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Ready Player One

Ready Player One
Originaltitel: Ready Player One – Erscheinungsjahr: 2018 – Regie: Steven Spielberg

Erscheinungstermin: Seit 05. April 2018 im Kino

Darsteller: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Lena Waithe, T.J. Miller, Simon Pegg, Mark Rylance, Philip Zhao, Win Morisaki, Hannah John-Kamen, Ralph Ineson, Susan Lynch, Clare Higgins, Laurence Spellman, Perdita Weeks

Filmkritik: Die Handlung spielt 2045 in einer chaotischen Welt am Rande des Zusammenbruchs. Doch die Menschen finden Erlösung in dem gigantischen virtuellen Universum OASIS, das der geniale, exzentrische James Halliday (Mark Rylance) entwickelt hat. Als Halliday stirbt, hinterlässt er sein ungeheures Vermögen der ersten Person, die jenes Easter Egg findet, das er irgendwo in der OASIS versteckt hat. Drei Schlüssel die man durch drei Prüfungen bekommt öffnen die Erlösung.
So beginnt ein Wettstreit, der die gesamte Welt in Atem hält. Ein junger Held namens Wade Watts (Tye Sheridan) findet wider Erwarten erste Hinweise, und schon gerät er in eine halsbrecherische, realitätsverändernde Schatzjagd durch ein ebenso fantastisches wie geheimnisvolles Universum voller Entdeckungen und Gefahren.

Nerdgasm incoming

Wer hätte gedacht, dass Steven Spielberg nach Jahren der eher ruhigen Filme mal wieder seinen Weg zurück findet zum krawalligen Blockbusterkino? Nach all den Kriegs-Pferden, Spion-Brücken und Lincoln. Das letzte Mal als Spielberg das getan hat, wurden wir mit dem eher vergessenswerten „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ beglückt. Wahrlich keine guten Voraussetzungen für die Verfilmung des Buches „Ready Player One“ sollte man meinen. Aber Spielberg wäre nicht Spielberg, wenn er nicht auch mal wieder für eine Überraschung gut wäre.

„Ready Player One“, das ist der feuchte Nerd-Traum...

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Black Panther

BLACK PANTHER
Originaltitel: Black Panther – Erscheinungsjahr: 2018 – Regie: Ryan Coogler

Erscheinungstermin: Ab dem 15. Februar 2018 im Kino.

Darsteller: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong’o, Danai Gurira, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Andy Serkis, Angela Bassett, Forest Whitaker, Letitia Wright, u.A.

Filmkritik: Ab geht es ins Science-Fiction-Königreich Wakanda, das sich seit Jahrhunderten komplett von der Außenwelt abgeschottet hat. Doch jetzt muss ihr neuer König, T’Chaka, das Zepter übernehmen und das Land in eine neue Ära führen. Erst recht deshalb, weil sich finstere Mächte mobilisieren, um …

Ok, so weit, so genug, denn hier haben wir es mit dem neuen Marvel-Streifen zu tun, der dieses Mal das Kunststück schafft, einen überzogenen Afro-Futurismus zu fahren, einen König als Superhelden zu zeigen, aktuelle politische Themen zu verarbeiten und dennoch zwischenmenschlich griffiger ist, als viele andere Comic-Kollegen. Wow! Alles in BLACK PANTHER ist geerdet in Figurenkonstellationen. Die der Familie, des Königssitzes und dessen Gegner. Dabei ist die beste Zutat das kompakte Drehbuch, das schnell, aber exakt die verschiedenen Motivationen der Figuren etabliert und dann deren Wünsche auf einen Kollisionskurs setzt. Kabumm, Action, Abspann!

Differenziert und eindrucksvoll: Die Welt von BLACK PANTHER

Die verschiedenen stilistischen Zusatzelemente sind dabei durchaus gelungen. Denn die afrikanischen Designs, die mit einem konsequenten Sci-Fi-Ansatz verbunden wurden, sehen teilweise atemberaubend, aber immer interessant aus. Die Welt von Wakanda wirkt zum großen Teil glaubhaft, auch wenn sie gerne noch etwas mehr hätte beleuchtet werden können, aber dafür gibt es ja Fortsetzungen. BLACK PANTHER hat ein erstklassiges Fundament geschaffen für einen faszinierenden Winkel...

