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Aufgrund des Besuchs von "Wrestlemania" in New Jersey am 07.04.2013 (Bericht folgt) bot es sich an, einen Tag später das dritte Konzert der aktuellen "Fleetwood Mac" US-Tour ebenfalls mitzunehmen.
Die Band ist auf dieser Tour wieder in klassischer Besetzung vereint, abgesehen von Christine McVie die sich vom Tourgeschäft der Band bereits 1998 zurückgezogen hat. Dafür waren aber John McVie, Stevie Nicks, Mick Fleetwood und Lindsey Buckingham in bester Laune.

Die Anreise zum Garden gestaltete sich recht simpel, da man mit diversen Subways zur großen Bahnstation Penn Station kommt, welche direkt an den Garden angeschlossen ist. Somit passte es vollkommen, gegen 19:15 Uhr an der Halle zu sein, denn auf den Karten war als Konzertbeginn 20 Uhr angegeben.
Vor dem auskundschaften der Plätze wurde zunächst ein T-Shirt besorgt, welches mit 40$ ziemlich heftig zu buche schlug. Aber so oft wird man "Fleetwood Mac" wohl nicht mehr im Madison Square Garden zu Gesicht bekommen, also "shut up and take my money, Mister".

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Lindsey Buckingham am Arbeitsgerät

Die Plätze waren, aufgrund der sehr späten Beschaffung der Tickets (wenige Wochen vor dem Konzert) entsprechend teuer (Angebot und Nachfrage...) und zudem in sehr  erhöhter Position, quasi in einer der hintersten Reihen der Tribüne, fast unter der Hallendecke und auf der Höhe der Bühne. Das Geschehen musste also seitlich verfolgt werden, zur Überraschung wirkte die Tribüne aber näher als erwartet. Die Halle scheint also nicht ohne Grund die bekannteste der Welt zu sein ("The World's most famous arena" prangt auf vielen Absperrgittern), kann man doch scheinbar auch von scheinbar hoffnungslosen Plätzen noch recht gut das Geschehen verfolgen.

Gegen 20:30 begann das Konzert dann und "Fleetwood Mac" wäre wohl nicht "Fleetwood Mac" wenn sich nicht mit 3 Songs ihres All Time Bestsellers "Rumors" beginnen würden. Nach "Second Hand News", "Chain" und "Dreams" bebte der Madison Square Garden bereits förmlich. Und das war erst der Anfang.

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Stevie Nicks in ihrem Element

Gitarrist Lindsey Buckingham erklärte nach dem Kickstart wie sehr er sich freuen würde endlich wieder im Madison Square Garden zu sein und wie sehr er und die anderen doch New York lieben würden. Anschließend deutete er ein neues Album bzw. zumindest einige neue Mac-Songs an und die Band spielte anschließend einen dieser neuen Songs, den sehr gelungenen Sad Angel. Anbei ein Video davon (nicht von mir aufgenommen)

Anschließend nahm die Band das Publikum auf einen wilden Ritt durch mehr als 30 Jahre "Fleetwood Mac". Es gab lange verschollene Songs wie "Without You" ebenso wie ganze 4 Songs vom Album "Tusk" und natürlich immer wieder die echten Klassiker wie "Big Love", "Gipsy" oder "Gold Dust Woman" bei denen besonders Stevie Nicks und Lindsey Buckingham alles gaben. Was Buckingham an diesem Abend alles auf der Gitarre gezaubert hat unterstreicht einmal mehr sein unglaubliches Talent. Und wenn sich Stevie Nicks zu Gipys im Kreis dreht, lag ihr auch prompt der komplette Garden zu Füßen.
Aber auch die tollen Drum- und Bass-Solos von John McVie und Mick Fleetwood sollte man nicht vergessen, denn vor allem Mick war ähnlich gut gelaunt wie seine beiden Frontleute.

Nach guten 2 Stunden ging es in die erste Verlängerung die mit "World Turning" und dem absoluten Gassenhauer "Don’t Stop" gebührend gefeiert wurde. Man könnte jetzt meinen, die Band schließt mit "Don't Stop" ihr Konzert ab, doch es kam noch eine weitere Zugabe bestehend aus "Silver Springs" und dem wunderschönen "Say Goodbye", welches in einem Intimen Duett zwischen Steview und Lindsay mündete und das Konzert äußerst Emotional abschloss.

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Die Band bedankt sich bei den Zuschauern und verabschiedet sich.
Von oben nach unten: Mick Fleetwood, Lindsey Buckingham, Stevie Nicks, John McVie

Damit ging nach 2,5 Stunden eines der wohl am meisten in Erinnerung bleibenden Konzerte zu Ende. Dies mag in erster Linie an der einzigartigen Location liegen, aber auch "Fleetwood Mac" selbst haben vieles dazu beigetragen den Abend unvergesslich werden zu lassen.
Es ist irgendwie dann doch etwas anderes ein Konzert einer US-Band in den USA zu sehen, als in Deutschland. Die Stimmung ist einfach etwas anders, vertrauter, auch oder sogar vor allem für die Band.

Set-List:
Second Hand News
Chain
Dreams
Sad Angel
Rhiannon
Not That Funny
Tusk
Sisters of the Moon
Sara
Big Love
Landslide
Never Going Back
Without You
Gypsy
Eyes of the World
Gold Dust Woman
So Afraid
Stand Back
Go Your Own Way

Zugabe 1:
World Turning
Don’t Stop

Zugabe 2:
Silver Springs
Say Goodbye

Am Mittwoch, den 07.11.2012 besuchten wir das Abschlusskonzert der aktuellsten Tour von "Die Ärzte" die auf den Namen "Das Comeback" hört. Aufgrund von schnell vergriffenen Karten gab es bereits am Tag zuvor ein Zusatzkonzert, aber das Hauptkonzert blieb zum Glück durch das spätere Datum das Abschlusskonzert. Da wir zuvor noch nie das Abschlusskonzert einer "Die Ärzte" Tour besucht hatten, durfte man also gespannt sein.

Aufgrund des Termins unter der Woche und einer kleinen Hürde namens "Job" trafen wir gegen 17 Uhr am ISS Dome in Düsseldorf ein, um 17:30 Uhr begann bereits der Einlass. Erste Welle Bändchen gab es zum Glück noch reichlich in der Halle selbst, von daher war der Zeitpunkt genau richtig. Kurze Wartezeit, volle Ausbeute. So konnte es weitergehen. Nach einer Stärkung mit Wurst und Getränk ging es daran die restliche Wartezeit bis 19:30 Uhr zu überbrücken, dann sollte die Vorband beginnen die auf den Namen "Dampfmaschine" hört.

"Dampfmaschine" kamen nach Vorstellung durch Farin und Bela pünktlich auf die Bühne. Oben Ohne und mit 3 Gitarren sowie einem Schlagzeug und Sänger konnte die Band zumindest instrumentell überzeugen. Textlich orientierte man sich hingegen an schwer verständlichem Gemurmel und Geschreih, vorgetragen vom seltsam umherstaksenden Sänger der Band. Wieder mal war man froh, als das Unheil nach wenigen Songs vorbei war. In wenigen Minuten sollten die "Die Ärzte" auf die Bühne kommen.

Gegen 20:30 Uhr ging es dann endlich los. Mit "Wir sind die Besten" begannen "Die Ärzte" ihr letztes Konzert der aktuellen Tour. Die Fans waren sofort begeistert. Direkt danach wurde die Stimmung mit dem Klassiker "Blumen" weiter aufgeheizt, eher Rod die gute Stimmung mit dem Song "Tamagotchi" vom aktuellen Album jäh abkühlte. Anschließend ging es an die traditionelle Begrüßung. Die 3 hatten es zunächst auf einige Fans auf der Tribüne abgesehen, welche bei einem Ärzte-Konzert wirklich noch mit verschränkten Armen auf dem Stuhl saßen. Farin erklärte zudem, dass er keine Garantie für den Abend übernehmen kann, da er zuvor ein "widerliches Getränk welches angeblich Flügel verleiht" zu sich genommen hat.

Weiter ging es mit diversen anderen Klassikern und absoluten Top-Songs wie "2000 Mädchen", "Geld" oder "Dein Vampyr" um nur ein paar zu nennen. Die komplette Setlist wie immer am Ende des Artikels. Allein das erste Set, also vor der ersten Zugabe, war viel besser als vieles was "Die Ärzte" auf der letzten Tour abgeliefert haben. Extrem viele Überraschungen waren dabei wie der eigentlich für Liveauftritte absolut gestorbene Song "Männer sind Schweine" oder der Sauflied-Klassiker "Saufen", der überhaupt erst das 2. mal gespielt wurd. Wohlgemerkt alles noch im Hauptprogramm, Zugaben gabs zu dem Zeitpunkt noch keine! Mit "Hurra" ging es schließlich in die erste Pause.



Die erste Zugabe ging mit 2 Songs des akuellen Albums los, "ZeiDverschwÄndung" und "TCR". Anschließend gings mit dem Klassiker "Quark" weiter. "Die Ärzte" waren heute offensichtlich in Oldie-Laune. Das merkte man auch bei den anschließenden Songs "Kamelralley" und "Hey Huh (in Scheiben)", welche die glorreiche Stimmung weiter aufheizten. Die anschließenden beiden Zugaben waren dann wieder mehr mit etwas neueren Songs gefüllt, boten aber auch noch tolle Hits wie "Manchmal haben Frauen ..." oder "Lied vom Scheitern". Den Abschluss machte wie so oft "Dauerwelle vs. Minipli", wobei gegen ein anschließendes "Gute Nacht, wir sind die Ärzte" auch keiner der zahlreichen Fans etwas gehabt hätte. Gegen 23:45 Uhr war das Konzert schließlich beendet, inkl. der kurzen Pausen gab es also 3,25 Stunden "Die Ärzte".

Das Abschlusskonzert machte seinem Namen alle Ehre. Viele, viele Oldies und sehr viele überraschende Songs, mit denen niemand vor Konzertbeginn gerechnet hätte, evtl. nicht mal die Ärzte selbst.

Setlist:
Wir sind die Besten
Blumen
Tamagotchi
2000 Mädchen
Angeber
Deine Schuld
Gib mir Zeit
Geld
Heulerei
(zuvor "Die Instrumente des Orchesters" angespielt)
Männer sind Schweine
Sohn der Leere
1/2 Lovesong
("Das finde ich gut" angespielt)
Miststück
Sweet Sweet Gwendoline
Nicht allein
Las Vegas
Waldspaziergang mit Folgen
Dein Vampyr
Für immer
Für uns
Angekumpelt
Die ewige Maitresse
Schunder-Song
Außerirdische
Bettmagnet
Saufen
Fiasko
Vokuhila Superstar
Yoko Ono
Wie es geht
Hurra

ZeiDverschwÄndung
TCR
Quark
Kamelralley
Hey Huh (in Scheiben)

Junge
Unrockbar
Manchmal haben Frauen ...

Ist das noch Punkrock?
Lied vom Scheitern
Schrei nach Liebe
Dauerwelle vs. Minipli


Nachdem das diesjährige "Rock the Nation" Festival ja leider abesagt wurde, musste für die dringend benötige Dosis Rock ein Ersatz gefunden werden. Eben dieser Ersatz wurde mit dem "Rock im Bruch" auch sehr schnell ausgemacht.
Zum zweiten Mal, das erste mal 2007 mit "BAP" und "Fury in the Slaughterhouse", startete im Steinbruch im Raumland in der Nähe vom Kur-Ort Bad Berleburg vom 06.07-07.07.2012 das "Rock im Bruch" Festival.
Am 06.07 gab es lediglich einen DJ und eine Coverband, doch am 07.07 waren die Rocklegenden "The Sweet" und "Uriah Heep" angekündigt. Unterstützung gabs zudem von der kanadischen Newcomer-Band "Jonas & the Massive Attraction" und den deutschen Bands "Bogga" und "Hörgerät".

Der Einlass aufs Festivalgelände begann um 16 Uhr, gegen 16:30 trafen wir am Gelände an. Geparkt wurde ca. 800 Meter entfernt auf einer großen Wiese.
Das Wetter war bombig, nach einer kurzen Regenschauer am Mittag klarte der Himmel komplett auf und die Sonne schien prächtig. Der Rock-Gott war mit uns.
Das Festivalgelände war praktisch allein schon die Reise wert. In einem Steinbruch in dem Wochentags 20 Leute arbeiten wurde die Bühne aufgebaut. Umringt von schroffen Felsen und dem starken Sonnenschein war die Location einfach malerisch.
Platz wäre wohl für gut 4000 Leute gewesen, im Laufe des Abends wurden es leider nur ca. 2000. Zu Beginn war sogar praktisch niemand da, doch nach und nach füllte sich der große Steinbruch.

