpunk popkulturell immer überflüssiger. So ist es schon ein kleines Wunder, dass „Ghost In The Shell“ aktuell eine derart große US-Verfilmung spendiert bekommt. Denn der Manga 1989, als auch der Anime 1995 sind absolute Paradebeispiel der eigentlich längst untergegangenen Cyberpunk-Ära.

War das Original von „Ghost In The Shell“ noch extrem stark von „Blade Runner“ inspiriert, so erneuert nun der Realfilm eben jene visuellen Elemente absolut gekonnt. Die mit Neon-Schriftzügen gefüllten Straßen haben nun überall Hologramme, stets sind auf den Hochhäusern riesige Werbeschriftzüge zu sehen...

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Kong: Skull Island

Kong: Skull Island
Originaltitel: Kong: Skull Island – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Jordan Vogt-Roberts

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, John Goodman, Brie Larson, Jing Tian, Toby Kebbell, John Ortiz, Corey Hawkins, John C. Reilly, u.A.

Filmkritik: Tja, wo fange ich an? Ich habe mir extra etwas Zeit gelassen mit der Besprechung, weil ich dachte: „Man, du hast das Teil in der PV so sehr abgefeiert, lass es lieber noch etwas sacken!“ Doch was kann ich sagen? „Kong: Skull Island“ ist und bleibt einer der besten Monsterfilme aller Zeiten! Und jetzt kommt die Erklärung wieso:

Willkommen auf Skull Island!

Kein Remake, einfach ein Kong-Film

Zuerst kommt der Punkt, dass „Kong: Skull Island“ glücklicherweise davon absieht die Geschichte des fantastischen Originals aus den 30er Jahren noch einmal aufzulegen. Peter Jackson hat ja leider gezeigt, wie sehr so etwas auch mit unglaublich viel Fan-Liebe – oder vielleicht genau wegen eben jener – in die Hose gehen kann. Jordan Vogt-Roberts benutzt schlicht den Charakter des Riesenaffen zusammen mit ein paar mehr oder weniger subtilen Referenzen, um sein eigenes Ding zu drehen.
„Kong: Skull Island“ spielt genau an dem Tag, an dem der Vietnam-Krieg endet. Ein paar Soldaten sollen, anstatt nach Hause zu gehen, eine Gruppe von Forschern beim Kartographieren einer bislang unentdeckten Insel Begleitschutz geben. So weit, so gut, doch diese Insel ist eben Skull Island und dort gibt ist die Welt nicht so, wie man sie normalerweise erwarten würde …

Von den Postern, über den fantastischen Soundtrack voller 70er Songs, bis hin zu den Themen und Ansätzen ist Vogt-Roberts-Streifen eher so etwas wie „Apocalypse Now“ mit Monstern, als ein klassisches Creature-Feature, bei dem einfach nur Menschen auf die Urze...

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Rogue One: A Star Wars Story

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Rogue One: A Star Wars Story
Originaltitel: Rogue One: A Star Wars Story – Erscheinungsjahr: 2016 – Regie: Gareth Edwards

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Felicity Jones, Mads Mikkelsen, Alan Tudyk, Ben Mendelsohn, Diego Luna, Forest Whitaker, Riz Ahmed, Jimmy Smits, Warwick Davis, Donnie Yen, Genevieve O’Reilly, Valene Kane, u.A.

Filmkritik: „Krieg der Sterne“. So hieß die weltweit bekannte Star-Wars-Saga einst hierzulande. Nun kommt ein Werk daher, welches diesem Titel alle Ehre macht und gleichzeitig eine heftige Last auf den Schultern tragen muss: „Rogue One: A Star Wars Story“.
Als erster komplett von der Hauptgeschichte losgelöster Streifen werden hier die Anfänge der Rebellion erzählt und wie eben jene Gegner des Imperiums an die Pläne des Todessterns gekommen sind. Der Fokus liegt dabei auf der jungen Jyn Erso (Felicity Jones), deren Vater gezwungen wurde für den Todesstern für das Imperium zu entwickeln und ihrem Weg in den Reihen der Rebellion …

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Episode … Was jetzt?!?