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Darkest Hour – Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde
Originaltitel: Darkest Hour – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Joe Wright

Erscheinungstermin: Seit 18. Januar 2018 im Kino

Darsteller: Gary Oldman, Kristin Scott Thomas, Ben Mendelsohn, Lily James, Ronald Pickup, Stephen Dillane, Nicholas Jones, Samuel West, David Schofield, Richard Lumsden, Malcolm Storry

Filmkritik: Mai 1940: Das anfängliche Kriegsglück der Nazis stürzt die britische Regierung in eine existenzielle Krise, Premierminister Chamberlain tritt zurück. Nur dem reichlich unpopulären Winston Churchill (Gary Oldman) traut man zu, die scheinbar ausweglose Lage in den Griff zu bekommen. Er übernimmt das Amt, sieht sich aber bald von Öffentlichkeit und Regierungsmitgliedern bedrängt, mit den scheinbar unaufhaltsamen Nazis über einen Friedensvertrag zu verhandeln. Doch durch seine außerordentliche Weitsicht und Integrität gelingt es Churchill dennoch, an seiner Überzeugung festzuhalten und für die Freiheit seiner Nation zu kämpfen.
Als die Luftschlacht um England entbrennt und die deutsche Invasion droht, wenden sich das überrumpelte britische Volk, der skeptische König und sogar seine eigene Partei von Churchill ab. Wie soll es ihm in dieser prekären Situation seiner Karriere gelingen, das Land zu einen und den Lauf der Weltgeschichte zu ändern?

“How do you manage drinking during the day?” “Practice.”

“Darkest Hour” ist in erster Linie ein Film der ein detailliertes Bild auf einen entscheidenden Abschnitt mit Leben von Winston Churchill wirft. Wie ist er ins Amt gekommen, was waren seine Gepflogenheiten, sein Charakter und woher kommt sein guter Ruf aus dieser wahrlich dunkelsten Stunde des beginnenden zweiten Weltkriegs?

„Darkest Hour“ spielt im Zeitraum von einem Monat, dem Mai 1940. Ein sehr prekärer Monat der Menschheit...

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Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers
Originaltitel: The Shape of Water – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Guillermo del Toro

Erscheinungstermin: Ab dem 15. Februar 2018 im Kino

Darsteller: Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Doug Jones, Lauren Lee Smith, Michael Stuhlbarg, Octavia Spencer, David Hewlett, John Kapelos, Nick Searcy, Cyndy Day, Morgan Kelly

Filmkritik: Der meisterhafte Geschichtenerzähler Guillermo del Toro inszeniert mit „The Shape of Water“ eine poetische Liebesgeschichte, die circa 1963 vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in Amerika spielt. Im versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet die einsame Elisa (Sally Hawkins) als Putzfrau. Gefangen in einem Leben der Stille und Isolation. Elisas Leben ändert sich für immer, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ein als geheim eingestuftes Experiment entdecken.

Zum Blockbuster und wieder zurück

Nach seinem Ausflug in die Blockbuster-Ecke mit dem „Monster gegen Roboter“ Film „Pacific Rim“, kehrt Regisseur Guillermo del Toro nun zu seinen einfühlsamen Wurzeln zurück. „The Shape of Water“ ist eine Mischung aus Monsterfilm und Liebesgeschichte, wie man sie sich so nur von wenigen Regisseuren heutzutage vorstellen kann. Und einer davon ist eben Guillermo del Toro.

Das fängt schon beim Setting des Films an. Eine geheime US Forschungseinrichtung im kalten Krieg. Düstere Gänge, Labore, große Wasserbecken und ein seltsames Wassermonster. Aber auch ein menschliches Monster in der Gestalt von Michael Shannon, der einmal mehr Einblick in eine sehr dunkle, kaum noch menschliche Seele gibt.

Da haben sich zwei gefunden

Doch der Hauptfokus des Films liegt auf Elisa...