Dafür war es um die Verpflegung extrem gut bestellt. 5-6 Bierwagen, Imbiss, Bäcker, Cocktailbar und alles zu fairen Preisen. Wurst 2,50€, Brezel 1€, 0,3l Bier 2,20€. Da zahlt man auf normalen Konzerten und Festivals teils deutlich mehr.
"Rock im Bruch" entpuppte sich schnell als Rockkonzert im Gewand eines Schützenfests...und dies ist als absolutes Kompliment zu verstehen. Normale Dörfler neben alten und jungen Rockfans die extra wegen den großen Namen angereist waren.
Hier war einfach eine gemütliche Atmosphäre und zusammen mit Location und Wetter standen die Zeichen extrem gut für einen rockigen Abend.

Die erste Band die auf der Bühne Platz nahm, waren "Hörgerät". Vorgestellt wurden Sie von einem Sprecher des Veranstalters, der einen Text vorlies den er zuvor bei Google nachgeschaut hatte. Das wirkte extrem unprofessionell, aber daher irgendwie auch wieder witzig. "Hörgerät" Covern deutsche Songs von Rammstein ("Engel") über Grönemeyer, Lindenberg und den Toten Hosen bis hin zu Karat ("Über Sieben Brücken musst du gehen").
Der Sänger deckt stimmlich ein breites Spektrum ab, einzig der Band fehlt stellenweise der musikalische Druck auch mal etwas derber zu spielen. Einzig bei Rammstein wurde versucht alles herauszuholen. Insgesamt war "Hörgerät" als Anheizer ganz gut zu gebrauchen, die paar Leute die bisher da waren und die immer weiter anströmenden Besucher hatten ihren Spaß.

Weiter ging es nach einer kurzen Pause mit "Bogga". Sie sind sowas wie eine lokale Berühmtheit, waren aber auch schon bei ein paar bekannteren Bands als Vorband im Programm. "Bogga" spielen eigene Songs und hatten zu Beginn angekündigt vornehmlich alte Sachen zu spielen. Wenn man "Bogga" kennt, mag das Ganze recht gelungen gewesen sein, als Außenstehender kam aber nur wenig Stimmung auf. Die Band wirkte nicht allzu motiviert, der Sänger war recht starr und wirkte mürrisch. Als Anheizer nicht wirklich zu gebrauchen, gegen Ende des Auftritts wurde es aber Liedtechnisch etwas besser.

Nach einer etwas längeren Umbaupause kamen dann die Kanadier "Jonas & The Massive Attraction" auf die Bühne. Von den Jungs war mir persönlich zuvor nichts bekannt aber ich wurde ungemein positiv überrascht. Der Sänger und seine Band sind eine enorm sympathische Truppe die richtig Stimmung machten und endlich mal die Bühne zum Beben brachten mit ihrem teils schroffen, fein abgeschmecktem Rock. Keine seichte Musik wie die beiden Vorgänger sondern auch das ein oder andere derbe Riff wurde geboten.
Hier und da ging es zwar etwas in die "Nickelback"-Richtung, aber von deren Poprock sind "Jonas & The Massive Attraction"doch ein gutes Stück entfernt. Die Jungs stellten ihr erstes/aktuelles Album "Big Slice" vor und boten eine sehr ausgewogene Mischung aus krachigen Stücken und einigen wenigen ruhigeren Nummern. Allein der Titelsong "Big Slice" weiß einfach direkt zu gefallen und ist ein perfekter Konzert-Opener.
Während des Konzerts überraschte die Band dann noch mit einem Ausflug zum Song "In the Air Tonight" und mit einer Coverversion des großartigen Stevie Nicks Songs "Edge of Seventeen". Nicht nur, dass eine männliche Version des Songs längst überfällig war, haben Jonas und seine Band das ganze enorm gut präsentiert. In diesem Sinne: "Just like the white winged dove sings a song sounds like she's singing"!
Nach dem Auftritt von "Jonas & The Massive Attraction" traf die Band noch an einem kleinen Verkaufsstand auf dem Steinbruch-Gelände ein, an dem das Album sowie ein Unplugged-Album verkauft und signiert wurde. Auf dem Unplugged-Album ist u.a. auch die "Edge of Seveteen" Version drauf. Super Aktion von der sympathischen Truppe, von der man hoffentlich noch mehr hören wird. Also, alle mal ins Album "Big Slice" reinhören!

Nach einer weiteren Umbaupause kamen dann die Altrocker von "The Sweet" auf die Bühne. Zwar macht von der Urbesetzung nur noch Gitarrist Andy Scott mit und der Rest der Band wurde ausgetauscht, aber von ihrem Glanz hat die Band praktisch nichts verloren. Sie eröffneten das Konzert mit "Hell Raiser" und rockten sich mit neuen und alten Stücken durch den Abend. Highlights waren dabei neben Alltime-Classics wie "Ballroom Blitz", "Fox on the run" und "Blockbuster" auch 2 Stücke vom neuen Album "New York Connection". Zum einen das Cover des Ace Frehley (KISS) Songs "New York Groove" in das recht geschickt ein Auszug aus "Empire State of Mind" (Jay-Z und Alicia Keys) eingewoben wurde und zum anderen eine Coverversion des Songs "You Spin Me Round" von Dead or Alive. Die Darbietung dieses Songs wurde mit den Worten "Nobody expected that we play that one" abgeschlossen. Wohl wahr, woh wahr!
"The Sweet" machten richtig gut Stimmung, wobei sich das nicht wirklich auf alle in der Menge übertrug. Generell war der Anteil derer, die hier allein wegen den Bands angereist waren scheinbar eher gering. Die meisten sahen den Abend mehr als Volksfest, womit der Bogen zum erwähnten "Rockkonzert im Gewand eines Schützenfests" schließt. Der Stimmung tat dies aber dennoch keinen Abbruch, denn "The Sweet" hatten einfach jede Menge Spaß beim abrocken.

Nach "The Sweet" und einer weiteren Umbaupause trat nun der Headliner auf die Bühne. "Uriah Heep", die die meiste Bühnendeko und den sattesten und lautesten Sound hatten, begannen das Konzert mit einigen Songs aus den glorreichen Jahren der Band mitten in den 70er und Anfang der 80er Jahre. Zwischendurch gaben Sie auch den ein oder anderen Song ihres neuen Albums "Into the Wild" zum besten, so unter anderem auch den Titelsong gleichen Namens. Für Freunde des gepflegten abrockens war die Darbietung ein Fest, auch wenn man weiß Gott nicht jeden Song kennen musste. Aber man merkte das Frontmann Bernie Shaw und seine Jungs einfach ziemlich viel Spaß beim Auftritt hatten. Und auch wenn, ähnlich wie bei "The Sweet" mit Mick Box nur noch ein Gründungsmitglied dabei ist, weiß der Sound der Gruppe immer noch sehr zu gefallen. Zum Abschluss des Konzerts gab es dann mit "Lady in Black" und "Easy Livin'" die wohl größten Hits zu hören. Scheinbar gefehlt hat leider das ebenfalls recht bekannte "Free Me". Gut gerockt hat zwischendurch dafür u.a. "Look at Yourself".
Gegen 00:45 Uhr gingen dann auch "Uriah Heep" von der Bühne und damit war das "Rock im Bruch 2012" leider auch schon zu Ende.

Insgesamt kann man das Event aus Fan-Sicht als großen Erfolg sehen.Von 16 Uhr bis spät in die Nacht, 5 Bands bei einem Eintrittspreis von 45€ und zudem noch faire Getränkepreise und eine einzigartige Location. Was will man denn mehr?
Ob sich das Event im Nachhinein für die Veranstalter gerechnet hat bleibt abzuwarten. Wenn ja, wäre es schön wenn der nächste "Rock im Bruch" nicht 5 Jahre auf sich warten lässt sondern evtl. gar nächstes oder übernächstes Jahr nochmal steigt. Genügend Rock-Bands die man einladen könnte, gibt es in jedem Fall.
Am Samstag, 26.05.2012, besuchten wir mit insgesamt vier Leuten das Oberhausen-Konzert der aktuellen Ärzte-Tour "Das Ende ist noch nicht vorbei" zum neuen Album "auch".
Da es am Tag zuvor ein Zusatzkonzert gab, wusste man ungefähr was einen erwartet. Keine Wellenbrecher und eine schreckliche Vorband. Moment, keine Wellenbrecher? Das bedeutet keine Bändchen um vor die Bühne zu kommen was wiederum bedeutet, dass man sich wohl recht zeitig anstellen sollte. Wir reisten also zu zweit gegen 15 Uhr an der Arena an. Am Haupteingang der Halle stand noch keine Menschenseele. Hm, waren wir wirklich so früh? Nach einer kurzen Stärkung mit Pizzastück und Softdrink im Centro wurde ein Ordner angesprochen, der einen darauf hinwies, das man als Innenraumbesucher doch den Innenraumeingang nutzen soll. Gesagt, getan. Dieser war auch ungleich voller als der Haupteingang.
Nun durfte wie immer gewartet werden. 17:30 Uhr war Einlass, also noch gute 2 Stunden und 15 Minuten in der Zukunft...

"Schunder approaching!"

Um knapp 17:45 Uhr fing der Einlass dann an langsam zu rollen. Kurz bevor wir am Eingang waren, klingelte mein Handy. Die zwei anderen aus unserer Vierergruppe waren dran und waren bereits in der Halle im Innenraum, dabei können sie unmöglich vor uns da gewesen sein. Doch scheinbar konnte man doch den normalen Haupteingang als Innenraumbesucher nutzen... Unnötige Gängelei mit einem Nebeneingang. Naja, Schwamm drüber, wenige Minuten später ging es auch schon in die Halle.
Nach 2 Colas für den gesalzenen Preis von 6€ (inkl. 2€ Pfand) war der Flüssigkeitshaushalt auch langsam wieder ausgeglichen. Nun hieß es: Warten auf die Vorband.

"Es wird laut werden, sehr sehr sehr sehr sehr laut"

Gegen 19:30 kam dann Farin auf die Bühne und präsentierte kurz die Band "K.I.Z.". Es handelt sich um eine Hip Hop Kombo aus Berlin, die Farin vor allem für ihre teils derben Texte schätzt. Zudem hat Bela mit der Truppe einst mal zusammen einen Song aufgenommen. Farin bezeichnete die Entscheidung vor allem als "mit aller Macht euren musikalischen Horizont erweitern". Okay, wenn er das sagt, hören wir mal rein.
Doch wirklich erweitert wurde da nichts, vielmehr wurde man darin bestätigt, das derbe Texte und viel Bass eben kein gutes Lied ausmachen. Doch man muss den 4 Jungs von "K.I.Z." zugutehalten, dass sie wirklich Humor haben. Die negative Grundstimmung in der Halle nahmen sich mit einem Grinsen und einigen feschen Sprüchen und wer einen Song mit der Textzeile "Du willst ein Liebeslied, du kriegst mein Riesenglied, Riesenglied, ein Glied wie vom Schmied" (Melodie entliehen vom "Absolute Beginner" Song "Liebes Lied") hat, dem kann man wirklich seinen Sinn für Humor nicht absprechen. Ein Grinsen auf dem Gesicht hatten dabei wohl schon einige.
Aber gute 25 Minuten und einen Kurzauftritt von Bela später, war der Spuk auch schon vorbei und die Bühne wurde um- und abgebaut für die Beste Band der Welt.

„Wenns mit dem Gepoge und dem Gedränge und dem Wall of Death Gemache sehr heiß hergeht und jemand fällt hin helft ihm oder ihr auf [...] Sollte es tatsächlich jetzt zu Verletzten oder gar Toten kommen, dann bei der Polizei, sagt als Zeugenaussage das ist alles bei "K.I.Z." passiert. Für die ist das gut für ihr Image, für uns ist das verdammt schlecht."

Gegen 20:30 Uhr kündigte ein Sprecher vom Tonband dann die Band an. Er wäre engagiert worden, um die Band anzukündigen und wir sollten gemeinsam mit ihm von 1 bis 10 zählen. Das Zählen allerdings gestaltete sich schwierig, da er kurz vor Ende immer wieder abbrechen musste, weil die Band angeblich noch nicht fertig war. Er beschwerte sich, dass er schlecht bezahlt sei und meckerte weiter herum. Insgesamt eine sehr witzige Idee. Dann gings los!
"Die Ärzte" begonnen die Show mit "Ist das noch Punkrock" vom neuen Album. Der Song rockte das Publikum bereits gut durch. Es ging weiter mit "Bettmagnet" vom neuen Album und das Song-Trio endete dann mit "Tamagotchi", ebenfalls vom neuen Album. Jeder der 3 Frontmänner durfte also einen seiner neuen Songs spielen.

"Trommelfeuer aus der Hitkanone!"

Man merkte schnell, die 3 waren heiß wie Frittenfett. Aber auch das Publikum ging richtig gut mit. Die Berichte vom Vortag klangen ernüchternd und lahm, aber im Innenraum war richtig gut was los mit extrem großen Pogokreisen und mehreren Walls of Death.
Die Vorteile wenn es keine Wellenbrecher gibt, liegen wieder auf der Hand. Solch eine ständige Bewegung im Innenraum gab es schon lange nicht mehr.
Zudem alberte Farin herum, dass die Fans ja die Band praktisch gar nicht bräuchten, denn es würden ja so viele singen. Eine Liste und kurze Stichwörter würden ausreichen.
Prompt wurde textlich kurz der Anfang von "Westerland" angestimmt und die Halle sang mit. Leider griffen "Die Ärzte" das nicht auf. "Westerland" wurde diesmal nicht gespielt.