Fast so, als wollte man erst recht zeigen, dass man hier keinen Bruch mit den Konventionen scheucht, knallt nach der Angabe „Vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis …“ mit einem lauten Soundeffekt das erste Bild auf die Leinwand. Kein Lauftext. Das ist das erste Mal, dass ein Star Wars-Werk mit dieser Tradition bricht und das passt gut, denn auch in vielen anderen Bereichen ist Gareth Edwards Arbeit ziemlich unorthodox für das Franchise. Dies fällt erst recht nach Abrahams Retro-Gaudi „Das Erwachen der Macht“ auf, die sich munter durch die klassische Trilogie zitiert hatte.

Fans bekommen mit „Rogue One: A Star Wars Story“ zum aller ersten Mal jenseits der Comics, Zeichentrickserien und Ewok-Spin-Off-Filme einen Film zu sehen, der komplett in der offiziellen Kontinuität...

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Stolz und Vorurteil und Zombies

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Stolz und Vorurteil und Zombies
Originaltitel: Pride & Prejudice & Zombies – Erscheinungsjahr: 2016 – Regie: Burr Steers

Erscheinungstermin: Jetzt auf DVD und Blu-Ray

Darsteller: Lily James, Lena Headey, Matt Smith, Jack Huston, Douglas Booth, Charles Dance, Sam Riley, Suki Waterhouse, Dolly Wells, Hermione Corfield, Bella Heathcote, Emma Greenwell, u.A.

Filmkritik: „Stolz und Vorurteil und Zombies“ ist ein großer Spaß, den leider viele Leute im Kino verpasst haben. Aber es ist durchaus verständlich, warum Burr Steers Adaption des Seth Grahame-Smith-Romans nicht so gut angekommen ist. Die Mischung aus Jane Austen und einer untoten Schlachtplatte ist schon ziemlich eigenwillig.

Und das war dann auch schon das mit Abstand größte Problem, welches der gut gelaunte Historien-Horror-Liebesfilm hat. Denn Steers schafft es dank seinem eigens geschriebenen Drehbuch den zugrunde liegenden „Mash-Up“-Roman angenehm auf seine Grundelemente zu kondensieren, ohne wichtige Teile fallen zu lassen. (Und ja, ich hab das Buch gelesen, als Vorarbeit für einen Artikel zum ebenfalls unterhaltsamen „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“. Doch die stolzen Zombies sind besser.)

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Viel zum Gelingen trägt auch die ausgezeichnete Besetzung bei. Lily James ist so bezaubernd wie taff, Sam Riley als verschlossener Darcy, Matt Smith als feiger Priester humorvoll und auch die restlichen Darsteller sind so charmant wie gut ausgewählt. So ist es eigentlich schon schade, dass der Streifen nicht zumindest zwanzig Minuten länger dauert, denn mit diesem Cast würde man gerne noch etwas mehr Zeit verbringen.

Etwas mehr Zeit hätten auch die Actionszenen vertragen können, denn diese sind – leider abgesehen von der finalen Sequenz, welcher teilweise sogar schwer zu folgen ist – mit relativ ruhiger Optik schön in Szene gesetzt...

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The Nice Guys

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The Nice Guys
Originaltitel: The Nice Guys
Erscheinungsjahr: 2016
Regie: Shane Black

Erscheinungstermin: Jetzt auf DVD und Blu-Ray

Darsteller: Ryan Gosling, Kim Basinger, Matt Bomer, Russell Crowe, Yaya DaCosta, Keith David, Margaret Qualley, Ty Simpkins, Rachele Brooke Smith, Yvonne Zima, Beau Knapp, Jack Kilmer, u.A.