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I, Tonya

I, Tonya
Originaltitel: I, Tonya – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Craig Gillespie

Erscheinungstermin: Ab dem 22.03.2018 im Kino

Darsteller: Margot Robbie, Sebastian Stan, Allison Janney, Julianne Nicholson, Paul Walter Hauser, Bobby Cannavale, Bojana Novakovic, Caitlin Carver, Maizie Smith, Mckenna Grace, Suehyla El-Attar, Jason Davis

Filmkritik: Sie war die berühmteste Person der Welt – nach Bill Clinton. Als erste Amerikanerin vollzog Tonya Harding (Margot Robbie) innerhalb eines Wettbewerbs gleich zwei sogenannte Dreifach-Axel – der anspruchsvollste Sprung im Eiskunstlauf. Ihr Name wird jedoch für alle Zeiten mit dem schlecht geplanten und stümperhaft durchgeführten Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan in Verbindung bleiben. Das sollte ihre Erzrivalin trainingsunfähig machen und Tonya den Sieg in den amerikanischen Meisterschaften sichern – doch es kam anders…

Tonya Harding? Nie gehört

Das Drama um Tonya Harding ist für das deutsche Publikum maximal eine Randnotiz gewesen. In den USA allerdings war es in den Neunzigern sowas wie die größte Sache neben dem OJ Simpson Case. Um sich in etwa vorzustellen wie es gewirkt hat, muss man sich eigentlich nur ausmalen was in Deutschland los wäre wenn der Manager von Katharina Witt plötzlich einer Eiskunstlauf-Konkurrentin das Knie zertrümmern lässt. Klingt krass? Ist es auch!

„I, Tonya“ von Regisseur Craig Gillespie („Fright Night“) wirft nun ein detailliertes Bild auf das Leben der berühmten Tonya Harding, ihre Familie und den einen berühmten Vorfall der alles verändern sollte und ihre Eiskunstlaufkarriere für immer beendete.

Dabei bedient sich das Drehbuch dem in den letzten Jahren recht gern genutzten Konzepts der Mockumentary...

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Barry Seal – Only In America

Barry Seal – Only In America
Originaltitel: American Made – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Doug Liman

Erscheinungstermin: Ab dem 7. September

Darsteller: Tom Cruise, Jayma Mays, Domhnall Gleeson, Caleb Landry Jones, Sarah Wright, Benito Martinez, Jed Rees, Mike Pniewski, u.A.

Filmkritik: Die Meinungen zu Tom Cruise in „Die Mumie“ gehen ja durchaus auseinander. Persönlich fand ich ihn furchtbar. Da kam mir „Barry Seal“ gerade recht, denn dort darf der verrückte Scientologe endlich mal wieder seinen typischen Charme auspacken. Der titelgebende Barry Seal ist nämlich ein gelangweilter Top-Pilot, der nebenher etwas schmuggelt. Dabei wird er erwischt, aber anstatt in den Knast, kommt er zur CIA. Der Rest hat mit Südamerika, Guerilla-Kämpfern, Drogenbaronen und komplettem Wahnsinn zu tun …

Das Power-Team – Liman & Cruise

Nach „Edge Of Tomorrow“ arbeitet Cruise hier wieder mit Regisseur Doug Liman zusammen und beide sind anscheinend ein erstklassiges Team. Denn die fest im US-Zeitgeschehen der frühen 80er Jahre angesiedelte Geschichte bietet ein wahres Feuerwerk an cleveren Szenen und tollen Charaktermomenten. Die verschiedenen Nebendarsteller sind exzellent und Limans Inszenierung ist zurückgenommen genug, um den Akteuren richtig Freiraum zu geben. Mit lockerer Hand gibt es so viele Dialog-Sequenzen, die spannender sind, als zahlreiche Actionszenen der letzten Zeit.

Es hilft natürlich auch, dass viele der Figuren richtig interessant sind. Selbst, wenn sie nur kurz in der Handlung auftauchen. Ob das nun die durchgeknallte Fliegertruppe ist, die Barry anheuert, weil er einfach so viele Drogen nicht mehr selbst über die Grenze bringen kann, oder die Südamerika-Mafia...

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Stephen King’s Der Dunkle Turm

Der Dunkle Turm
Originaltitel: The Dark Tower – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Nikolaj Arcel

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Stimmen: Idris Elba, Matthew McConaughey, Tom Taylor, Katheryn Winnick, Jackie Earle Haley, Fran Kranz, Abbey Lee, u.A.

Filmkritik: Es gibt so Filme, die bringen ihre Shit-Show gleich mit, ohne selber allzu viel falsch gemacht zu haben. „Oh nein, der Film dauert nur gut 90 Minuten!“ oder „Mist, warum ist der coole Revolvermann nun ein Schwarzer?“ und so weiter und so fort. „Der Dunkle Turm“ hat zudem das Problem, dass viel des internationalen Marketings absolut nicht repräsentativ ist für das eigentliche Werk. Abgesehen von einem Trailer bestehen die meisten Clips aus Actionszenen, grimmig dreinschauendem Idris Elba und grimmig dreinschauendem Matthew McConaughey. Was war gleich nochmal die Handlung?