"Die Stadt wäre verdammt stolz, wenn sie diese Halle wäre"

Es ging weiter mit den Hits "Hurra", "Lied vom Scheitern", "Ein Mann" und dem Publikumsschmeichler "Ein Lied für dich". Dazwischen gab es immer wieder die typischen "Die Ärzte" Ansagen und Textveränderungen.
Klasse waren auch die Ausflüge in Songs von anderen Bands. Farin spielt später die ersten paar Töne von "Deine Schuld" und die Menge tobt. Er meint daraufhin, dass es einer der schönsten Momente für einen Künstler sei, wenn dies passieren würde. Er spielt wenige Töne und die Masse tobt. Bela ergänzte, dass dies am Schlagzeug nicht so sei, doch dann fiel ihm ein Song ein wo das funktioniert. Daraufhin gabs eine kurze Runde "We Will Rock You" mit dem Publikum. Die Jungs meinten dann, kurz bevor sie "Deine Schuld" anfangen wollten, dass sie eigentlich "We Will Rock You" besser können. Das würde auch keiner bestreiten ;-)
Später wurde dann sogar noch kurz Pink Floyds "Wish you were here" angestimmt. Das sind Ausflüge in großartige Live-Zeiten, so wie damals als u.a. Hits wie "Blueprint" von "Rainbirds" in die Livekonzerte eingebaut wurden. Ganz große Klasse.

"Habt ihr schonmal was von Rimjob gehört? Meine Großmutter war Stricherin in Bocholt."

Im weiteren Verlauf wurde es dann schon fast nostalgisch, vor allem als "Die Ärzte" dann plötzlich "Du willst mich küssen" anstimmen (Rod begann im allgemeinen Bühnenchaos der Drei mit ein paar Tönen, Farin sagte dann "Lass machen Rod"), ein Oldie der nicht oft Live gespielt wird. Zudem gab es hier wohl eine der besten On-the-Fly Textänderungen denn aus "Ein Jahr war schnell vorbei, dann traf ich dich in der Bücherei - Du sagst du würdest jetzt studieren" wurde "Ein Jahr war schnell vorbei, dann traf ich dich in der Schlachterei - Du sagst du würdest jetzt tranchieren". Spätestens da merkte man, was für einen unglaublichen Spaß nicht nur die Zuschauer hatten sondern auch die 3 "Flitzpiepen" (Zitat Farin) auf der Bühne. Eine denkwürdige Show.
Einige Songs später wurde dann sogar noch Belas fast vergessener Song "Tittenmaus" ausgegraben. Den kannten wohl nur noch die wenigsten in der Halle, denn es ist ein Song tief aus den 80er Jahren. Der Text bzw. der Refrain ist einfach aber eben auch ein Mitgröhlgarant: "Hey du kleine Tittenmaus - Kommst du heut zu mir nach Haus? - Ich geb dir auch einen Jack Daniels aus - Aber dann kommst du mit zu mir nach Haus".

"Es ist Zeit für den gefürchteten Ansagen-Pogo!"

Anschließend folgte noch "Rebell" und damit gingen "Die Ärzte" in die erste Pause btw. "ins Sauerstoffzelt" (Zitat Farin).
Die ersten Zugage wurde mit "M&F" eingeläutet (eine Tourpremiere!), der zweiten Singleauskopplung des aktuellen Albums. Die Jungs hatten sich dafür eine kleine Choreografie fürs Publikum ausgedacht die auch die meiste Zeit gut funktionierte.
Weiter ging es mit "Cpt. Metal", ebenfalls erneut vom aktuellen Album. Und nach dem sehr rockigen "Unrockbar" ging es erneut in eine kurze Sauerstoffpause.

"Wisst ihr was mir original grad passiert ist? Ich hab darauf gewartet das Campino singt" (Farin Urlaub im Anschluss an "Schrei nach Liebe")

Danach kam Rod allein auf die Bühne, stellte sich an ein Keyboard und stimmte "Dinge von Denen" an. Das Publikum sang den Refrain quasi alleine und Rod war schwer begeistert.
In Strophe 2 kamen dann auch Bela und Farin dazu, verkleidet als Elefant und Schwein. Eine witzige, überraschende Idee.
Anschließend folgte "Geld" und der Gassenhauer "Zu Spät". Bei Letzterem fingen sofort alle an zu klatschen. Farin stoppte den Song zunächst und bemerkte, dass dabei wirklich immer alle anfangen zu klatschen. Er wollte mal etwas neues probieren, die Zuschauer sollten "ohne Hände klatschen". Also machte man nun mit dem Mund "Klatsch" Geräusche. Wirklich gut funktionierte das nicht, woraufhin Farin einfach mal "Zu Spät" als Reggea-Nummer begonn. Das klang überraschend gelungen, aber nach kurzer Zeit begann dann doch endlich der richtige Song. Verfeinert wurde "Zu Spät" wieder gegen Ende, bei dem sich Farin und Bela ihre schon legendären Reim-Orgien liefern. Rod war unterdessen gar nicht mehr auf der Bühne. Farin und Bela riefen ihn dann, er sollte doch wieder kommen und mitmachen beim reimen, er hätte das ja schon so oft gehört von ihnen und müsste wissen wie es geht. Rod blieb dabei ganz Rod und beendet das Ganze einfach nur mit den finalen Worten aus dem richtigen Songtext: "...und dann ist alles viel zu spät". Wenn man Rod "kennt", ein echter Brüller.
Anschließend verschwanden "Die Ärzte" für eine letzte Zugabe noch einmal Hinter der Bühne.

"Der Comedyblock ist zu Ende und es kommen jetzt wieder 100 Lieder"

Das letzte Set wurde dann wieder recht aktuell. Es begann mit dem launigen Kracher "Himmelblau" und ging weiter mit "ZeiDverschwÄndung", der ersten Single des neuen Albums. Anschließend meinte Farin: "So, die drei Stunden sind überschritten, wir liefern euch jetzt den Rausschmeißer!". Es folgte "Junge" vom letzten Album "Jazz ist anders". Anschließend verbeugten und bedankten sich die 3 artig beim Publikum und verschwanden ein letztes Mal hinter der Bühne. Das Licht ging an, die Show war zu Ende. Man war offiziell gerockt worden!

"...und dann ist alles viel zu spät"

Festzuhalten bleibt, dass man merkt wenn eine Tour abgehalten wird zu einem Album das auch wirklich gut ist. Denn "auch" ist definitiv um einiges besser als dessen Vorgänger "Jazz ist anders". Wahrscheinlich werden auch wieder nur wenige Songs hängen bleiben für spätere Tourneen, aber für die aktuelle Tour sind die neuen Songs einfach tolles, rockiges, unverbrauchtes Futter. Klasse.

Die Playlist:
Ist das noch Punkrock?
Bettmagnet
Tamagotchi
Hurra
Lied vom Scheitern
Ein Mann
Ein Lied für dich
Wir sind die Besten
We will Rock you (angespielt)
Deine Schuld
Anti-Zombie
Sohn der Leere
Das finde ich gut (angespielt)
1/2 Lovesong
Freundschaft ist Kunst
Heulerei
Schunder-Song
Fiasko
Wie es geht
Mein kleiner Liebling
Lasse Redn
Du willst mich küssen
Perfekt
Meine Freunde
Ignorama
Schrei nach Liebe
Ist das alles?
Rebell
------------------
Tittenmaus
M&F
Cpt. Metal
Unrockbar
------------------
Dinge von Denen
Geld
Zu Spät
--------------------
Himmelblau
ZeiDverschwÄndung
Junge

Artikel bei "Der Westen"

Die ersten 20 Minuten:


Klassiker "Tittenmaus":


"Zu spät":


"Dinge von denen":

Am Dienstag, 20.12.2011, war es endlich mal wieder so weit. „Die Ärzte“ standen auf dem Programm. 2012 geht es auf große Tournee, doch bereits Ende diesen Jahres wollten die 3 Spaß-Punks nochmal die Fans rocken…und zwar getrennt.
Die Konzerte am 19.12 und 20.12 hörten auf den Namen „XX-Konzert“ und „XY-Konzert“. Was zunächst seltsam klingt, entschlüsselt sich schnell zu Frauen- und Männer-Konzerten. Jeweils einmal fanden sich also Männer und Frauen, getrennt, in der Dortmunder Westfalenhalle ein um sich von der „Besten Band der Welt“ wegrocken zu lassen.

Angereist wurde am Dienstag um 15:45 Uhr. Karten waren selbstverständlich für den Innenraum besorgt und um die begehrten erste Welle Bändchen und einen guten Platz zu erwischen, boten sich gute 2 Stunden vor Einlass (der um 18 Uhr starten sollte) an. Das Konzert war um 20:15 angesetzt, „Nach der Tagesschau“ wie es auf den Eintrittskarten hieß.

Wir wolln aufs Damenklo, wir wolln aufs Damenklo

Die Wartezeit ging recht zügig um. Daran nicht untätig waren die anderen gut gelaunten Fans die ebenfalls bei 2-4 Grad vor der Halle ausharrten. Als es dann 18 Uhr war und der Einlass nicht starten wollte, begannen die Sprechchöre lauter zu werden. Neben dem typischen „Wir wolln die Ärzte sehn“, kam ein schlauer Kopf bald auf die Idee, dass ja keine Damen anwesend sind, also sind 50% der Toiletten ungenutzt. Grund genug für die Aufforderung „Wir wolln aufs Damenklo!“. Die Menge war zufrieden und belustigt, besonders als es dann um 18:20 endlich in die Halle ging.

Die Jacken wurden fix zur Garderobe gebracht und das aktuelle Tourshirt wurde für den üblichen Preis von 25€ erstanden. Danach ging es in der noch sehr leeren Halle (waren wir doch einige der ersten die reindurften) auf den Weg zum Innenraum. Diese füllte sich recht zügig, ein guter Platz zentral vor der Bühne war aber schnell gefunden. Etwas über 100 Minuten waren noch zu überbrücken. Die Zeit wurde zäher aber irgendwann war es dann 20 Uhr. Auf 2 Leinwänden begannen Slideshows mit Bildern. Das Thema war klar, „Männerklischees“. Titten, Ärsche, Baumärkte, Karren, Bier, Schnitzel, Hamburger und was man noch so alles an Bildern findet wenn man „Männer“ bei Google eingibt. Die Idee war aber dennoch gelungen und man konnte sich auf die kommenden 3 Stunden einstellen.

Von Jungen, den Besten, El Cattivo und explodierenden Omaboys

Um 20:15 Uhr war es dann tatsächlich so weit. Auf den Leinwänden lief ein Video. Es zeigte die Ärzte wie vor einem Boxkampf aus der Umkleide kommen. In weißen Bademänteln begaben sie sich über mehrere Stufen zur Hallendecke. Dort stiegen sie in einen Aufzug und ebendieser kam nun von der Hallendecke heruntergefahren. Doch schnell waren die Passagiere als Double entlarvt, zudem war es in dem Video taghell. Man drehte sich also mit bestem Gewissen wieder zur Bühne, wo sich auch sogleich der Vorhang lichtete und die Ärzte, ganz in schwarz gekleidete, zeigte.

Die Ärzte legten als Opener mit „Junge“ los, irgendwie nicht der Kracher zum Auftakt wenn man bedenkt das Jahrelang z.B. mit „Schrei nach Liebe“ begonnen wurde. Auch „Himmelblau“ ist besser geeignet. Dieses folgte auch sogleich ein paar Songs später und 2 Songs darauf spielten die Jungs bereits „El Cattivo“. Hier machte sich eine Tendenz bemerkbar, denn nun folgten so gut wie gar keine neueren Songs mehr sondern die Ärzte stöberten in alten Kamellen umher. Und das ist genau das, was man als etwas älterer Fan hören will!!! Ein Highlight der anderen Sorte war zudem die Darbietung zu „Omaboy“. Nicht etwa ein Stück, dass die Ärzte selten spielen würden, aber bei diesem recht ruhigen Stück brannte auf der Bühne die Apokalypse ab. Flammenstöße aus dem Boden wie man sie sonst nur bei „“Rammstein“ sieht und diverseste Feuerwerke, die die komplette Bühne zum kochen bringen. Völlig unpassend zum Lied aber besonders deswegen auch ziemlich genial

„Mein Großvater war Admiral auf der Gorch Fock und der sagte immer, solange Guttenberg Minister ist, kann ich mir alles erlauben.“

Legendär wie eh und je waren auch an diesem Abend die Ansagen der 3. Am Damenabend am Tag davor, muss es wohl romantisch verklärt gewesen sein und eine Ballade jagte die nächste. Das wollten die Ärzte spürbar ungeschehen machen und pöbelten los was das Zeug hielt. Neben den bekannten Stichelleien gegen Politiker jedweder Partei, bestimmten 2 Worte den weiteren Abend maßgeblich: „Ficken und Bier“.
Farin oder Bela, ich kriege es nicht mehr genau zusammen, kündigten den nächsten Song mit den Worten „Jetzt wird es politisch“ an und ergänzten „Viele denken jetzt sicher: Wie politisch? Ich dachte bei den Ärzten geht’s in den Songs nur um Ficken und Bier.“
Dieses Mantra wurde kurz darauf zum absoluten Selbstläufer und im Dreivierteltakt reimten die beiden was das Zeug hielt. Man merkte richtig wie sich Bela und Farin gegenseitig mit ihren Reimen überbieten wollten, da sie sich auch ständig ins Wort fielen.
Rod hingegen hielt sich, wie so oft, fast gänzlich aus der Nummer raus. Das Publikum hingegen wurde ständig mit einbezogen, durften wir doch am Ende jedes Reims immer lauthals „Ficken und Bier“ rufen. Wer denkt, dass damit das Niveautief („Wir haben das Publikum im Pott totgeprollt“) bereits erreicht war, der wurde bei der Rülps-Laola die durch die Halle donnerte eines Besseren belehrt.

