Tomb Raider (2018)

Tomb Raider
Originaltitel: Tomb Raider – Erscheinungsjahr: 2018 – Regie: Roar Uthaug

Erscheinungstermin: Ab dem 15. März 2018 im Kino

Darsteller: Alicia Vikander, Hannah John-Kamen, Walton Goggins, Kristin Scott Thomas, Dominic West, Daniel Wu, Nick Frost, Emily Carey, Helena Holmes, u.A.

Filmkritik: TOMB RAIDER ist wieder da! Doch was ist das? Keine große Oberweite mehr? Keine allzu überzogenen Computereffekte? Was ist denn das? „Ein Reboot“, ist die Antwort. Und eines, das anscheinend partout etliche Sachen anders machen will, als seine beiden Vorgänger-Filme mit Angelina Jolie in der Rolle.
Das Beste zu Beginn: Alicia Vikander als Lara Croft! Man merkt Vikander konsequent ihre große Spielfreude an. Ob sie nun ein Fahrradrennen durch London veranstaltet, oder in einer alten Gruft rätsel löst: Sie ist mit Abstand das Gelungenste am Reboot. Ein weiteres Plus ist, dass man ständig zeigt, dass auch für sie die verschiedenen Actionsequenzen nicht Videospiel-artig leicht sind, sondern dass sie sich zum Beispiel anstrengen muss, um eine Klippe hochzuziehen, oder um einen Feind zu besiegen.

Überraschende Härten

Wenn man in die eigentliche Handlung vordringt, beginnt leider das Konzept des neuen TOMB RAIDERs etwas zu bröckeln. Denn man hat sich grob die Videogame-Neuauflage zur Vorlage genommen, die mit viel Dreck, Blut und Gewalt eine intensive Atmosphäre erzeugte. Roar Uthaugs Interpretation davon ist sprichwörtlich heller und freundlicher, wobei vereinzelt überraschend eindringliche Momente dabei herauskommen. Wenn Lara etwa ihren ersten Menschen tötet, wird man als Zuschauer an eine ähnliche Sequenz vom Anfang von CASINO ROYALE erinnert. Und seit wann gibt es eigentlich blutige CG-Einschüsse bei einem PG-13-Rating? Respekt! Das war ein Element, das ich so gar nicht erwartet hatte!

… oh ja, eigentlich sollte es ja um die Handlung gehen, das hätte ich fast vergessen. Wie irgendwie auch die Filmemacher, die Lara nach dem Verbleib ihres Vaters suchen lassen. Dass dabei eine japanische Todesgöttin und eine Verschwörung eine Rolle spielt, ist ja fast schon obligatorisch. Lara selber hat in ihrer neuen Inkarnation so gar keine Ahnung vom Raiden von Tombs und erarbeitet sich langsam, aber sicher eine gewisse Erfahrung. Frei nach dem Motto: Learning by doing.

Schurken aus der Grabbelkiste

Was die Nebenfiguren angeht, so kann Walton Goggins als klassisch-schleimiger Arschloch-Bösewicht halbwegs unterhalten, aber heult dann vielleicht doch ein wenig zu oft herum, um wirklich imposant, oder bedrohlich zu sein. Der Rest ist mehr oder weniger Kanonenfutter, auch wenn es, besonders zum Ende hin, ein paar humorvolle Szenen mit den angeheuerten bösen Söldnern gibt. Auch die eigentliche Grabräuberei wird komplett auf das letzte Drittel verschoben, kann dann aber zumindest mit einigen zwar bekannten, aber zumindest kompetenten Elementen überzeugen.
Die anderen Charaktere, die auf der Seite der Guten stehen, sind so selten wie langweilig. Dominic West als Laras Vater darf sie in Rückblenden ständig alleine lassen und ihr asiatischer Kumpel ist so uncharismatisch, dass ich jetzt noch nicht einmal so weit gehe und den Darstellernamen raussuche.

Kommt drauf an, was man erwartet hat …

Im Endeffekt ist TOMB RAIDER vor allem eines: besser als die furchtbaren Trailer, die ständig Lara irgendwo beim Herumspringen zeigen. Doch besonders mit seinem hastig zusammengestoppelten Abschluss, der innerhalb weniger Minuten nicht nur ikonische Elemente etablieren, sondern gleich Fortsetzung mehr als nur anteasern will, wirkt das Werk einfach etwas durchwachsen. Persönlich reißen die, für das PG-13-Rating, angenehm intensiven und harten Actionszenen, sowie die konsequent zur Schau gestellte physische Anstrengung von Alicia Vikander, dafür aus, den Titel leicht über den aktuellen Genre-Durchschnitt zu heben.
Wäre es mit weniger schlechten Vorahnungen schlicht ein komplett mittelmäßiges Erlebnis geworden? Wahrscheinlich.

Fazit: „Besser als erwartet“, aber bei weitem nicht so gut wie er hätte sein können. Vielleicht lag es an der charmanten Darstellung von Alicia Vikander, oder den PG-13-Blutspritzern, am Ende drücke ich dann nämlich mal ein Auge zu und gebe die Filmbewertung 6/10

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