In der eigentlichen Geschichte geht es um den jungen Jake, der nach dem Tod seines Vaters immer wieder Alpträume von einer fernen, apokalyptischen Welt hat. Dort will der Mann in Schwarz den Dunklen Turm einreißen und damit die Realität zerstören. Und der Einzige, der es mit diesem Schurken aufnehmen kann ist der mysteriöse Revolvermann. Zu seiner Überraschung muss Jake feststellen, dass all dies real ist. Denn er reißt in die Welt, die er in seinen Träume gesehen hat und lernt, dass er eine besondere Gabe hat und nur gemeinsam mit dem Revolvermann noch den dunklen Turm kann.

Unterhaltung ohne Zeitgeist-Schlenker

„Der Dunkle Turm“ ist einer jener Streifen, die ich persönlich direkt ins Herz geschlossen habe. Denn im Gegensatz zu anderen aktuellen Werken, sind hier klar die Bedrohung, die Helden und die Schurken charakterisiert...

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Planet der Affen: Survival

Planet der Affen: Survival
Originaltitel: War of the Planet of the Apes – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Matt Reves

Erscheinungstermin: Ab jetzt im Kino

Darsteller: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Amiah Miller, Karin Konoval, Judy Greer u.A.

Filmkritik: Der „Planet der Affen“ gibt seinen Bewohnern keine Verschnaufpause. Die Seuche hat die Anzahl der Menschen auf dem Planeten immer weiter dezimiert, während die Affen rund um Caesar – mehr oder weniger – friedlich überleben und die eine oder andere Militärpatrouille abwehren. So weit, so gut, doch eines Tages schleicht ein Feind in die Höhlen der Affen und erschießt Caesars Frau und Erstgeborenen. Das kann der Anführer der Primaten natürlich nicht auf sich sitzen lassen und begibt sich auf einen Rachefeldzug …

So weit, so überraschend Charles Bronson von der eigentlichen Grundgeschichte. „Planet der Affen: Survival“ teilt sich dabei in zwei durchaus verschiedene Ansätze: Die erste Hälfte zeigt Caesar, der mit ein paar Untergebenen durch die verschneite Ödnis reitet, um den Schlächter seiner Frau und seines Sohns zu suchen. In der zweiten geht es derweil deutlich mehr wieder um die sozialen und politischen Themen, die bereits Matt Reeves Vorgänger so groß gemacht haben.

Ape Bronson und Crew auf Rache-Mission! Oh Yeah!

Kleine Probleme und fantastische Effekte

Das größte Problem vorab: „Planet der Affen: Survival“ ist – bis auf die letzten paar Minuten – unglaublich vorhersehbar. Ob man nun bereits eine halbe Stunde vorher weiß, wie der eigentliche Bösewicht ins Gras beißen wird, oder der eigentliche Ablauf des Werks klar ist: Überraschungen sollte man hier nicht suchen. Aber … das war es dann auch schon...

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Spider-Man: Homecoming

Spider-Man: Homecoming
Originaltitel: Spider-Man: Homecoming – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Jon Watts

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Tom Holland, Zendaya, Michael Keaton, Robert Downey Jr., Marisa Tomei, Jon Favreau. Laura Harrier, etc.

Filmkritik: Spider-Man ist zum dritten Mal in neuer Form auf der Kinoleinwand und scheinbar endlich dort angekommen, wo er immer hätte sein sollen: bei den Marvel-Studios! Denn mit leichter Hand wird hier viel von dem gereicht, was die letzten Inkarnationen bislang leider nicht präsentiert haben.

Origin, oder nicht Origin, das ist hier die Frage!

Nicht, dass die „Spider-Man“-Reihe von Sam Raimi schlecht war, absolut nicht. (Mit ein paar Ausnahmen.) Auch „The Amazing Spider-Man“ hatte eigentlich einen guten Einstieg, bevor es dann mit der Fortsetzung direkt mit dem Kopf gegen die Wand ging. Was merkt man an dieser Auflistung bereits? Irgendwie scheint jedes Mal die Herkunftsgeschichte, der klassische Origin-Teil, zu funktionieren. Und anschließend wird die Struktur entweder ziemlich genau kopiert („Spider-Man 2“), oder die Macher landen satt auf der Schnauze, nett gesagt. („Spider-Man 3“, „The Amazing Spider-Man 2“) Was macht also Marvel Studios? Die präsentieren einfach nur eine gute, in sich abgeschlossene Geschichte mit dem jungen Spinnenmann und überspringen komplett die eigentliche Herkunft, die Sache mit dem Bekommen der Kräfte und all das, was bislang so oft abgeklappert wurde.