Filmkritik: Halleluja! Shane Black ist wieder in der Stadt und mit ihm kommen angenehm kaltblütige Actionszenen, pointierte Dialoge und vielschichtige Charaktere zum Genre der Buddy-Action zurück. Wahrscheinlich werden auch die „Nice Guys“ nicht gegen den Rest der überzüchteten Hollywood-Maschinerie ankommen, aber was Ryan Gosling und Russel Crowe hier für ein charmantes Feuerwerk an pointierten Dialogen und geerdetem Krawall abfeuern, das ist schon ziemlich glorreich.

Der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist dabei eine typische Privatdetektiv-Nummer und die Suche nach einer verschwundenen Frau, welche das ungleiche Duo immer tiefer in einen Sumpf aus Korruption, Attentaten und 70er-Jahre-Porno-Chic führt. Dabei ist Blacks Auge für Details ebenso exzellent wie seine ruhige Inszenierung, die zu keiner Zeit in zeitgenössische Wackelarien verfällt, sondern stets fokussiert ihren Job macht.
Das wichtige Wort bei Shane Blacks Film ist dabei eben wohl auch „fokussiert“, denn auch wenn es anfangs nicht so wirkt, so ist im Endeffekt jede einzelne Sequenz wichtig für das Gesamterlebnis, eigentlich kein Dialog ist überflüssig und selbst in absurden Traumszenen gibt es Elemente, die später noch wichtig werden.

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Die extrem ökonomische Art, mit der Black hier Regie führt, sollte für viele seiner Kollegen ein Beispiel sein. Die konsequente Eskalation, die in der Handlung vorkommt, ist ebenfalls wunderbar anzuschauen.
Die gesamte Struktur von „The Nice Guys“ wirkt wie das Zusamme...

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The First Avenger: Civil War

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The First Avenger: Civil War
Originaltitel: Captain America: Civil War – Erscheinungsjahr: 2016 – Regie: Anthony Russo, Joe Russo

Darsteller: Tom Holland, Elizabeth Olsen, Scarlett Johansson, Chris Evans, Robert Downey Jr., Sebastian Stan, Paul Rudd, Jeremy Renner, Marisa Tomei, Paul Bettany, Emily VanCamp, Gwyneth Paltrow, u.A.

Filmkritik: „Ah. Das ist also der Start von Marvels „Phase 3“?!? Bei der diese komischen Zeichentrickfiguren sich gegenseitig ihre Fäuste ins Gesicht schlagen und so tun, als wären sie etwas anderes, als ein flüchtiger Wind des Zeitgeistes. Einer, der schon bald aufgrund der eigenen Zügellosigkeit überholt wird, weil all jene, die nicht seit dem ersten Tag dieser seriellen Gelddruckmaschine Hollywoods beigewohnt haben, keine Ahnung mehr haben, wer jetzt Ameisenmensch, die rothaarige Kampfhure oder „Captain Patriachy“ ist. Das furchtbare Chaos wird dabei von „The First Avenger: Civil War“ affektiert auf die Spitze getrieben …“

… Haha. Reingefallen! Vielleicht hat irgendjemand diese Meinung, aber nicht wir, natürlich nicht wir hier. Nein. Im Gegenteil. Wir feiern den Streifen genauso sehr ab wie fast alle anderen Kritiker auch! Bei dem stets wortreichen und leicht anarchistischen MovieGeek gibt es für Captain Americas dritten Einsatz einundvierfünftel Daumen hoch! (Was sich also nachher in einer „Filmbewertung: 9/10“ niederschlägt. Spoiler Alarm!)

Doch was haben die Gebrüder Russo auf dem Regiestuhl angestellt, dass ihr zweiter Einsatz in der Polit-Thriller-Ecke des Marvel-Cinematic-Universe so viel Eindruck macht? Ganz einfach: Sie sind sich selber treu geblieben!
Die ideologische Grundsatzdebatte wird zwar am Anfang mit toten Kindern (Heul, Schluchz) noch weiter untermauert, was eigentlich gar nicht notwendig gewesen wäre...