„Niveau? War das nicht ne Handcreme?“

Aber der Abend sollte noch die eine oder andere Überraschung beinhalten. Besonders die zweite Zugabe hatte es in sich. Denn die 3 konnten sich nicht entscheiden, welchen Song sie nun spielen sollten. Farin wollte die Fans entscheiden lassen, was natürlich im Chaos endete. Daraufhin erklärte er, nun einfach „Claudia hat nen Schäferhund“ zu spielen, worauf Bela meinte dann spiele er halt „Rock Rendezvous“. Rod kam dann allerdings mit dem Kracher, als er meinte dann würde er einfach „Geschwisterliebe“ spielen, ein Ärzte Song der bis zum heutigen Tag auf der Liste für Jugendgefährdende Medien steht. Die Drei spielten nun komplett durcheinander und als das nichts wurde, wurde „Claudia…“ und anschließend tatsächlich „Geschwisterliebe“ gespielt. Hut ab dafür und ein praktisch unvergesslicher Moment.
Wieder mal merkt man, das Rod zwar wenig sagt aber wenn er mal etwas zu einem Konzert beiträgt, sind das direkt solche Klopper wie „Geschwiesterliebe“ oder Sprüche wie:
Bela: „Schaut mal bei Wiki nach N wie Niveau“
Rod: „Oder nach F wie Fotze“

Danach konnte nicht mehr viel kommen, aber die Ärzte konnten anschließend auch mit „Ein Lied für dich“ nochmal die Massen begeistern.
Um 23:10 war der Spuk dann auch zu Ende. Im Finale wurden die 3 ähnlich spektakulär eingesammelt wie sie ankamen, denn es kam ein riesiger Helikopter von der Bühnendecke angeschwebt in den die 3 einstiegen und anschließend emporstiegen. Ähnlich unpassend wie andere Aktionen an diesem Abend aber irgendwie eben auch typisch Ärzte. „Pseudo Genial“ möchte man meinen.

Opener bei Youtube:


30 Minuten des Konzerts bei YouTube:


Schrei nach Liebe und Elke:


Schöner Bericht bei "DerWesten":
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/maennerabend-mit-den-aerzten-in-der-westfalenhalle-id6182633.html

Playlist:
Junge
Ein Mann
BGS
Wir sind die Besten
Lied vom Scheitern
Himmelblau
Der Optimist
El Cattivo
Käfer
Antizombie
Vermissen, Baby
Omaboy
Wie am ersten Tag
Yoko Ono
Meine Freunde
Vokuhila Superstar
Deine Schuld
Alleine in der Nacht
Heulerei
Sweet Sweet Gwendoline
Schunder Song
Rebell

Schrei nach Liebe
Elke
Teenager Liebe
Unrockbar

Ignorama
Zu Spät
Claudia hat nen Schäferhund
Geschwisterliebe
Ist das Alles?

Ein Lied für dich
Dauerwelle vs. Minipli


Rock the Nation Festival 2011 - Hannover - 17.06.2011

Alle paar Monate suche ich auf Seiten wie eventim.de nach Konzerten der 80s Power Ballad/Rock-Band "Journey". Als absoluter Fan des Classic-Rocks zählen für mich "Journey" mit zu den Königen dieses fantastischen Musikgenres.
Leider hieß es in der Regel bei diesen Suchanfragen immer nur "Leider konnten keine Events gefunden werden". Doch vor ein paar Monaten, als ich eine weitere Suche startete und mit der obligatorischen schlechten Nachricht gerechnet hatte, erblickten meine Augen etwas, das ich zunächst einmal kaum glauben konnte. Es wurde tatsächlich ein Musik-Event ausgespuckt.

Das ganze hört auf den Namen "Rock the Nation" und der Titel hielt was er versprach. Es war ein Event mit mehreren Stationen in Deutschland geplant, welches nicht nur "Journey" als Headliner gefeatured hat sondern nebenbei sogar noch weitere Classic-Rock Bands präsentiert. Die am schnellsten erreichbare Location war Hannover und dort sollten neben "Journey" noch "Foreigner", "Kansas" und "Night Ranger" auftreten, alle 3 ebenfalls wunderbare Bands und für Fans des Genres und der "einzig wahren Musik" wurden die Augen schon ein wenig feucht wenn man lesen durfte, das solch hochkarätige Bands endlich mal wieder den Weg nach Deutschland finden. Hektisch und vollgepumpt mit Euphorie mussten Festivalkarten, Zugtickets und Hotelplätze gebucht werden. Anschließend begann die Wartezeit....

Am Freitag, 17.06 war es dann aber endlich so weit. Der Tag des "Rock the Nation" Festivals in Hannover war gekommen. Beginn des Konzerts war 18 Uhr, für einen Freitag eine recht frühe Zeit. Der Zug wurde gegen Mittag (14 Uhr) bestiegen und dank einiger Stoßgebete zum Rock-Gott kam der ICE auch pünktlich wie ein Uhrwerk gegen 16:30 in Hannover an. Mit der U-Bahn zum Hotel, schneller Check-In, ein Konzertshirt übergestriffen und gestriegelt und voller Rock-Drang ab zum Festivalgelände, das auf den Namen "Parkbühne" hört. Mit der U-Bahn in kurzer Zeit erreicht und nach einem kurzen Fußmarsch traf man mit vielen anderen Musikbegeisterten gegen 17:20 an der Parkbühne ein.
Das Gelände fasst, soweit ich das in Erinnerung hatte, bis zu 6000 Menschen. Vor Ort war noch reichlich Platz, was entweder bedeutet hat, dass bislang nur wenige vor Ort eingetroffen waren oder aber, dass das Event nicht komplett ausverkauft war.
Zwischen den Leuten die aber bereits da waren, fühlte man sich direkt heimisch. Man konnte die unterschiedlichsten Festival- und Band-Tshirts bewundern, die man so auf den Standard-Konzerten eher selten bzw. gar nicht zu Gesicht bekommt. Shirts von Konzerten von solch erlesenen Bands wie "Rush" oder "Van Halen" oder von Rockfestivals in den USA oder Norwegen erblickt man sonst praktisch nie.

Das Gelände als solches wirkte für eine Band wie "Journey" oder "Foreigner" dann aber doch ein wenig ärmlich. Eine ganz ordentliche aber nur wenig prunkvolle Bühne auf einem kleinen Wiesengelände, in einiger Entfernung eine Tribüne für die gebrechlichen Besucher der Konzerts und eine recht großzügige Freifläche vor der Tribüne. Für gute Sicht war also gesorgt und eine recht zentrale Position vor der Bühne war schnell gefunden. Doch trotzdem wirkte das Gelände ein wenig befremdlich. Klar, die Leute die da waren sprachen alle schon die richtige Sprache aber das Gelände als solches wirkt, wenn man sich vorstellt wo diese Bands z.B. in den USA spielen, etwas befremdlich.
Aber Classic-Rock nun als Uramerikanische Musik zu bezeichnen ist wohl nicht ganz richtig, doch den großen Durchbruch gab es zumindest in Deutschland aber wohl leider nie. Das merkte man bereits, wenn man Leuten erzählte, dass man zum "Rock the Nation" Festival gehen würde und diese fragten, welche Bands denn auftreten würden. "Journey", "Kansas" oder gar "Night Ranger" waren praktisch keinem ein Begriff und mehr als Stirnrunzeln erntete man nicht. Etwas weniger runzelig wurde es zwar ab und zu bei "Foreigner" aber von einer aufgeklärten Rockgemeinde ist man in Deutschland dann doch weit entfernt.

Mit großzügigen 0,5 Liter Bierbechern gestaltete sich die kurze Wartezeit bis zum Konzertbeginn recht locker und durch das großzügige Gelände war auch schön viel Platz vorhanden. Gegen 17:40 kamen dann bereits die Rocker von "Night Ranger" auf die Bühne, somit 10 Minuten zu früh, was bei spät angereisten Besuchern für etwas Unmut sorgte. Mir war ein etwas früherer Beginn natürlich sehr recht.
"Night Ranger" legten direkt sehr gut los und fegten mit einer Freude über die Bühne das es sehr schnell bereits einen riesen Spaß machte der Band beim rocken zuzuschauen und vor allem auch zuzuhören. Besonders Gitarrist Joel Hoekstra hatte riesen Spaß und fegte mit seiner langen Matte und seinem druckvollen Gitarrenriffs über die Bühne und hat ständig ein breites Grinsen im Gesicht. Auch Drummer Kelly Keagy war wunderbar gelaunt.
Die Band erzählte, dass sie zuletzt im Jahr 1985 in Europa gewesen wären. Um diese Zeit rum waren Sie wohl dann auch das letzte mal in Deutschland. Wenn man bedenkt, dass "Night Ranger" vor allem durch den Song "Sister Christian" bekannt wurden und dieser auch kein absoluter Top-Hit war (charttechnisch gesehen zumindest) ist dies nicht sehr verwunderlich. Umso toller aber, dass die Band trotzdem bereits seit so vielen Jahren tollen Rock spielt. Selbst wenn man nicht jeden Song der Band kennt, machte dieser, mit 30 Minuten leider etwas kurze Auftritt, bereits sehr viel Freude und heizte die Menge wunderbar auf. Nach "Night Ranger" war man definitiv in Stimmung für "MEHR!".


"Night Ranger" beim rocken - Danke für das Bild an Magic Miko aus dem Bang-Your-Head-Forum


Der Keyboarder von "Night Ranger" spielte tatkräftig mit - Danke für das Bild an Magic Miko aus dem Bang-Your-Head-Forum

Nach einer Umbaupause, die zu mehr Bier einlud, kamen dann "Kansas" auf die Bühne. Der progressiven Rockband merkte man direkt den klaren Unterschied zu "Night Ranger" an. Man musste über die ersten Songs erst mal in Stimmung kommen für den doch einfach etwas anderen Stil der Band, aber mit der Ballade "Dust in the Wind" hatte Leadsinger Steve Walsh die Massen für sich gewonnen. Der Stil der Band war bei praktisch jedem Song unverkennbar, auch durch die Geigenunterstützung von David Ragsdale, der immer wieder zwischen Geige und Gitarre wechselte. Mit den späteren Songs konnten sie aber auch ein paar schmissigere Akzente setzen. Der Auftritt wurde abgeschlossen mit "Carry on my wayward son" bei dem die Menge tobte. Auch "Kansas" spielten ca. 40 Minuten.


Rich Williams von "Kansas" bearbeitet seine Gitarre - Danke für das Bild an Magic Miko aus dem Bang-Your-Head-Forum


"Kansas" Sänger Steve Walsh schmettert los - Danke für das Bild an Magic Miko aus dem Bang-Your-Head-Forum

Es folgte eine weitere Umbaupause und die Menge wurde langsam unruhig, denn nun sollten "Foreigner" die Bühne erobern. Der obligatorische Bierbecher überbrückte die Umbaupause erneut sehr gut.
"Foreigner" kamen dann unglaublich schwungvoll auf die Bühne und begannen die wilde Show mit dem Song "Double Vision". Perfekter Opener der die Menge direkt in die nötige Stimmung brachte. Lead Singer Kelly Hansen, der ein ausgezeichneter Ersatz für den Jahrelangen Sänger Lou Gramm ist, fegte über die Bühne und ihm war der Spaß beim Konzert jederzeit anzusehen. Recht früh kraxelte er sogar an einer Verstrebung der Bühne empor und stellte sich vor die Boxen um die Menge anzufeuern.
Einfach klasse der Typ.

