Baywatch

Baywatch
Originaltitel: Baywatch – Erscheinungsjahr: 2017 – Regie: Seth Gordon

Erscheinungstermin: Jetzt im Kino

Darsteller: Dwayne Johnson, Zac Efron, Priyanka Chopra, Alexandra Daddario, Kelly Rohrbach, Jon Bass, Ilfenesh Hadera, u.A.

Filmkritik: Was fasziniert Hollywood so sehr daran alte Serien in Komödien zu verwursten? „Starsky & Hutch“, „Drei Engel für Charlie“ und „21 Jump Street“. Zuletzt ist sogar „C.H.I.P.S.“ absolut in Amerika gefloppt und nun erscheint „Baywatch“? Möge Gott uns gnädig sein!

… so oder so ähnlich waren meine Gedanken vor der Sichtung von „Baywatch“. Umso größer war die Überraschung, als die Neuauflage der Rettungsschwimmer-Serie rundum unterhaltsam war. Wow. Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder.

Ab in die Fluten, rein in den Spaß

Dwayne „The Rock“ Johnson als Mitch Buchannon war anfangs eine merkwürdige Wahl, aber der Johnson hat einfach ein unglaubliches Charisma, welches in „Baywatch“ auch extrem hell strahlt. Ihm zur Seite gestellt wird Zac Efron als junger und eingebildeter Neuling, der erst noch lernen muss in einem Team zu arbeiten. … Moment. Gibt es hier etwa Charakterentwicklung? Oh ja! Denn das ist mit das Beste an „Baywatch“: Der Streifen erinnert sich immer wieder daran, dass er auch wirklich ein Film ist!

Weniger Improvisation, mehr Unterhaltung

Während andere Werke dieser Art ein grobes Skript haben, bei dem anscheinend in jeder Szene die Angabe: „Improvisier mal irgendwas lustiges“ steht, gab es hier anscheinend echte Witze, die sich ein echter Drehbuchautor ausgedacht hat. Wow, die Zweite! Zwar gibt es auch ein paar Improv-Momente – die gewohnt flachfallen – doch diese bestimmen eben nicht das gesamte Feeling des Streifens. Auch die typische „American Awkard-y“ ist zurückgeschraubt. Hier wird mit den Figuren gelacht und – meist – nicht über sie.

Ob es nun ein Moment ist, in dem Efron von „The Rock“ Mund zu Mund beatmet wird, oder wenn der dicke Nerd der Truppe sich sein Gemächt in einer Strandliege einklemmt: Die Gags sind knackig, präzise ausgeführt und es wird nicht ewig auf diesen Sequenzen herumgeritten. Denn bei „Baywatch“ gibt es sogar eine klassische Kriminalhandlung, die so auch aus irgendeiner Folge der Serie hätte stammen können.

Hübsche Menschen, wohin das Auge blickt

Merkwürdig dürfte allerdings sein, dass es zwar männliche Nacktheit der „Full Frontal“-Art im Film aus Witzgründen gibt, aber sämtliche Damen zu keinem Moment blank ziehen. Wer also bei der Ansage, dass der Streifen auch „Nudity“ enthält sich auf andere Sachen als Penisse gefreut hat, der wird leider nicht bedient. Eigentlich schade, denn irgendwie hat „Baywatch“ oftmals den Charme des ersten „American Pie“-Streifens. So gibt es hier auch einige „Coming-Of-Age“-Entwicklungen und etwas – sichtbare – Sex-Momente wären gar nicht mal fehl am Platz gewesen.

Und natürlich gibt es ein paar Gastauftritte von Darstellern der Serie. Diese sind sogar in den einleitenden Credits erwähnt, obwohl sie jeweils etwa 15 Sekunden im Film sind. Wow, die Dritte, denn da hat anscheinend jemand einen echt guten Agenten. Für einen 15 Sekunden Auftritt im Vorspann genannt zu werden, das schafft nicht einmal Steven Seagal.

Fazit: „Baywatch“ ist überraschend lustig und vor allem überraschendweise ein richtiger „Film“ geworden. Einer, der nicht ewig auf Gags herumreitet, so dass manche flachen Momente schnell vorbei sind. Dabei gibt es ein tolles Sommerfeeling und einfach gute Laune. Bonuspunkte für die wahrscheinliche beste Titeleinblendung des Jahres. In diesem Sinne: Ab in die Badehose und rein ins Kino! (Wenn die einen in dem Aufzug reinlassen.) Vielleicht wäre ein 7/10 die passendste Bewertung, aber was solls? Mit – wegen der Sonne – etwas zugekniffenen Augen gibt es eine …

Filmbewertung: 8/10

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