Black Zombies – Demoni 3

Black Zombies
Originaltitel: Demoni 3 – Erscheinungsjahr: 1991 – Regie: Umberto Lenzi

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Darsteller:
Keith Van Hoven, Joe Balogh, Sonia Curtis, Philip Murray, Juliana Teixeira, Maria Alves, Cléa Simões, Justo Silva, Rita Monteiro, Felix Lorival, Paul R. Goodman, Tony Martins u.A.

Filmkritik: Was ist eigentlich mit der italienischen Filmindustrie Ende der 80er passiert? Es scheint fast so, als wären ab Mitte der 80er sämtliche vorher talentierte Regisseure ihres Könnens beraubt worden. Heutiger Fall: Umberto Lenzi!

Der Maestro der gelungenen und actionreichen „Italo-Crime“-Streifen wie „Die Kröte“, „Die Gewalt bin ich“ oder auch „Das Schlitzohr und der Bulle, der Begründer des Kannibalenfilms mit „Mondo Cannibale“ und der Macher des wohl derbsten Menschenfresserstreifens mit „Die Rache der Kannibalen“, er hat es anscheinend einfach nicht mehr drauf. Nicht nur gibt es in „Black Zombies“ ganze sechs(!) „Black Zombies“, die noch dazu eher untote Slasher-Killer sind, sondern das Ganze hat auch rein nichts mit der „Demoni“-Reihe zu tun.

„Seit dieser furchtbaren Nacht leidest du an deiner schlimmen Klaustrophobie und all deinen anderen psychischen Problemen!“

sagt die Schwester des Mental instabil wirkenden Schwarzmagie-Fans, der durch die eigene Blödheit zum Spielball dunkler Mächte wird und dank einer auf Audiokassette aufgenommenen Beschwörungsformel die (hierzulande) titelgebende „Black Zombies“ auf einer alten Plantage wieder zu neuem Leben erweckt. Dabei war doch eigentlich der Urlaub in Brasilien gar nicht so gedacht, aber egal, von nun an wird auf in einer alten Hütte rumgehockt und auf den Tod gewartet.

Dabei sind blöde Dialoge und schlechte Darsteller das Einzige, was vielleicht vor dem Einschlafen bewahrt. Wenn etwa eine Person mit einem Wiederhaken ein Auge ausgerissen bekommt und das Ganze mit einem „Au!“ kommentiert, kann man durchaus schon einmal die Mundwinkel nach oben reißen. Ebenso wie etwa bei der Ansicht von Versteck spielenden Untoten. Diese sind dann auch ganz nett designt, was aber auch nichts bringt, wenn die Hackfressen so ungelenk ins Bild gehalten werden. Ebenfalls auf einen tollen Soundtrack, denn etwa sogar so ein Streifen wie „Killing Birds Raptors“ aus dem gleichen Italo-Verfallszeitraum noch verfügte, muss man hier verzichten.

Das Schlimmste dabei ist, dass es ständig Anzeichen von früherer Großartigkeit gibt, wenn man etwas mit den Werken des Regisseurs vertraut ist, was allerdings das Geschehen teilweise nur noch bittersüß-trauriger erscheinen lässt. Die Kameraführung ist an etliche Stellen durchaus gekonnt, ebenso der Schnitt, was aber bei den anderen negativen Elemente, welche das Geschehen sabotieren, leider nicht viel rausreißen können.

Aber zumindest ist man von all der Unterdurchschnittlichkeit nicht mehr überrascht, wenn man sich vor Augen führt, dass Lenzi vorher „Ghosthouse 4“, oder auch „House Of Witchcraft“ (einer der zig Alternativtitel) inszeniert hat, der bereits eine ähnlich lahme Schau mit etwas unfreiwilliger Komik war, aber ein Thema für ein anderes Review ist.

So kann man zum Schluss den Streifen maximal Zombie- oder Italo-Komplettisten zum (einmaligen) Anschauen empfehlen, denn alle Anderen dürfte wohl ansonsten ohnehin entweder ausschalten oder einschlafen, wenn man nicht gerade ein „dumme Dialoge“-Trinkspiel aus dem Film macht, auch wenn man dann ab der 50 Minuten Marke wohl besser auf Wasser umsteigt, sonst würde man diesen Murks hier nicht überleben.

Filmbewertung: 3/10