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Monster aus dem All – The Green Slime

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Monster aus dem All
Originaltitel: The Green Slime – Erscheinungsjahr: 1968 – Regie: Kinji Fukasaku

Darsteller: Robert Horton, Luciana Paluzzi, Richard Jaeckel, Bud Widom, Ted Gunther, David Yorston, Robert Dunham, Gary Randolf, Jack Morris, Eugene Vince, Don Plante, Linda Hardisty, u.A.

Filmkritik: Es gibt manche Filme, die sind einfach ein Rundum-Wohlfühl-Programm. Filme wie „Monster aus dem All“ zum Beispiel. Die amerikanisch-japanische Co-Produktion ist wahrscheinlich DER Film an den man denkt, wenn man an „60er Jahre Science Fiction mit Monstern“ denkt. Grüne wandelnd-wabbelige Tentakeltierchen, die mit ihren vor elektronischer Spannung britzelnde Hummerscheren tapfere Raumfahrer in den Tod reißen. Dabei haben sie nicht nur ein einzelnes, blutrotes Riesenauge in der Mitte ihres Kopfes, sondern auch noch viele weitere kleine Äuglein in der Bauchpartie. Die Kurzbeschreibung dieser Kreatur wäre wohl: „Sau geiles Monstrum!“

Die ikonisch aussehenden Weltallwesen, die dem geneigten Zuschauer bereits so prominent dank des fantastischen Postermotivs aufgefallen sind, sind gar nicht mal die erste Bedrohung, welche die Besatzung der Raumstation „Gamma 3“ abwenden muss. Denn eigentlich beginnt der ganze Schlamassel bei „Monster aus dem All“ damit, dass ein riesiger Asteroid auf die Erde zusteuert. Keine Frage, da braucht es den besten Mann für den Job: Commander Jack Rankin (Ken Horton). Da gibt es leider ein Problem: Der jetzige Kommandant der Raumstation ist Vince Elliot (Richard Jaekel). Der war nicht nur mal Jacks bester Freund, sondern ist nun auch mit dessen rattenscharfer Ex-Freundin Dr. Lisa Benson (Luciana Paluzzi) zusammen...

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Zoomania

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Zoomania
Originaltitel: Zootopia – Erscheinungsjahr: 2016 – Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush

Darsteller: Idris Elba, Jason Bateman, Alan Tudyk, J.K. Simmons, Jenny Slate, Bonnie Hunt, Octavia Spencer, Katie Lowes, John DiMaggio, Tommy Chong, u.A.

Filmkritik: Ich gebe zu: Die Trailer zu „Zoomania“ gingen mir mit ihrem „niedlichen Tiervideo als CGI-Gedöns“-Flair mächtig auf die Nerven. Die Pressevorstellung habe ich dankend abgelehnt und mir erst ein paar Wochen später das Ganze im Kino gegeben. Und, was muss ich jetzt sagen? Ich Vollidiot!

„Zoomania“ ist mit Sicherheit einer der besten Disney-Filme seit dem zweiten „Golden Age“ während der 90er Jahre. Die Geschichte des Kaninchens, die als Erste ihrer Art bei der Polizei mitmachen will, hat viele interessante Ansätze zu bieten. Allen voran den Handlungsort „Zootopia“. Dort leben in verschiedenen Klimazonen sämtliche Tiere, Fleisch- und Pflanzenfresser, in einträchtiger Harmonie zusammen. Über die Jahrhunderte haben die beiden Gruppen nämlich gelernt sich nicht mehr konsequent zu zerfleischen und arbeiten nun zusammen für eine strahlende Zukunft.
So sagt es zumindest die Werbung, denn nicht alles ist gut in „Zootopia“. Vorurteile gegenüber den „gefährlichen Fleischfressern“ und plötzlich amoklaufende Tiere stellen die Polizei vor Rätsel … Dass dafür wortwörtlich Fuchs und Hase zusammenarbeiten müssen, um diesen Fall zu lösen, ist der Anfang einer wunderbaren Buddy-Comedy, die mit vielen Krimi-Elementen sich äußerst angenehm vom sonstigen Allerlei der fluffigen Familienunterhaltung absetzt.