"Foreigner" feuerten praktisch jeden Top Hit ab den sie haben und boten dazu eine wunderbare Bühnenshow, einiges an Material auf einer Videoleinwand und spielten zudem einfach wunderbaren, druckvollen Rock der zum mitsingen, mitgrölen und abfeiern geradezu einlud. "Urgent", "Cold as Ice", "Feels Like the first time", "Starrider", "Hot Blooded", “I Want to Know What Love Is”. Die Menge tobte bei praktisch jedem Song, der Band gefiel es augenscheinlich richtig gut und sogar "Journey" Bassist Ross Valory schaut am Rand der Bühne zu, was "Foreigner" da für eine absolut geniale Show abfeuerten. Abgeschlossen wurde der Auftritt, nach einem kurzen Abgang der Band dann mit dem ultimativen Song "Juke Box Hero", der wohl definitiv der beste Song der Band ist. Die begeisterte Menge verabschiedete sich mit tosendem Applaus und viel Gegröle von der Band, die definitiv einen der besten Auftritte an diesem Abend abgeliefert hatten. Einfach nur stark. Der Auftritt dauerte ca. 70 Minuten.


"Foreigner" Frontmann Kelly Hansen in seinem Element - Danke für das Bild an Magic Miko aus dem Bang-Your-Head-Forum


"Foreigner" Gründer Mick Jones bearbeitet Fachmännisch sein Arbeitsgerät - Danke für das Bild an Magic Miko aus dem Bang-Your-Head-Forum

Für den Auftritt von "Journey" wurde nun praktisch die gesamte Bühne umgebaut. Die bislang genutzt Videoleinwand wurde ebenfalls komplett gewechselt und ein Flügel/Klavier/Piano wurde ebenfalls auf die Bühne gestellt. Durch diese umfangreicheren Umbauten, war natürlich etwas mehr Zeit nötig, die aber mit den üblichen Weizenkaltschalen überbrückt wurden.
Gegen 21:45 kamen dann "Journey" auf die Bühne. Sie begannen den Auftritt mit der Nummer "Seperate Way (Worlds Apart)" was einen wunderbaren Opener darstellte und der Masse direkt klar machte "Journey sind da!". Doch etwas überraschend schwächelte die Band während des Auftritts ein wenig. Die Menge konnte nicht mehr ganz so begeistert werden wie noch bei "Foreigner". War es evtl. ein Fehler "Journey" erst am Ende auftreten zu lassen?
Leadsinger Arnel Pineda, der 2007 die bisherige Stimme von "Journey" (Steve Perry bzw. Steve Augeri) abgelöst hatte bemühte sich zwar nach Kräften die Menge zu begeistern und animierte auch immer wieder zum rhythmischen Klatschten, doch wirkliche Stimmung kam nur bei den absoluten Krachersongs der Band auf. "Wheel in the sky" und "Don't Stop Believin'" feierten die Fans frenetisch und für jeden Rockfan ist es wohl eines der größten Erlebnisse diese Songs einmal Live zu hören. "Any Way You Want It" war ebenfalls eines der absoluten Highlights des Auftritts und auch die beiden tollen Balladen "Open Arm" und "Who's Crying Now" wurden sehr gut aufgenommen und auch hervorragend vorgetragen.
Etwas enttäuschend war allerdings, dass die Band - anders als "Foreigner" oder "Night Ranger" - direkt mal 3 Songs des aktuellen Albums in den Auftritt integrieren mussten, was evtl. auch die Stimmungsschwankungen des Publikums erklären könnte. "Night Ranger" und "Foreigner" beschränkten sich - soweit ich das zumindest bemerkt habe - auf einen Song der neuen Alben. So ließ "Journey" dann Songs wie "Remember Me" oder "Lovin', Touchin', Squeezin'" leider vermissen, was dann die Stimmung zwar nicht wirklich trüben konnte aber einfach ein bisschen schade war.

Nichts desto trotz lieferten "Journey" eine tolle Show die sich kein Fan der Band entgehen lassen darf. "Journey" Live zu sehen ist einer dieser Momente, die man nie vergessen wird. Besonders der Paperschnipselregen zum Ende des Konzerts war klasse und ein toller Abschluss des "Journey" Auftritts sowie generell des ganzen Abends. Der Auftritt war gegen 23:20 beendet. Komplett gerockt, etwas abgekämpft und durch eine Nieselregenschauer oberflächlich eingenässt ging es mit der U-Bahn zum Hotel. Das Konzert war vorbei, aber im Kopf hallten die klasse Songs noch die ganze Nacht nach.

Allein für jeweils einen einzigen Song jeder Band hätte sich der Auftritt bereits gelohnt. Wer einmal "Sister Christian", "Carry on my wayward son", "Juke Box Hero" und "Don't Stop Believin" Live gehört hat, der weiß wie absolut geil Rockmusik auch heute noch ist. Leider weiß man aber auch, dass man für derartige Rockqualität weiterhin nur in Erinnerungen schwelgen kann und darauf hoffen kann, dass einem diese Bands noch einige Jahre erhalten bleiben. Neben dem Konzert von "AC/DC" in meiner Konzerthistorie definitiv eines der ganz großen Highlights. Jederzeit sehr gerne wieder!


Ticket des Festivals und 4 Papierschnipsel von "Journey"s Papierschnipselregen
"The Hoff is back"

Als bekannt wurde, das "The Hoff" auf Deutschlandtournee geht, war mir klar, dass ich meinen Jugendtraum endlich erfüllen muss. "Da muss ich hin!" war der fixe Gedanke. Als Kind war ich riesen Hasselhoff Fan und auch heute finde ich ihn sehr sympatisch, auch trotz (oder wegen?) seiner Eskapaden.
Nunja, was erwartet man also wenn man nun zu einem seiner Konzerte geht? Sicherlich etwas anderes, als bei den meisten anderen Konzerten wo ich bisher war. Ich kenne von Hasselhoff vielleicht so 4, 5 Songs. Seinen Überhit "I've been looking for freedom" könnte ich den ganzen Tag hören, "Du" ist eine trashige Nummer in Deutsch gesungen, "Jump in my car" ein recht später Song von ihm, "Hooked on a feeling" ist eine gute Stimmungsnummer und "Crazy for you" weiß ebenfalls die Massen zu bewegen.
Doch der Rest seines Reptertoires ist im Stil eines "Der Wendler" oder sind einfach Stimmungsnummern im "The Hoff"-Stil, deren Fan ich nie wirklich wahr. Aber "The Hoff" muss einfach befeiert werden, der Jugendtraum muss erfüllt werden und dieser Kreis muss sich schließen, solange er noch auftritt. Und jetzt wo "The Hoff" wieder zurück ist, war dies die Gelegenheit.
Die Anreise gestaltete sich erfreulich einfach. Die Arena in Oberhausen war in knapp 25 Minuten erreicht, ein Parkplatz abseits der Parkhäuser schnell gefunden. Bei einem Foto von Wunderauto "KITT", das vor der Arena abgestellt war, fiel mir dann auf, dass in die Kamera noch neue Batterien gehörten. Also schnell ins Centro und dort Batterien eingekauft und anschließend auch vor der Halle angestellt. Da es Sitzplätze gab im Innenraum, war keine Eile geboten. 2 Stunden vorher anstellen war also nicht nötig.
Der Einlass begann gegen 19 Uhr. Eine Brezel später, begaben wir uns auf unsere Plätze. 4 Reihen vor der Bühne, ideal und wunderbar nah dran. Die Plätze sahen im Internet weitaus schlechter aus.
Um 20 Uhr sollte das Konzert beginnen. Die knapp 45 Minuten gingen recht zügig rum und um 20 Uhr stand "The Hoff" dann auf der Bühne. Eingeleitet von einem Best-Of Video mit Szenen aus "Knight Rider", "Baywatch" und seinen Gold und Platinauszeichnungen und dem Auftritt auf der Berliner Mauer(natürlich), erschien Hasselhoff auf der Bühne und begann schwungvoll mit seinem Hit "I've been looking for freedom".
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Es folgten nun knapp 2,5 Stunden vollgepackt mit Songs und überraschend voll gepackter Bühnenshow. 3,4 Tänzerinnen wahren immer dabei, dazu diverse Kostümwechsel von Hasselhoff wie auch von den Tänzerinnen. Später wurde das ganze noch von Feuerspuckern und anderen Extras ergänzt. Mitten drin, immer "The Hoff" der wunderbar gelaunt war, sichtlich Spaß an der Masse hatte und seine Songs schnell hintereinander abfeuerte.
Um 21:15 war dann Pause, für 30 oder 45 Minuten. Die erste Hälfte war gut ausbalanciert mit tumben Partysongs und ein paar Songs mit etwas mehr Tiefe, sollte man das bei Hasselhoff so nennen können.
Die zweite Hälfte ließ diese Balance etwas vermissen. Es folgte ein Bierzelt-Song auf den nächsten. Zwar gab es zwischendurch sogar eine ziemlich gute, Frank Sinatra ähnliche Nummer, doch die etwas dumpfen Songs überwiegten dann schon. Zudem war es besonders im Finale dann etwas enttäuschend. Anstatt noch "Jump in my car" und "Du" zu präsentieren, begann "The Hoff" aus irgend einem Grund wieder von vorne. Er trat nochmals exakt so auf wie zu Beginn des Konzerts, spielt nochmal "I've been looking for freedom"(wie gesagt, der geht immer) und nochmal einen Song seines neuen Albums(Vö.: 01.04.2011) danach. Wieso er sich dazu entschlossen hatte, weiß wohl nur er selbst. Die Masse wollte "Du" hören und er kennt den Song entweder gar nicht mehr oder mag ihn nicht oder hatte ihn vergessen. Ich weiß es nicht. Aber dann einfach wieder am Anfang zu starten, ist schon ein kleines Bisschen seltsam.
So endete das Konzert gegen 23 Uhr.
Man bekam mehr Songs geboten als bei anderen Bands für ähnliches Geld(Tickets Innenraum vor der Bühne: ~70€) aber die Qualität ist halt auch wie man es erwarten würde. Man muss "The Hoff" mögen, sonst würde man nicht hingehen.
Aber David ist Entertainer. Er hat eine flotte, launige Show und die Menge im Griff. In einer Szene kamen gar 10,12 "Baywatch" Girls auf die Bühne. Klar, nicht die echten "Baywatch" Ladys aber nette junge Damen in Bademoden. Er weiß was seine Fans sehen und hören wollen und bietet genau das, evtl. sogar etwas zu akribisch, denn gegen Ende nutzt sich das Konzept doch ein wenig ab.
Aber Hasselhoff ist vielseitig. Er klappert diverse Songstile ab, fällt dann aber immer wieder auf die simplen Partysongs zurück, was stellenweise einfach ein wenig schade war. Klar, im Grunde sind alle seine Songs Partykracher aber insbesondere der zweiten Hälfte fehlte es an Struktur.
Man sollte das Konzert nicht mit anderen Konzerten vergleichen, das ist wohl fakt. Im Grunde waren alle anderen Konzerte wo ich bisher war besser, evtl. gar viel besser. Aber bei den anderen Konzerten war eben nicht "The Hoff" dabei. Hasselhoff muss man als Fan, wenn man ihn noch nie live gesehen hat, unbedingt mal anschauen. Man sollte nichts erwarten und wird definitiv nicht enttäuscht. Doch man sollte auch keine Meisterleistungen erwarten.
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Als es vor einigen Monaten hieß, dass "Limp Bizkit" auf Tour gehen und auch Station in Deutschland machen, war ich zunächst sehr angetan. Die Karten waren auch schnell besorgt und mit 45€ noch im erträglichen Rahmen. Doch ich hegte mit der Zeit doch ein paar Zweifel ob die Band noch so rocken wird wie anno 2000 auf ihrem besten und erfolgreichsten Album "Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water". Der Auftritt 2009 bei Rock am Ring sah zwar ziemlich cool aus, doch Durst wirkte schon ein wenig zu alt für die Rolle des coolen Frontmannes mit prolligen Gesten. So war ich gespannt wie das Konzert werden würde, hatte aber im Grunde doch keine allzu großen Bedenken, da zuvor veröffentlichte Playlists aus Stuttgart und Frankfurt zumindest sehr gut aussahen.

Der Einlass war um 18:30, somit planten wir die Anreise so, dass wir gegen 17:15 an der Halle waren. Ein guter Parkplatz war schnell gefunden und das Anstellen konnte beginnen.
Pünktlich um 18:30 begann dann der Einlass in die Halle. Da wir nicht direkt am Eingang standen, sondern schon einige Leute vor uns waren, stürmten wir, grad in der Halle angekommen, direkt in den Innenraum zur Bändchenausgabe. Dort war schon einiges los, aber es gab Gott sei Dank noch reichlich Bändchen für die erste Welle vor der Bühne. Kurz nachdem wir unsere begehrten Papierschnipsel dann am Arm hatten, war der Innenraum auch schon voll und keiner kam mehr rein bzw. es gab keine Bändchen mehr. Alles richtig gemacht also.