Dazu kommt ein großer – und natürlich absolut passender – Fokus auf die Teenager-Aspekte der Geschichte. Nicht nur, weil Tom Holland als Hauptdarsteller der erste Spider-Man-Akteur ist, der auch wirklich noch aussieht, als müsse er zur Schule gehen...

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Wonder Woman

Wonder Woman
Originaltitel: Wonder Woman – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Patty Jenkins

Erscheinungstermin: Ab 15. Juni

Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Connie Nielsen, Danny Huston, Elena Anaya, David Thewlis, u.A.

Filmkritik: Die Comicverfilmungen von DC/Warner haben ja bislang etwas zu wünschen übriggelassen. Etwas sehr. Anstatt Helden gab es mehr oder weniger gebrochene Charaktere, die ihren Sinn suchten in einer düsteren Welt voller Grauwerte. Wenig Hoffnung, viel Nihilismus, wenig Heldentum, viel Gewalt. Das kann manchmal ganz cool sein – etwa im Ultimate Cut zu „Batman V Superman“, oder in der wilden Szenenanordnung die sich „Suicide Squad“ nennt – doch so richtig „gut“ war da noch nicht so viel. Erst recht nicht direkt in der Kinofassung.

Nachdem die männlichen Helden also bislang grimm und gruselig waren – und die einzigen weiblichen Figuren „crazy Clown-Bitch“ oder „dancing Apocalypse-Witch“ waren, gibt es nun „Wonder Woman“. Und das ist ein unglaublich angenehmer frischer Wind. Denn lustigerweise wirkt der Streifen, obwohl er während des ersten Weltkrieges spielt, deutlich hoffnungsvoller als das gesamte restliche DC-Programm. Doch alles der Reihe nach …

Die Geschichte der Wunderfrau

Die junge Diana wächst auf der Insel der Amazonen auf, ihre Mutter ist die Königin und möchte sie eigentlich nicht zur Kriegerin erziehen. Doch ihre Schwester sieht das anders und trainiert das Mädchen täglich. Eines Tages stürzt ein Flugzeug auf der Insel ab und der Insasse ist niemand anderes als: ein Mann! Und gleich danach kommen noch mehr Penis-Träger auf die Insel und entfachen eine wilde Actionszene, bei der einige Amazonen das Zeitliche segnen...

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Baywatch

Baywatch
Originaltitel: Baywatch – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Seth Gordon

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Dwayne Johnson, Zac Efron, Priyanka Chopra, Alexandra Daddario, Kelly Rohrbach, Jon Bass, Ilfenesh Hadera, u.A.

Filmkritik: Was fasziniert Hollywood so sehr daran alte Serien in Komödien zu verwursten? „Starsky & Hutch“, „Drei Engel für Charlie“ und „21 Jump Street“. Zuletzt ist sogar „C.H.I.P.S.“ absolut in Amerika gefloppt und nun erscheint „Baywatch“? Möge Gott uns gnädig sein!

… so oder so ähnlich waren meine Gedanken vor der Sichtung von „Baywatch“. Umso größer war die Überraschung, als die Neuauflage der Rettungsschwimmer-Serie rundum unterhaltsam war. Wow. Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder.

Ab in die Fluten, rein in den Spaß

Dwayne „The Rock“ Johnson als Mitch Buchannon war anfangs eine merkwürdige Wahl, aber der Johnson hat einfach ein unglaubliches Charisma, welches in „Baywatch“ auch extrem hell strahlt. Ihm zur Seite gestellt wird Zac Efron als junger und eingebildeter Neuling, der erst noch lernen muss in einem Team zu arbeiten. … Moment. Gibt es hier etwa Charakterentwicklung? Oh ja! Denn das ist mit das Beste an „Baywatch“: Der Streifen erinnert sich immer wieder daran, dass er auch wirklich ein Film ist!