Mit soften Gags über Kiffer, Drogenlabore und Polit-Korruption, wirkt das Geschehen zwar etwas erwachsener, als noch andere Disney-Produktionen, ist aber konsequent in einer pädagogisch wertvollen Mission unt...

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Hardcore Henry – Hardcore

Hardcore
Originaltitel: Hardcore Henry – Erscheinungsjahr: 2016 – Regie: Ilya Naishuller
Deutscher Starttermin: 14. April 2016

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Darsteller: Sharlto Copley, Haley Bennett, Danila Kozlovsky, Cyrus Arnold, Will Stewart u.A.

Filmkritik: Es ist anscheinend wieder einer dieser Tage: Man wacht auf und bekommt gerade einen bionischen Arm und ein bionisches Bein angeschraubt, während einem seine blonde Wissenschaftlerin-Frau erklärt, dass man anscheinend einen Unfall hatte und nun als Cyborg durchs Leben gehen wird. Dann bricht ein verrückter Albino samt Telekinese-Kräften und Killerkommando durch die Türe, kidnappt die Herzensdame und man macht sich auf den Weg die Gute zu retten. Eben ein typischer Donnerstag.

… mehr soll zu der Handlung von „Hardcore“ auch gar nicht verraten werden, denn der von Timur Bekmambetov („Wanted“, „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“, etc.) produzierte Streifen ist mit Sicherheit die beste Form von cineastischem Adrenalin, dass es bislang gibt. Der konsequent aus der Ego-Perspektive gefilmte Rausch ist dabei inhaltlich angenehm gradlinig und weckt Erinnerungen an die verspielten Cyborg-Streifen der späten 80er und frühen 90er Jahre, die damals zu Hauf in den Videotheken standen. Kombiniert mit einem schön bizarren Sinn für Humor, aber auch nicht zu vielen Lachern und einer großen Portion Gewalttätigkeit.

Während man zu Anfang noch denkt, dass hier ja das Gezeigte durchaus in normalen Bahnen abläuft, eskaliert die Action in „Hardcore“ perfekt. Zum Finale hin wirkt das Geschehen schließlich wie eine Kombination aus Arnold Schwarzeneggers und Steven Seagals „Greatest Hits“ auf Crack...

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Father’s Day

Father’s Day
Originaltitel: Father’s Day – Erscheinungsjahr: 2011 – Regie: Adam Brooks, Jeremy Gillespie, Matthew Kennedy, Conor Sweeney



Darsteller:
Adam Brooks, Mackenzie Murdock, Kevin Anderson, Sonny Ayson, Talya C.K., Wilmar Chopyk, Reg Clyaton, Kaiden Dupuis, Andrea Felldin, Andrea Felldin, Jeremy Gillespie, Amy Groening u.A.

Filmkritik: Gedreht und geschauspielert (zum größten Teil) von einer Gruppe die sich den Namen „Astron-6“ gegeben hat, ist „Father’s Day“ genau das, was man sich als Double-Feature mit „Hobo With A Shotgun“ an einem richtigen Männerabend geben will. Noch abgedrehter und in etwa so, als wäre der gesamte Streifen eine einzige Sequenz im Hauptquartier der merkwürdigen Auftragskiller von „Hobo“ nimmt sich „Father’s Day“ zu keiner Sekunde ernst und präsentiert ein grandioses Troma-Werk par excellence.

Wer überhaupt auf Trash steht, sollte JETZT aufhören zu lesen und sich sofort diesen Streifen besorgen (der wohl erst 2013 in Deutschland erscheint). Es ist ein ausgemachter Wahnsinn, was die Macher hier für ein Feuerwerk von krank-originellem Chaos abfeiern. Die Handlung? Es geht um einen Vater vergewaltigenden und mordenden (wenn auch nicht immer in dieser Reihenfolge) Psychopathen, der bereits einmal angeblich von dem Hauptprotagonisten „Ahab“ aufgehalten wurde, nun aber scheinbar zurück ist.
Mit einem Stricher und einem jungen Pater zusammen macht Ahab sich nun auf den „Fuckman“, so der Spitzname des Killers, ein für alle Mal dingfest zu machen. Und wenn er ihn dafür bis in die Hölle selbst vorfolgen muss…. (Spoiler-Alarm!)