Nun hieß es Essen, Trinken und warten auf die Vorband "The Blackout". Die spielten eine Art Schrei-Rock und beeindruckten eher mit seltsamer Mikrofonakrobatik und witzigen Songtiteln(We're Going To Hell... So Bring The Sunblock) als mit der eigentlichen Musik. Insgesamt gehobener Durchschnitt und zusammen mit der recht abartigen Spucke-Akrobatik(nach oben rotzen und auffangen) gestalteten sich die 20 Minuten immerhin ganz unterhaltsam. Gab schon schlechtere Vorbands, aber auch bessere. Nach "The Blackouts" wurde ab und aufgebaut bis kurz nach 21 Uhr. Dann kamen die Bizkits auf die Bühne.

Die Jungs rockten direkt los wie eh und je, so als lägen nur 10 Tage statt 10 Jahre zwischen dem besten Album und Heute.
Sie begannen nach dem Intro mit "Why Try", also einem Song des kommenden neuen Albums, und der Innenraum vor der Bühne ging direkt richtig ordentlich ab, eben so als hätten alle nur noch auf "Limp Bizkit" gewartet um dann so richtig durchzudrehen.
Der Innenraum war über das ganze Konzert mit einer Stimmung gesegnet und in einer ständigen Bewegung, wie ich das so schon länger nicht mehr erlebt hatte. Es wurde stellenweise richtig anstrengend und nach dem ersten Song dachte man bereits "Hui, und jetzt noch ca. 17 weitere, ich glaub ich Fall jetzt schon um". Aber mit kleineren Schaffenspausen ohne viel Bewegen, eben bei den nicht ganz so rockenden Songs, konnte man auch hier die ca. 1,5 Stunden wunderbar durchhalten. Nass geschwitzt bis auf die Unterhose war man aber bereits nach den ersten 3 Songs.

Es gab reichlich tolle Songs und vor allem bei den Gassenhauer wie "Rollin'", "My Way", "Break Stuff" oder "Take A Look Around" gab der Innenraum jederzeit Vollgas. Der Wahnsinn!
Dazu gab es einen
super gelaunten Fred Durst und einen richtig tollen Sound. Mit Ohrenstöpseln hatte man, wie sonst auch den gewohnt besseren Lyrics-Klang, denn der dröhnede Bass wird so etwas reduziert. Somit war auch hier alles perfekt und man konnte jeden Song in der Masse genießen.
Highlights neben den erwähnten typischen Bizkit Songs waren dann noch Harold Faltermeyers "Axel F." sowie das "Ghostbusters Theme" von Ray Parker Jr., wo natürlich an der Stelle "Who you gonna call?" von den Fans "Limp Bizkit" statt "Ghostbusters" gebrüllt wurde. Geil!
Dann kamen noch 2 Fans auf die Bühne, die scheinbar schon auf einem anderen Konzert da waren und Fred da gefallen an ihrer "I don't give a fuck" Einstellungen gefunden hat. Die durften dann mit Fred zusammen auf der Bühne zu "My Way" abgehen.
Die obligatorische Zugabe kurz vor Schluss wurde nach "Limp Bizkit" Sprechchören letztendlich witziger weise mit lauten "Buuuh"-Rufen erreicht, nachdem Fred meinte er könnte das ja viel lauter als die Fans.
Cool war auch, das Fred kurz sogar die erste Zeile aus "Lady" von der Band Stxy angestimmt hat("Lady, when you're with me I'm smiling"), doch leider kennt den Song bzw. die Band in Deutschland kaum jemand und so verlief das im Sande. Schon schade.
Witzig war auch, dass Fred irgendwann meinte sie seien nur die Coverband, "Limp Bizkit" hätten ja gar keine Zeit gehabt, sie wären die "Limp Dicks". Achso!

Nach rund 17 Songs und einiges an coolem Gelaber, gabs dann als Outro noch "Seven Nation Army" von den White Stripes. Bin ich zwar kein großer Freund (mehr) von, aber schon witzig das als Outro zu laufen zu lassen während die Band geht.
Mit etwas mehr als 1,5 Stunden war das Konzert zwar nicht außergewöhnlich lang, aber hatte eine gute Länge und es kam einem vor wie 30 Minuten.
Viel länger hätte man wohl auch nicht durchgehalten ohne eine Getränkepause oder eine Position außerhalb der Moshpits.

"Limp Bizkit" können immer noch richtig geil spielen und die Fans gingen auch wunderbar mit(mehr als bei vielen, vielen anderen Bands). Kann man jedem Fan von damals nur empfehlen und ich würde sie mir definitiv nochmal ansehen.

Anbei noch einige Aufnahmen von Youtube:
"Take a look around", zusammen mit dem Innenraum der "Hinsetzen" brüllt damit sich auch bei der Bridge alle hinsetzen. Cooler weise legt sich auch Fred auf den Boden(der Bühne).


"My Generation"


"Rollin'" (leider sehr schlechter Ton)
Heute ging es auf das zweite Weihnachtskonzert der Toten Hosen. Ich war ewig nicht mehr auf einem Hosen-Konzert, das letzte Mal wohl irgendwie 2001, 2002 glaube ich. Das letzte Weihnachts-Konzert wo ich war, war sogar 1998, ebenfalls am 20.12. Ich hatte den Hosen irgendwann, als mir die Alben nicht mehr so gut gefielen, etwas den Rücken gekehrt. Da ich von Beginn an sowieso mehr der "Die Ärzte" Fan war, habe ich bislang etliche Ärzte-Konzerte besucht, aber die Hosen habe ich seit Jahren nur stiefmütterlich behandelt. Als ich aber damals von den Weihnachtskonzerten hörte, dachte ich mir das ichs ja nochmal versuchen kann.

Wir reisten gegen 16:15 Uhr in Düsseldorf an. Totales Schneechaos überall. Die Autofahrt dauerte statt 40 Minuten ganze 75 Minuten.
An der Halle war kaum was los, zumindest an Konzertbesuchern. Die Feuerwehr war aber dabei das Hallendach vom Schnee zu befreien und eine Seitentür in die Halle war offen. Wir gingen einfach mal rein, und überraschender Weise standen dort noch ca. 20 weitere Konzert-Besucher. Also direkt mal mit angestellt. Es war so, dass man zu dem Zeitpunkt draußen nicht warten durfte, wegen der Gefahr das vom Hallendach Schnee runterfiel. So hatte das Schneechaos doch sein Gutes. In der Halle war es weitaus angenehmer und vor allem wärmer als die nächsten 2 Stunden draußen in der Kälte zu stehen.

Als dann irgendwann gegen 18 Uhr der Einlass begann, waren wir in der Halle die ersten die in den Innenraum durften. Sofort ging es los in die erste Reihe, direkt vor die Bühne. Dann schnell die Jacken weggebracht, noch ein Bier besorgt, und darauf gewartet das es dann in 2 Stunden endlich losgehen sollte, zumindest mit der Vorband. Zwischendurch besorgten wir uns noch die Weihnachtsshirts.
Statt wie üblich sonst gegen 20 Uhr fing die Vorband erst gegen 20:45 Uhr an zu spielen. Andi entschuldigte sich, aber durch den Schnee waren viele Plätze auf den Rängen noch nicht besetzt und sie wollten daher etwas länger warten, damit keiner was verpasst.

Die Vorband war LaBrassBanda, eine bayrische Band mit Trompeten, Tuba, Bass und Schlagzeug. Die Jungs sind offenbar nicht allzu bekannt, das war wohl laut eigener Aussage der erste Auftritt außerhalb von Bayern. Naja, mein Geschmack waren sie überhaupt nicht und nach 3 oder 4 Songs waren sie auch schon wieder verschwunden. Der Bühnenumbau für die Hosen begann.
Gegen 21:25 Uhr ging es dann endlich los mit dem Konzert. Erster Song war "Strom", ein Song des neuen Albums der mir auch ganz gut gefällt. Netter Opener.

Aber der Rest der Show hat mich dann einfach umgehauen. Wir hatten vorher schon drüber gesprochen, was toll wäre wenn die Hosen dies und das spielen würden. "Sascha ein aufrechter Deutscher", "Paradies", "Cocaine in my Brain" waren z.B. einige Wünsche, wo ich aber ehrlich gesagt dachte, dass die das wohl nicht spielen werden. Aber alle 3 Songs und viele andere alte, tolle Songs wurden alle gespielt. "Pushed Again", "Schön sein", "Altbierlied", "Little Drummer Boy", "Auld Lang Syne", "Weihnachtsmann vom Dach", "Still", "Opelgang", "Düsseldorf", "10 kleine Jägermeister", "Niemals einer Meinung", " Kein Alkohol". Ich bekomme die Setlist nicht mehr zusammen, aber es war von vorn bis hinten einfach eine bombastische Liste. Nur tolle Songs, ich kam aus dem Gröhlen, Jubeln und abfeiern gar nicht mehr raus. Völlig überraschend gabs sogar "Song 2" von Blur, einer der ultimativen Songs um total abzugehen. Die Hosen haben es Live einfach noch so richtig drauf. Dazu waren die Plätze in Reihe 1 einfach genial. Beste Stimmung, super Sicht. Nur "Bonny und Clyde" und "Alles aus Liebe" vermisste ich irgendwie total.

Eine coole Sache war es auch, das "Altbierlied" und "Schön sein" auf einer kleinen Bühne oben in den Rängen gespielt wurde, wo die Hosen dann plötzlich einfach auftauchten. Witzige Idee.
Mein absolutes Aha-Erlebnis war dann aber bei "Bayern". Campino steht auf der rechten Bühnenseite vor mir, und fragt in die Menge "Wollt ihr singen??". Die Security Typen bauten sich schon vor ihm auf, es war klar das er gleich in die Menge springen wird, quasi genau auf mich drauf. So kam es dann auch. Die Security Typen hielten seine Beine fest, ich stützte mit 2 anderen von unten seine Oberschenkel/Becken ab. So grölte er über uns und wir mit ihm. Als Krönung kippte er dann noch eine Pulle Wasser über sich aus, die wir unter ihm alle voll abbekamen. Einfach genial, so müssen Konzerte sein!

Witzig war auch der Schweizer der bei "Paradies" zum singen auf die Bühne kam. Campino verlangte von ihm dann natürlich, dass er aber auch in Schwitzerdütsch singen müsste. Das klappte aber nicht sooo gut, und Campino unterstellte ihm das er uns doch verarschen will und in Wahrheit aus Köln kommen würde. Das Publikum war aber klar auf der Seite des Schweizers. ;-)
Einfach richtig geil und völlig spontan war auch, als die Hosen eine Zugabe damit begonnen, das Publikum mit Schneebällen zu bewerfen. Die 5 haben frischen Schnee von draußen reingeholt und Campino steckte am Ende seinen Kopf in den Schnee. Super klasse und kam sehr gut an.

Leider war das Ganze dann um 23:35 schon wieder zu Ende. Die Hosen kamen aber am Ende, nach "You never walk alone" sogar nochmal zurück auf die Bühne und spielten noch "Opelgang" und "Düsseldorf". Das zeigt wohl, dass auch die Hosen mit dem Konzert sehr zufrieden waren, laut Campino auf jeden Fall viel besser als Samstag.
Anschließend ging es zur Garderobe die Jacken holen. Dort war eine lange Schlange aber nach knapp 20 Minuten hatten wir dann auch unsere Jacken und machten uns auf den Heimweg durch den Schnee.
Insgesamt ein wirkliche tolles Konzert, super Stimmung und tolle Songs. Hat richtig Spaß gemacht.
Würde sogar fast sagen, dass war mein Konzert des Jahres.