Weniger Improvisation, mehr Unterhaltung

Während andere Werke dieser Art ein grobes Skript haben, bei dem anscheinend in jeder Szene die Angabe: „Improvisier mal irgendwas lustiges“ steht, gab es hier anscheinend echte Witze, die sich ein echter Drehbuchautor ausgedacht hat. Wow, die Zweite! Zwar gibt es auch ein paar Improv-Momente – die gewohnt flachfallen – doch diese bestimmen eben nicht das gesamte Feeling des Streifens. Auch die typische „American Awkard-y“ ist zurückgeschraubt...

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Get Out

Get Out
Originaltitel: Get Out – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Jordan Peele

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Daniel Kaluuya, Catherine Keener, Allison Williams, Bradley Whitford, Betty Gabriel, Caleb Landry Jones, Keith Stanfield, u.A.

Filmkritik: Ein Horrorfilm über das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen in Amerika? Hoooo-ly Shit, das hat definitiv das Potential ein ziemliches Zähneknirsch-Fest zu werden! Doch Comedian und Kabarettist Jordan Peele hat es mit seinem Debüt geschafft, das Ganze unerwartet vielseitig und lustig darzustellen!

Get Out? Get in!

„Get Out“ handelt von einem jungen Pärchen bestehend aus Chris und Rose. Beide fahren das erste Mal zu ihren Eltern und Chris ist nervös, weil die nicht wissen, dass er schwarz ist. Doch Rose versichert ihm, dass das alles kein Problem sein wird. Aber das ist es natürlich doch und sogar nur die Spitze des unheimlichen Eisbergs, der sich da irgendwo in einer kleinen Ortschaft auftut.

Peele hat hier gar keinen richtigen Horrorfilm gedreht, sondern eine schwarzhumorige (haha) Satire mit einigen Genre-Elementen, die vor allem im letzten Drittel auftauchen. Bis dahin ist es die typische Überhöhung von „alte Weiße mit alten Vorstellungen Vs. Normaler Schwarzer“. Round One: Fight!
Oder eben nicht, denn angenehmerweise ist der afroamerikanische Chris einfach ein ganz normaler Typ, der noch dazu einen super drolligen besten Freund namens Rod hat. Der rät ihm auch schnell da abzuhauen, denn die Weißen sind eh alle verrückt, aber Chris will nicht hören.
Als dann jedoch ein paar Schwarze bei Rose‘ Eltern auftauchen, die allesamt als vermisst gemeldet wird, will Chris der Sache auf den Grund gehen. Doch da ist es alles längst zu spät …

„Was geht denn hier ab? Abhauen oder bleiben, das ist hier die Frage!“

Rassismus...

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Guardians of the Galaxy Vol.2

Guardians of the Galaxy Vol. 2
Originaltitel: Guardians of the Galaxy Vol.2 – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: James Gunn

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Chris Pratt, Karen Gillan, Vin Diesel, Zoe Saldana, Kurt Russell, Elizabeth Debicki, Dave Bautista, Bradley Cooper, Pom Klementieff, Michael Rooker u.A.

Filmkritik: Die Wächter des Universums sind wieder zurück! Während der Erstling davon handelte, wie ein paar Weltall-Outlaws sich zu einer Gruppe zusammengefunden haben, die sich untereinander respektiert, schlägt die Fortsetzung eine etwas andere Richtung ein. Dieses Mal geht es nicht darum den Respekt von anderen zu bekommen, sondern sich selber zu schätzen. Reingemixt werden dabei die für die Serie typischen 80er-Jahre-Anspielungen und ganz, ganz viele Ohrwurm-Songs.

Hooked on a feeling, indeed!

Bereits für den Einstieg gibt es eine fantastische Actionsequenz, die aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel inszeniert wurde und danach taucht plötzlich Kurt Russel auf, der sich als Vater von Chris Pratts Figur entpuppt. An dieser Stelle, nach dem rasanten Einstieg, trennen sich die verschiedenen „Guardians“, um in oftmals zuvor unbekannter Figurenmischung etwas für sich stehende Abenteuer zu erleben, bevor die gesamten Handlungsstränge auf ein großes Finale hinauslaufen.
Genau an dieser Stelle kommt auch der größte Kritikpunkt, den manch andere Kritiker an diesem Werk gesehen haben: Im Gegensatz zum regelrechten Roadmovie-Charme des Erstlings gibt es hier in der Fortsetzung zwei Schauplätze und das war es dann auch. James Gunn fokussiert sich viel mehr auf die Interaktion der Charaktere und die Dialoge. Action gibt es zwar immer wieder, doch auch diese entsteht durch Konflikte innerhalb des Figurengeflechts.