…mehr sollte aber nun wirklich nicht verraten werden, denn, oh mein Gott, wo soll man bei diesem Streifen überhaupt anfangen? Bei dem großartigen Retro-Soundtrack? Der so-bunt-und-toll-wie-bei-Hobo-ausgeleuchtet...

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X-Men – Days Of Future Past – X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
Originaltitel: X-Men – Days Of Future Past – Erscheinungsjahr: 2014 – Regie: Bryan Singer

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Darsteller: Jennifer Lawrence, Peter Dinklage, Michael Fassbender, Evan Peters, Hugh Jackman, Ellen Page, Nicholas Hoult, James McAvoy, Anna Paquin, Ian McKellen, Halle Berry, Shawn Ashmore u.A.

Filmkritik: Nach ihrer „Ersten Entscheidung“ mit Matthew Vaughan sind die X-Menschen nun wieder in den Händen von Bryan Singer gelandet. Der adaptiert gleich freudig eine der bekanntesten und beliebtesten Geschichten der Comic-Vorlage: „Days Of Future Past“, woraus die hilflos wirkenden deutschen Titel-Übersetzer beim Kinofilm dann „Zukunft ist Vergangenheit“ gemacht haben. Aber wenn die ungelenke Übersetzung des Titels eines der wenigen Probleme des Films ist, dann hat man es durchaus mit einem ziemlichen Knaller zu tun.

Knallen tut es auch in der Zukunft, denn die Sentinels, Roboter mit der Fähigkeit alle Superkräfte zu übernehmen, mit denen sie in Kontakt kommen, haben beinahe alle Mutanten in einem apokalyptischen Kampf ausgerottet. Während des Kampfes sind auch immer mehr Menschen dem Ganzen zum Opfer gefallen, da jeder exterminiert wird, der auch nur das Potential hat irgendwann mal einen Mutanten in die Welt zu setzen. Professor X und Co. fassen den verzweifelten Plan die Vergangenheit zu ändern, damit diese schreckliche Zukunft nie existiert hat. Dazu wird Wolverine in die Vergangenheit, genauer gesagt in die frühen 70er geschickt. In eine Zeit, die gerade am Ende des Vientmankrieges einem sozialen Schmelzkessel gleich kommt. Und die X-Men sind auch nur unbeschadet durch diese turbulente Zeit gekommen…

Die Wolverine und Mystique-Show, oder: Fokussieren wir uns auf die Stars

Hugh Jackman und Jennifer Lawrence sind gerade die größten Stars des Franchise und das ...

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Godzilla

Godzilla
Originaltitel: Godzilla – Erscheinungsjahr: 2014 – Regie: Gareth Edwards

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Darsteller: Bryan Cranston, Elizabeth Olsen, Sally Hawkins, Aaron Taylor-Johnson, Juliette Binoche, Ken Watanabe, David Strathairn, Victor Rasuk, CJ Adams, Al Sapienza, Richard T. Jones, Brian Markinson u.A.

Filmkritik: Halleluja, GODZILLA ist wieder da! Nach Roland Emmerichs ordentlichem Monsterfilm Ende der 90er Jahre, der aber schlicht und ergreifend das klassische Konzept mit Füßen trat und dem fulminanten japanischen Abschluss in Form des Action-Orkans Godzilla: Final Wars von Ryuhei Kitamura tritt die große Echse nun nach zehnjähriger Leinwandabstinenz wieder auf. Oh. Und wie sie auftritt.

Der Mann auf dem Regiestuhl ist dieses Mal Gareth Edwards, der vor ein paar Jahren bereits Riesen-„Monsters“ zurück ins Kino gebracht hat. Und im Gegensatz zu Emmerich nähert er sich Godzilla sehr respektvoll. Fast sogar schon zu respektvoll.