Hier ein Video was ich bei Youtube gefunden hab grad:
{youtube}xMfRYdHgfT8{/youtube}

Hier noch der Auftritt des Schweizers bei Youtube:
{youtube}iK9lzd_pt70{/youtube}

Die Schneeball-Aktion
{youtube}Y6MIiPzYkN0{/youtube}

Hier kommt Alex
{youtube}D0nQ1gDXxsQ{/youtube}

Die Setlist war wie folgt:
1. Strom
2. Du lebst nur einmal
3. Stille Nacht
4. Frohes Fest
5. Auswärtsspiel
6. Disco
7. Madelaine (aus Lüdenscheidt)
8. Weihnachtsmann vom Dach
9. Alles was war
10. Cokane In My Brain
11. Niemals einer Meinung
12. Verschwende Deine Zeit
13. Der Bofrost Mann
14. Sascha...ein aufrechter Deutscher
15. Alles wird vorübergehen
16. Steh auf, wenn Du am Boden bist
17. Paradies
18. Wünsch dir was
19. Pushed Again
20. Hier kommt Alex
21. Schönen Gruss, auf Wiederseh'n
22. Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)
23. Song # 2
24. All die ganzen Jahre
25. Freunde
26. Altbierlied
27. Bis zum bitteren Ende
28. Schön sein
29. Still, still, stil
30. The Little Drummerboy
31. We Wish You A Merry Christmas
32. Auld Lang Syne
33. Bayern
34. Zehn kleine Jägermeiste
35. You'll Never Walk Alone
36. Opel Gang
37. Düsseldorf
Am gestrigen Sonntag war es endlich soweit, der Tag des Rammstein-Konzerts in der Kölner Lanxess-Arena war gekommen. Da der Einlass für 18 Uhr bekannt gegeben wurde, machten wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg. Bis zur Arena brauchten wir ca. eine Stunde Fahrtzeit, trafen also gegen 16 Uhr am Gelände ein. Wie sich herausstellte, genau zur richtigen Zeit für die Verteilung der Bändchen für die "Erste Welle", also den Bereich im Innenraum vor der Bühne. Nach dem Ergattern der wichtigen Trophäe, wurden zunächst an einer nahen Bar 2 Kölsch getrunken. Gegen 17:00 Uhr stellten wir uns dann an für den Einlass um 18 Uhr. Gegen 18:10 war dann auch der Weg frei in die Arena. Obwohl wir uns erst eine Stunde vor Einlass angestellt hatten, kamen wir noch direkt vor den Eingang.
Im Inneren der Arena brachten wir schnell unsere Jacke weg, aßen etwas und begaben uns dann in den Innenraum.
Unten wurden noch fleißig "Erste Welle" Bändchen verteilt, da draußen scheinbar nicht jeder eins geholt hat. So waren noch einige Bändchen übrig.
Im Innenraum hieß es nun wieder abwarten, aber die Vorband sollte gegen 8 Uhr auftreten, also noch 1,5 Stunden umbekommen. Bis zum Start der Musik wurde noch etwas Bier verzehrt und gegen kurz vor Acht standen dann auch schon "Combichrist" auf der Bühne, die Vorband dieses Abends. "Combichrist" war nicht ganz der Musik-Stil den ich gerne höre, aber das Auftreten der Band war doch sehr interessant und beachtlich. 2 Drummer mit etlichen Drums, ein Keyboarder mit 3-4 Keyboards und ein Sänger mit "Day of the Dead" T-Shirt. Die Drummer mühten sich tierisch ab und die Songs legten ein krasses Tempo vor. Nicht wirklich tolle Musik, aber vorallem unterhaltsam. Einer der Drummer schmiss dabei immer 2 seiner Drums vom Podest auf dem er saß runter. Sofort kam ein Crew-Mitglied und baute die Trommel wieder auf. Doch wenige Minuten später lag das Ding wieder unten. Der Keyboarder beteiligte sich, und schmiss einige Male seinen Mikroständer um. Einstudiert oder einfach Real-Satire, ich weiß es nicht, aber zu lachen hatte ich jede Menge bei dieser Band. Insgesamt wohl gar eine der besten Vorbands die ich bisher gesehen habe. Die Musik erinnerte etwas an Rob Zombie und läuft wohl unter der Bezeichnung "Aggrotech". Viele Elektroklängen und der völlige Verzicht auf Gitarren zeichnen diesen Stil auf jeden Fall aus. Interessante Band.
Aber alle warteten natürlich auf Rammstein. Nachdem "Combichrist" gegen 20:45 fertig waren, wurde die Bühne weiter hergerichtet und gegen 21:15 standen dann die Jungs von Rammstein auf der Bühne. Bzw. nicht direkt, sie mussten sich nächst durch eine Wand mit Spitzhacken durch kämpfen um den Weg auf die Bühne freizulegen. Im Video hier was ich bei Youtube gefunden habe, sieht man das ein bisschen:
{youtube}Qefl5Whg5wA{/youtube}
Rammstein begannen, wie ich durch die Playlisten im Netz schon wusste, natürlich mit "Rammlied". Wuchtig begrüßten sie so ihre Fans. Till sang das Lied mit einer Art Lampe im Mund. Dadurch leuchtete sein Mund, aber die stimmliche Qualität ging verloren, da er wegen der Lampe nuschelte. Es ging weiter mit "B*******", vom neuen Album. Der Song ist kein Favorit von mir ist, aber hat sich Live ebenfalls gut angehört.
Das Konzert war insgesamt stark bestimmt von Stücken des neuen Albums. "Waidmanns Heil" wurde als drittes gespielt, bis es dann mit "Keine Lust", "Feuer Frei" und "Weißes Fleisch" wieder hin ging zu den älteren Alben. "Feuer Frei" haute mit coolen Feuertricks auf der Bühne dann auch so richtig rein. Nach diesem Dreigestirn ging es weiter mit "Wiener Blut", wozu Babypuppen mit von der Decke hingen welche mit Laserstrahlen durch die Halle strahlten. Das sah sehr beeindruckend aus. Überhaupt war die Bühnendeko sehr stimmig, gewaltig und gut durchdacht. Einiges erinnerte schon beinahe an ein Muscial oder zumindest ein Theaterstück. Flake, der Keyboarder, hatte gar 2 Laufbänder unter seinen keyboards, so dass er die Boards spielte während der auf dem Laufband lief, sehr cool.
Später im Konzert gab Till dann eine Ansprache, und zwar vor "Ich tu dir weh". Da das Album wegen dem Song indiziert wurde, hätte sich Rammstein etwas eigenes ausgedacht und den Text verändert.
Die erste Strophe mussten die Fans singen, was nicht soo gut klappte. Die zweite Strophe aber war dann auf Köln bezogen und ging ungefähr so:
In Kölle gibt es Karneval,
Narren, Jecke überall,
alle Mädchen rattenscharf
so singen wir kölle alaaf

Auf jeden Fall eine witzige Idee.
Neben diversen Feuertricks auf der Bühne, die immer wieder für wohlige Wärme bei uns im Innenraum sorgten aber sich ob der schieren Masse doch irgendwann etwas abnutzen, gab es an einer Stelle während des Konzerts sogar 3 große Turbinen im Hintergrund der Bühne, die den Innenraum wieder abkühlten. Am Ende des ersten Sets, vor den Zugaben, wurde das Konzert mit "Pussy" abgeschlossen. Sicher nicht der beste Song des Albums, aber auf der Tour eines der echten Highlights. Am Ende setzte sich Till auf eine große Kanone, die auf der Bühne auf und ab fuhr und dabei Schaum in den Innenraum spritzte, quasi als Sperma-Ersatz. Dazu gabs dann noch jede Menge Papierschnipsel von der Hallendecke. Das Innenraum-Publikum erfolgreich geteert und gefedert, zogen sich die 6 Bandmitglieder kurz zurück vor der ersten Zugabe.
Im ersten Zugabenset gab es dann unter Anderem "Haifisch". Zu dem Song ließ sich Flake am Ende auf einem Schlauchboot über die Köpfe des Innenraums tragen. Ebenfalls eine sehr starke Aktion.
Den Abschluss des Konzerts bildete "Engel", bei dem Till, mit großen Engelsflügeln aus denen Flammen schossen, auf der Bühne stand. Nach dem Song verabschiedeten sich die 6 und das Konzert war vorbei.
Insgesamt ein tolles, wuchtiges, spektakuläres Konzert mit viele tollen Songs, auch wenn ich mir etwas mehr Interaktion und die ein oder andere Ansprache von Rammstein gewünscht hatte. Bis auf die Strophe in "Ich tu dir weh" gab es nichts was das Konzert nun einmalig gemacht hätte. Da sind Spaß-Bands wie "Die Ärzte" natürlich ganz anders drauf, aber Rammstein sind ja eben auch eine andere Band.
For those about to rock we salute to - Yes we do!



Endlich, gestern war es soweit und das AC/DC Konzert, für das ich zum Glück Karten ergattern konnte am ersten Verkaufstag, sollte stattfinden. Der Einlass war für 19 Uhr angesetzt, so haben wir beschlossen gegen 17 Uhr in Dortmund aufzuschlagen.
Die Anfahrt gestaltete sich problemlos, ein Parkplatz wurde auch schnell gefunden und dann ging es direkt zum Eingang der Westfalenhalle 1. Dort angekommen wurde recht schnell der Merchandising-Stand angesteuert und ein nettes Tourshirt ergattert für 25€. Nicht super billig, aber das musste einfach sein.
Sogleich wurde sich dann angestellt, noch recht nah am Eingang war der Anreisezeitpunkt also genau richtig.
Nach kurzer Zeit bemerkten wir einen Menschenauflauf. Zunächst verwirrt, was ist da los, fiel mir dann ein:"Ach ja klar, Bändchen für vor die Bühne."
Der Andrang war recht groß, völlig unnötig wie sich später herausstellte, aber wir bekamen unser Bändchen.
Der Einlass wurde überraschend auf 18 Uhr vorverlegt, oder die Homepage der Westfalenhalle hatte mit 19 Uhr falsche Informationen geliefert.
Schnell die Jacken zur Garderobe gebracht und ein Getränk besorgt ging es dann in den Innenraum. Dort gab es dann direkt eine kleine Enttäuschung: Die Bändchen waren totaler Schwachsinn. Es gab nur einen großen Innenraum, keinen Extra-Bereich vor der Bühne. Scheinbar sollten die Bändchen also nur Innenraum-Besucher Kennzeichnen. Naja, so schlimm war es aber nicht. Die Plätze die wir dann einnahmen, waren zwar etwas weiter hinten als sonst aber immer noch in sehr guter Sichtweite und dazu immerhin nah am Steg. Wie schon damals bei den Foo Fighters ragte auch bei AC/DC ein Steg in den Innenraum, auf dem Angus und Brian rumlaufen konnten.
Nun ging es wieder mal ans warten, um 20 Uhr sollte die Vorband anfangen. Die Zeit verging recht zügig und als Vorband präsentierten sich "The Answer". Hinter dem Namen versteckt sich eine Hardrock-Band aus Irland. Die Band spielte recht netten, Rock mit einigen coolen Riffs und Melodien. Waren sehr gut anzuhören und eine nette Einstimmung auf AC/DC. Gegen 20:40 waren "The Answer" dann auch schon fertig und die Bühne wurde vorbereitet für AC/DC. Diese 20 Minuten waren dann wirklich hart, da ich einfach nicht mehr warten wollte. Aber dann, um 21:02 traten sie endlich auf die Bühne. Bzw., nicht direkt. Die Show begann mit einem coolen Video, das einen Zug zeigt, in dem die Bandmitglieder fahren. Das Intro ist sehr genial gemacht, habe es hier bei Youtube gefunden:
{youtube}LP7YRSmRnLk{/youtube}
Es endet damit, dass der Zug in die Halle reinfährt und man sieht dann den Zug auf der Bühne stehen. Ein mehr als geniales Bühnenbild, einfach riesengroß und gewaltig. Klasse.
Die Jungs begannen dann natürlich mit "Rock'n'Roll Train" vom neuen Black Ice Album. Die Stimmung war direkt fantastisch. Es ging weiter mit den ganzen großen Hits der Band. Back in black, Thunderstruck, The Jack, Hells Bells. All das was man hören will wurde gespielt. Fantastisch. Dazu war das was auf der Bühne geboten wurde einfach klasse. Stilecht begann sich Angus irgendwann die Kleider vom Leib zu reißen und hat uns allen kurz seine schöne AC/DC Unterhose gezeigt, ab dann spielte er nur noch in kurzer Hose. Er hatte auch das Publikum voll auf seiner Seite mit coolen Soloeinlagen und einigen echt irren Aktionen. Immer wieder passierte irgendwas, zu Whole Lotta Rosie wurde eine riesige Rosie Puppe aufgeblasen, oder es wurden passend zum Lied Videos eingespielt auf den, je nach Song, 1-4 Leinwänden.
Die Band hat die Halle definitiv gut gerockt. Mit dem tollen Finale wurde das Konzert super abgeschlossen. Zu
For those about to rock gab es passend Kanonenschläge als Salutschüsse von extra reingefahrenen Kanonen. Einfach Hammer! Danach war das Konzert zu Ende und es ging ins Gedränge aus der Halle und dann vom Parkplatz. Dadurch das wir recht lange in den Gängen ständen und an der Garderobe, war der Parkplatz dann total leer.
Bei all der Begeisterung schwingt aber auch ein klein bisschen "Kritik" mit. Die Show war zwar von vorne bis hinten super. Unterhaltsam, toll gespielte Songs usw., allerdings geht hier natürlich auch Atmosphäre verloren. Flexibilität und spontane Aktionen wird es auf der ganzen Tour nicht geben, da immer quasi wie bei einem Theaterstück alles abgearbeitet wird. So entsteht zwar eine richtig tolle Show mit super Aktionen, aber irgendwie fehlt natürlich auch etwas, was das Konzert so besonderes einzigartig macht. Ich denke die einzige Anpassung war, in einer Ansprache von Brian zu Dirty Deeds, wo er Dortmund kurz erwähnt.
Trotzdem war das Konzert natürlich der helle Wahnsinn und AC/DC muss man unbedingt einmal Live erleben. Zu recht als eine der besten Live Bands bekannt. Explosiv-gute Show.
PS: Bilder werden nachgereicht

So, hier noch einige Bilder:






















