Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
Originaltitel: Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer – Erscheinungsjahr: 2018 – Regie: Dennis Gansel

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Solomon Gordon, Henning Baum, Annette Frier, Milan Peschel, Uwe Ochsenknecht, Christoph Maria Herbst, Rick Kavanian, Volker Michalowski, Eden Gough, Kao Chenmin, u.A.

Filmkritik: Es ist soweit: Die Lokomotive Emma, Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer sind zum ersten Mal real auf der großen Leinwand! Nach Kindergeschichten-Vergewaltigungen wie HUI BUH darf man zu Recht fragen, ob das nun eine gute Idee war. Doch das gute Vorweg: JIM KNOPF UND LUKAS, DER LOKOMOTIVFÜHRER ist eine richtig ordentliche Adaption mit ein paar kleinen Schönheitsproblemen!

Die Fehltritte der Lummerland-Bewohner

Gerade den Einstieg legt JIM KNOPF leider alles andere als gut hin, denn die zuvor charmanten Bewohner der kleinen Insel mit zwei Bergen, Lummerland, sind anscheinend – bis auf Ausnahmen – zu Slapstick-Trotteln geworden. Uwe Ochsenknecht als ständig Worte durcheinanderwerfender König und Christoph Maria Herbst als Herr Ärmel, dem gleich in seiner ersten Szene ins Gesicht gepinkelt wird, sorgen nicht gerade für Zuversicht.
Doch sind die titelgebenden Helden erst einmal auf dem Weg in ferne Länder, gewinnt Dennis Gansels Arbeit schnell an Charme. Zwar gibt es typische Übersteigerungen der Charaktere auch an anderen Stellen. Doch wenn das zum Beispiel im Königreich Mandala dann eben zu einer Actionszene führt, die wie 1:1 aus klassischen Bud-Spencer-Werken entnommen wirkt, dann ist das deutlich besser als ein Christoph Maria Herbst, der gerade eine goldene Dusche bekommt.

Darsteller, die ohne Schnüre auskommen

Absoluter Gewinn für den Film ist Henning Baum als Lukas, der Lokomotivführer. Eigentlich sollte man nicht meinen, dass „der letzte Bulle“ eine derartig ruhige Vaterfigur so kompetent spielen kann, aber er überzeugt auf ganzer Ebene. Solomon Gordon als Jim Knopf ist da schon nur ok, aber seine scheinbar konsequent nachsynchronisierte Performance zieht den Film nun auch nicht negativ herunter.
Etwas kritischer wird es bei dem kleinen „Ping Pong“, dessen Kinder-Darsteller scheinbar nur irgendwelche Posen nachspielen musste, während man irgendeinen anderen Knirps an Mikro geholt hat. Und zwar einen, der derartig furchtbar nachsynchronisiert, dass man regelrecht die großen Textzettel im Ton hören kann, die dem Kleinen zum Ablesen vor die Nase gehalten wurde. Einziger anderer Meckerpunkt wäre da nur noch der Drache Nepomuk. Denn es ist schon arg befremdlich, dass aus dem kleinen Feuerspeier nun die Stimme von „Old-Guy-Bully“ kommt …

Effekte, die verzaubern

Alles richtig macht JIM KNOPF UND LUKAS, DER LOKOMOTIVFÜHRER bei seiner generellen Roadmovie-artigen Abenteuerhandlung. Das Königreich Mandala, die große Wüste samt sympathischem Scheinriesen und schließlich Kummerland, das grausame Land der Drachen: Nicht nur die Designer, sondern auch die Effektleute haben sich richtig ins Zeug gelegt. Dass JIM KNOPF UND LUKAS, DER LOKOMOTIVFÜHRER bessere Spezialeffekte aus dem Computer zu bieten hat, als viele Hollywood.Produktionen, das verwundert mich immer noch auf sehr angenehme Art und Weise. Dabei wirkt all das unglaublich echt, aber durch seine Gestaltung passend für die fantasiereiche Welt voller lebenden Loks und böser Drachen. Apropos: Frau Mahlzahn, die böse Drachen-Lehrerin, ist wahrscheinlich eines der besten schuppigen Monster ihrer Art, das jemals auf der Leinwand zu sehen war. Es ist unglaublich, was Dennis Gansel und seine Crew hier für das Budget von 25 Millionen Dollar auf die Beine gestellt haben!

Fazit: JIM KNOPF UND LUKAS, DER LOKOMOTIVFÜHRER ist – mit kleinen Abstrichen – genau das, was er sein soll: Tolle Familienunterhaltung und nostalgische Rückbesinnung für alle, welche die Abenteuer der Augsburger Puppenkiste genossen haben. Gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Korrektheits“kultur“ ist es sogar verwunderlich, dass manche Elemente einfach so übernommen wurden. Auch dies ist Dennis Gansel hoch anzurechnen. Gerade deshalb – und für die brillante Bud-Spencer-Sequenz – gibt es noch einen Bonuspunkt, so kommen wir am Ende auf die

Filmbewertung: 7/10

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