Der Film beginnt mit einer kurzen Sequenz, in der sich herausstellt, dass die Atombombentest der 50er Jahre keine Tests waren, sondern versuche Godzilla ins Jenseits zu befördern. Gebracht hat das nichts. Und Ende der 90er kam es in Japan zu einem verheerenden Atomreaktor-Unglück, bei dem die Familie Brody ihre Mutter verliert. Vater Joe (Bryan Cranston) ist am Boden zerstört und weiß, dass die Regierung irgendetwas verheimlicht, denn das war kein „normaler“ Meltdown. Zeitsprung. Sohn Ford (Aaron-Taylor Johnson) ist erwachsen geworden und hat nun eine Familie, während Vater immer noch den Verschwörungsfanatiker spielt. Über Umwege kommt man zusammen und findet heraus, dass anscheinend eine Art von Radioaktivität fressenden Monstern, genannt „M.U.T.O.“s – wie das Akronym sich zusammensetzt wird noch nicht verraten – dafür verantwortlich ist...

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Belly Of The Beast – In der Mitte einer bösen Macht

Belly Of The Beast – In der Mitte einer bösen Macht
Originaltitel: Belly Of The Beast – Erscheinungsjahr: 2003 – Regie: Ching Siu-Tung



Darsteller:
Steven Seagal, Byron Mann, Max Ruddock, Tom Wu, Don Ferguson, Erik Markus Schuetz, Monica Lo, Sarah Malukul Lane, Patrick Robinson, Vincent Riotta, Norman Veeratum, Elidh MacQueen u.A.

Filmkritik: Willkommen zu DEM trashigen Steven Seagal-Vehikel!

Nachdem der Gute leider nicht „Exit Wounds“ fortgesetzt, sondern sich stattdessen im Direct-To-Video-Sektor heimisch eingerichtet hat, folgten nicht nur der behämmerte, aber mit teilweise unterhaltsamem Nonsens gefüllte „Foreigner“, sondern auch dieser Film hier. „Belly Of The Beast“! Allein der Name ist bereits eine Einladung für Steven Seagal-Witze und der Inhalt steht dem in nichts nach.

Der Seagelsche ist hier … Einbrecher? Ex-CIA, Ex-FBI, Ex-Pfadfinder und Noch-Nicht-Ex-Vater eines hübschen Mädels, welches beim neckischen Baden in thailändischen Gewässern von irgendwelchen Terroristen/Freiheitskämpfern/Bösewichten, unzutreffendes bitte durchstreichen, entführt wird. Keine Frage, Papa Seagal (ja, der hat auch einen Rollennamen, aber da interessiert sich ja eh keiner für) ist sofort zur Stelle und haut zahlreichen bösen Menschen eine aufs Maul. Artistische, viel gedoubelte Kung-Fu-Momente, Wire-Fu-Kämpfende Transvestiten und böse Schwarzmagier wie beim Tempel des Todes, kein Witz, machen auch noch mit und geben dem ganzen Tohuwabohu noch einen übernatürlichen-asiatischen Anstrich.

Der Seagal-Film zu Abschalten und Ablachen

Und man kann es gar nicht genug betonen: „Belly Of The Beast“ wurde dafür gemacht, um ihn in Gruppen mit Bier oder stärkeren Rauschmitteln zu konsumieren und dabei gnadenlos zu kommentieren.

Partner mit tragischer Hintergrundstory und geringen Überlebensch...