Heute ging es aufs Foo Fighters Konzert im ISS-Dome in Düsseldorf. Auf der Eintrittskarte stand nur der Konzertstart(20 Uhr) aber nicht der Einlassbeginn und so begaben wir uns um 16:15 Uhr auf den Weg. Bis zum Dome braucht man von mir aus nur knappe 35 Minuten. Angekommen wurde sich auch direkt angestellt. Es standen noch nicht zu viele Leute an, also war die Anreisezeit gut gewählt und die Wartezeit hielt sich in Grenzen. Um 18:30, statt wie angekündigt um 18:00 Uhr begann der Einlass. Da es keine Bändchen gab, ging ich also davon aus das der Innenraum wieder insgesamt frei sein wird, ohne Wellenbrecher. Dem war aber nicht so. Es gab eine recht abenteuerliche Konstruktion. Vor der Bühne mittig war ein Steg der in den Innenraum hineinragte. Links und rechts davon gab es 2 Innenraum-Bereiche. Am Ende des Stegs gab es dann den dritten, hinteren Innenraum-Bereich. Wir wurden über abgesperrte Wege direkt in den, von der Bühne aus gesehen rechten Bereich geleitet, der andere Bereich war noch nicht zugänglich. Erst hier gab es dann Bändchen. Nur damit konnte man den Innenraum verlassen und später wieder in den Bereich vor der Bühne kommen. Dadurch gab es vor der Bühne nur recht wenig Platz und es war zu erwarten das es ein starkes Gedränge geben wird.
Beim umgucken in der Halle viel einigen Leuten im Innenraum auf der nahen Tribüne ein Besucher ganz besonders auf. Elton, der Raab-Praktikant, war auch auf dem Konzert zugegen und musste nach erkennen direkt unzählige Fotos machen.
Um 20 Uhr kam dann die Vorband. Von den Ärzten bin ich sowas gar nicht mehr gewöhnt, die Spielen ja seit einigen Jahren ohne und fangen dann früher an. Die Band hieß Flogging Molly und sie spielten einen Mix aus traditioneller Irischer Musik und Punk Rock. Der Frontmann ist Ire, gegründet haben sie sich aber in Los Angeles. Die Jungs waren gut drauf und jedes Lied war irgendwem gewidmet. Verstorbenen Freunden, Mitgliedern von The Clash oder einfach den Iren und dem Frieden. Die Musik lud zum Pogen ein und in unserem Innenraum Bereich bildete sich auch schnell eine kleine Pogotruppe. Das honorierte der Sänger auch während dem Konzert :-) Insgesamt nette Musik, hat mir gefallen.
Die Band spielt bis ~20:40 Uhr und dann wurde für die Foo Fighters umgebaut. Die fingen dann gegen 21:00 Uhr an zu spielen. Zu Beginn wurden direkt viele Hits gespielt wie "Learn to Fly" oder "Times Like These", Stücke mit denen ich erst später gerechnet hätte, aber froh war das die direkt kamen, weil man so gut in Stimmung kam. Der Frontmann, Dave Grohl, gab während des Konzerts auch einige witzige Ansprachen zum besten. Unter anderem stelle er einmal die komplette Bandbesetzung vor. Inklusive dem Keyboard-Mann und einem Kerl der ein paar Trommeln sowie wohl ein Xylophon und derlei anderer Instrumente hatte. Dave sagte dann, das man sich wohl wundert wieso so knallharte Rocker so einen Typen dabei haben, aber sie würden ihn brauchen und er sollte ein Solo spielen. Ein Trommelsolo wurde von Dave als Hippieshit abgetan und auch der Rest gefiel ihm nicht so ganz. Aber der Typ wäre ein toller Triangle Spieler und so sollte er das zum besten geben. Insgesamt eine sehr witzige Situation. Dave rülpste noch 2 Mal ungeniert ins Mikro und spuckte während des Konzerts immer mal wieder nach rechts und links, ein echter Rockstar eben. ;-)
Die Foo Fighters spielten bis zum Ende, was etwa 23:15 Uhr war, insgesamt sehr tolle Stücke und ich kannte so gut wie alle Songs auch. Die langsame Version von "My Hero" gefiel mir zwar nicht so, aber auch damit konnte ich leben, denn die Jungs haben eins geschafft, sie haben die Halle gerockt.
Wie ich erwartet hatte wurde es sehr eng im Innenraum und es war ein Gedränge wie ichs schon lange nicht mehr auf Konzerten erlebt hatte. Aber alles war noch im Rahmen.
Nach den Konzert musste dann erstmal Flüssigkeit getankt werden. Aufgrund von Shirt Preisen von 25€ aufwärts entschied ich mich gegen ein T-Shirt, bereute es dann aber doch später. Werde dann wohl im Internet mal eins von den Jungs kaufen.
Auf einem weiteren Konzert bin ich auf jeden Fall wieder dabei :-)
Am gestrigen Sonntag war es mal wieder soweit. Die aktuelle JazzFäst Tour war auf ihrer Station in Krefeld angekommen und ich war dabei. Einlass war laut Eintrittskarte um 18:00 Uhr also planten wir um 15 Uhr in Krefeld aufzuschlagen.
Als wir eintrafen, fragte ich direkt einen der Ordner ob es Innenraumbändchen für die erste Welle gibt, aber er sagte direkt ,dass es gar keine Wellenbrecher gibt. Der Innenraum sollte also eine große Fläche sein. Da ich wusste das die Halle nicht allzu groß ist, hatte ich mir sowas in der Art schon gedacht.
Immerhin gab es vor der Halle einen Bierwagen und so ging es dann mit einem Bier ab in die Warteschlange. Ab 16 Uhr und mit dem nächsten Bier, kamen dann auch schnell weitere Massen dazu und es zahlte sich aus so früh dagewesen zu sein. Denn die Schlange wurde wie zu Erwarten war nun schnell länger. Der Einlass wurde aus nicht bekannten Gründen dann auf 18:30 Uhr verschoben aber dann ging es dann auch endlich rein.
In der Halle angekommen ging es dann auch direkt in den Innenraum des KönigPalasts der noch erfreulich leer war. Vor uns waren auch nur rund 100 Leute in der Schlange. Somit konnten wir uns innen halb Zentral rechts vor der Bühne platzieren. Nun hieß es wiedermal warten bis 20 Uhr. Denn dann sollte es endlich losgehen. An trinken war drinnen nicht mehr zu denken, denn aus der Menge noch mal rauszukommen und seinen Platz zu behalten war undenkbar.
Gegen 19:45 kletterten dann die 3 Beleuchter zu ihren Plätzen über der Bühne und da wusste man das es gleich losgehen muss.
Kurz nach 20 Uhr ging dann auch endlich das Licht aus in der Halle und die Ärzte begannen mit ihrer Show. Die ersten 3 Songs waren die selben wie auf der Tour in Köln letztes Jahr. Sie begannen mit "Der Himmel ist Blau", machten weiter mit dem "Lied vom Scheitern" und dann "Hurra". Dann kam es zur kurzen Begrüßung und den ersten witzigen Sprüchen. Der Innenraum wurde aufgrund der Massen die von hinten drückten schnell recht anstregend und der Schweiß floss direkt in Bächen durchs Gesicht. Durch die enorme Bewegung die es gab wurde ich aber auch weit nach vorne gedrückt. So weit, dass ich statt der vormals ungefähr 20 Meter nun nur noch wohl knappe 5 Meter von der Bühne entfernt stand. Genauer, vor mir standen noch zwei Leute, dann stand auch schon der Zaun vor der Bühne dort. So nah kam ich selten heran auf den bisherigen Konzerten. Ich stand also quasi direkt vor Rod. :-)
Meine Pläne waren eigentlich nach der Hälfte des Konzerts kurz rauszugehen um was zu trinken, aber so nah vor der Bühne was das undenkbar. Ich wäre ja nicht mal mehr annähernd so nah rangekommen. Dazu war die Luft vor der Bühne viel besser als die Luft weiter im Innenraum drin. Vorne gab es immer leichte kalte Luftzüge, in der Hitze der Halle wirkten die wie ein Lebenselixier. ;-)
Auch die  anderen Songs waren cool. Die Stimmung in der Halle war allerdings nicht die beste. Die Tribüne blieb wieder sehr oft sitzen und war auch sonst eher verhalten. Im Innenraum gab es dafür die ein oder andere Wall of Death (besonders natürlich bei "Junge") und war auch sonst ganz gute Stimmung. Aber Farin sprach zwischendurch einmal an, dass viele Leute nur durch ihre Handys gucken anstatt Stimmung zu machen. Jetzt wären die Ärzte schon mal hier und die Leute guckten trotzdem durchs kleine Display anstatt die Band Live anzugucken. Naja, wo er recht hat hat er recht, auch in meiner Nähe waren einige die das so machten. Einer hinter mit musste sogar jemanden anrufen und sagen, dass er in der vierten Reihe steht. Oh man.
Ansonsten war das Konzert aber gut wie eh und je. Die drei waren gut drauf, haben besonders am Ende aus "Zu spät" wieder eine Laberveranstaltung gemacht mit verrückten Reimen bis zum Abwinken sowie in einer Sesamstraßen Version. Auch sonst gab es viele Kinderlieder wie "Biene Maja" oder das "Mah Na Mah Na" Lied aus der Sesamstraße. "Zu spät" ging gut und gerne seine 10 Minuten und Farin meinte zu beginn des Liedes schon "Mal gucken wer länger durchhält, wir oder das Publikum?". Als es dann zum Ende des Liedes kam, also Farin begann das Lied zu Ende zu spielen, nach der ganzen Laberei, reimte er dann noch "Guck mal wie sie alle Klatschen. Die wissen nicht das wir jetzt noch 10 Minuten quatschen!"
Daraus wurden dann nochmal so 3-4 Minuten und ich weiß gar nicht ob "Zu spät" überhaupt regulär beendet wurde. ;-)
Witzig war ebenfalls der Anfang von "Der Graf" wo Bela nicht mehr "Der Graf..." begann sondern mit "Graf Zahl...." um ebenfalls im Sesamstraßen Bereich zu bleiben.
Leider gabs diesmal von "Elke" nur eine kurze kaputte Version. Um die Jungs zu Elke zu überreden muss die Halle schon kochen.
Bela hat wieder fröhlich seine Drum-Sticks in die Menge geworfen, leider konnte ich keinen erhaschen auch wenn er einen fast in meine nähe Schmiss. Auch Rod verteilte seine Plektren in Massen, aber die kleinen Dinger fliegen so unberechenbar, dass ein Fangen fast unmöglich ist und wenn die dann auf den Boden fallen ist es eh zu spät :-(
Um 23 Uhr war die Show dann auch vorbei. Nach knapp 3 Stunden und ungefähr 38 Songs war ich auch kaputt genug. Das letzte Lied wurde dann eine Playback Nummer. Mitten im Song fangen die Jungs an sich zu verabschieden und das Lied lief einfach weiter. Witzige Aktion.
Dann ging es erstmal raus aus dem Innenraum in den Vorraum des KönigPalasts. Beim rausgehen tropfte das Wasser schon von der Decke bzw. von den Rohren der Klimaanlage. :-)
Draußen wurde dann noch schnell das Tour Shirt gekauft und dann wollten wir noch 2 Gläser Wasser kaufen um wieder ein wenig zu Kräften zu kommen. Aber, Wasser war alle. Das hab ich noch nie erlebt, das an einem Getränkestand bei einem Konzert die Getränke leer gehen. Naja, dann halt 2 Gläser Sprite. Die klebten einem zwar den ganzen Hals zu, aber wenn man die beiden 0,4er Gläser schnell genug ext, merkt man das auch kaum. ;-)
Alles in allem wieder mal ein tolles Konzert mit dem bisher besten Standplatz von mir. So nah bin ich selten ran gekommen und vor allem noch nie durchgehend dort geblieben. Ich hoffe die nächste Tour lässt nicht lange auf sich warten, denke aber schon das jetzt erst wieder einige Zeit ins Land zieht ehe die Jungs wieder auftreten werden. Die aktuelle Tour ist ja noch sehr jung.

Setlist:

Himmelblau
Lied vom Scheitern
Hurra
Angeber
Heulerei
Geh mit mir
Vokuhila Superstar
Ein Mann
Deine Schuld
Breit
Mondo Bondage
1/2 Lovesong
Der Optimist
Radio brennt inkl. Jag älskar Sverige
Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)
Das ist Rock 'n' Roll
Lasse redn
Nur ein Kuss
Las Vegas
Westerland
Perfekt
Studentenmädchen
Wie es geht
Wie ein Kind
Ignorama
Dauerwelle vs. Minipli
Rebell
Ist das Alles?
------------------------
Der Graf
Wir sind die Besten
Junge
------------------------
Schunder-Song
Manchmal haben Frauen...
Unrockbar
------------------------
Vermissen, Baby
Schrei nach Liebe
Zu spät
Vorbei ist vorbei (Playback)
Wie gewohnt gibt es das Die Ärzte Konzert vom 22.11 aus Köln von der Es wird Eng Tour bei Kill-Them-All zum Download:
http://www.kill-them-all.de/