So kam es dazu, dass eben manche Kritiker das zweite Drittel des Ge...

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The Founder

The Founder
Originaltitel: The Founder – Erscheinungsjahr: 2016 – Regie: John Lee Hancock

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Michael Keaton, Nick Offerman, John Carroll Lynch, Linda Cardellini, Patrick Wilson, B. J. Novak, Laura Dern, u.A.

Filmkritik: „McDonald’s“. Eine Fast-Food-Kette. Ihr Name ist mindestens so bekannt wie die Bibel und ihre Auswirkungen sind mindestens so tödlich … Ok, äh, das ist wahrscheinlich ein etwas harscher Anfang. Ok. Alles auf Anfang:
„McDonald’s“ ist ein absolut gigantisches Franchise, das überall auf der Welt ihre Filialen hat, wie jede andere Religion auch … Mist. Schon wieder in die gleiche Falle getappt. Aber man sollte es mir nicht verübeln, schließlich meint Hauptfigur Ray Kroc im Film selbst, dass die Burger-Braterei zur neuen Kirche von Amerika werden kann „und nicht nur Sonntags geöffnet hat!“

Die Wahrheit des frittierten Ursprungs?

„The Founder“ beginnt Ende der 50er Jahre, als der Vertreter Ray Kroc mehr schlecht als recht Milchshake-Maschinen im Land verkaufen soll. Dabei trifft er auf den Laden der Brüder McDonald, deren Geschäft boomt. Absolut fasziniert von deren erarbeiteter Effizienz möchte er sich an den Erfolg dranhängen und eine Ladenkette damit errichten. Doch Krocs Drang nach immer größerer Expansion und der Idealismus der Brüder McDonald führen schnell zu mehr als einem Konflikt …

Das Beste an John Lee Hancocks Werk ist das Skript von Robert D. Siegel. Der hatte zuvor auch „The Wrestler“ mit Mickey Rourke geschrieben und zeigt hier wieder sein Talent dafür, komplexe Geschichtsabläufe zu bündeln und immer noch Zeit zu haben für kleinere Schlenker in der Handlung, um interessante Nebenschauplätze zu beleuchten...

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Fast & Furious 8

Fast & Furious 8
Originaltitel: The Fate of the Furious – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: F. Gary Gray

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Vin Diesel, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Elsa Pataky, Scott Eastwood, Ludacris, Lucas Black, Kurt Russell, Jason Statham, Nathalie Emmanuel, Charlize Theron, u.A.

Filmkritik: Wer hätte gedacht, dass „The Fast and the Furious“ eine derartige Endlosserie wird? Und noch dazu eine, die alle zwei wieder eine Bestandsaufnahme des aktuellen US-Pocporn-PG-13-Actionfilms ist? Denn nicht nur was das angeht, macht „Fast & Furious 8“ seine Sache überraschend großartig und ist besser, als fast alle anderen achten Teile einer Reihe. Aber das ist ja jetzt auch nicht so schwer.

Die Schnellen und Überzogenen

Dieses Mal stellt sich Vin Diesel gegen seine „Familie“ und „The Rock“ muss gemeinsame Sache mit dem Feind in Form von Jason Statham machen. Währenddessen zieht im Hintergrund die mysteriöse Hackerin „Cipher“ die Fäden. Und das war es auch schon. „Fast & Furious 8“ hat keine Actionsequenzen, sondern Action mit Handlungssequenzen. Was hier an Krawall abgefeiert wird, das stellt fast alles aus dem Genre in den Schatten.

Ganz besonders eine Sequenz zur Mitte des Films, die zahllosen Auto-Karambolagen präsentiert, scheint das Finale von „Blues Brothers“ noch übertreffen zu wollen. Denn bei beiden Werken ist der Materialschaden enorm, doch hier springt nun Vin Diesel in einer Maske und mit einer Kreissäge noch herum und droht damit Leute in die Luft zu jagen.

Macho-Man-Duell-Deluxe

Doch wen interessiert schon Vin Diesel, wenn hier „The Rock“ und Jason Statham sich konsequent Beleidigungen an den Kopf werfen und dabei sowohl hasserfüllt, als auch liebevoll tief in die Augen sehen? Seit urigen „Predator“-Zeiten gab ...

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