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The Graduate – Die Reifeprüfung

Die Reifeprüfung
Originaltitel: The Graduate- Erscheinungsjahr: 1967 – Regie: Mike Nichols



Darsteller:
Anne Bancroft, Dustin Hoffman, Katharine Ross, William Daniels, Murray Hamilton, Elizabeth Wilson, Buck Henry, Brian Avery, Walter Brooke, Norman Fell, Alice Ghostley, Marion Lorne

Filmkritik: Benjamin Braddock (Dustin Hoffman) kommt, knapp Volljährig, von der Uni und weiß, wie viele seiner Altersgenossen noch nichts mit seinem Leben anzufangen. Bis jetzt lebte man für die Uni, hatte Ziele immer automatisch vor Augen und wurde von seinen Eltern geführt. Als sich in seiner Findungsphase die Gelegenheit ergibt, fängt er ein Verhältnis mit der Frau des Chefs seines Vaters, Mrs. Robinson (Anne Bancroft) an.
Als er jedoch auf Druck seiner Eltern mit Elaine Robinson (
Katharine Ross), der Tochter, ausgeht, wird die zwar kühle aber nie gemeine Mrs Robinson zur eifersüchtigen Furie. Doch Ben hat sich in Elaine verliebt und gibt nun alles dafür um sie vor seinem durch die Eltern verplanten Lebensweg zu bewahren.

Von „The Graduate“, den Film über die Verführung eines jungen Mannes durch eine wesentlich ältere Frau namens Miss Robinson, hat wohl so ziemlich jeder einmal gehört. Und sei es nur durch den überaus populären Song „Mrs. Robinson“ der Band Simon and Garfunkel.

„I just want to say one word to you. Just one word. Plastics.“

„The Graduate“ stellt praktisch den ersten Film dar, der sich ganz dem Genre des Coming of Age hingibt. Benjamin, herrlich gespielt von Dustin Hoffman, ist nach Abschluss seiner Bildung, ziellos und ohne rechte Idee, was er mit seinem Abschluss nun anfangen soll bzw. was nun kommt. Doch er ist sich auch bewusst, dass diese Entscheidung bedeutet, dass ein Teil seines Lebens nun für immer abgeschlossen ist, sein Leben eben weitergeht.
Da kommt Mrs...

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Face/Off – Im Körper des Feindes

Im Körper des Feindes
Originaltitel: Face/Off – Erscheinungsjahr: 1997 – Regie: John Woo

Darsteller:John Travolta, Nicolas Cage, Joan Allen, Alessandro Nivola, Gina Gershon, Dominique Swain, Nick Cassavetes, Harve Presnell Colm Feore, John Carroll Lynch, CCH Pounder, Robert Wisdom

Filmkritik: Zehn lange Jahre folgte FBI-Agent Archer (John Travolta) der Blutspur des Superverbrechers Castor Troy (Nicolas Cage). Doch jetzt, wo dieser halbtot geschossen vor ihm liegt, kann er sich nicht darüber freuen. Denn leider hatte Troy zuvor noch Zeit, eine verheerende Bombe irgendwo in L.A. zu deponieren. Archer bleibt nur eine Möglichkeit – er muß die Identität des verhaßten Gegners annehmen, um an das Versteck der Bombe zu kommen. Ein revolutionärer Fortschritt in der kosmetischen Chirurgie macht’s möglich – leider nicht nur in eine Richtung…

Viele Fans haben John Woo seinen Gang nach Hollywood nie verziehen. Persönlich kann ich ihm dafür allerdings nur danken. Nicht nur, dass mir gerade seine ersten Filme aus der Traumfabrik gut gefallen, habe ich nur so auch Zugang zu seinen Asia-Perlen „The Killer“ oder „Hard Boiled“ bekommen.

Bereits an der Story zu „Face/Off“ erkennt man die typischen Zutaten die das Werk klar zu einem Woo-Film machen. Zwei Personen die etwas verbindet, meist Freundschaft, hier nur Hass und Verachtung. Jeder muss die Rolle des anderen einnehmen und die Angehörigen gegeneinander ausspielen. Die Story mag wieder mal aus eigentlich simplen Zutaten bestehen, aber Woo schaff es erneut das Maximum aus diesem Stoff herauszuholen.

Dabei verlässt er sich vor allem auf seine beiden Hauptdarsteller. Nicolas Cage als Wahnsinniger Terrorist Castor Troy ist ganz klar die Idealbesetzung. Bereits 1997 sah man sehr gut, wie überdreht Cage derartige Rollen angeht und meistert...

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