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Splinter Cell Conviction



Splinter Cell Conviction

Man, wie lange habe ich auf einen neuen "Splinter Cell" Teil gewartet. Die bisherigen 4 Serientitel habe ich bei Erscheinen immer direkt verschlungen. 1-3 waren super Action-Thriller mit toller Story und einem starken Spielprinzip. Teil 4 fiel leider ein wenig ab, war aber ebenfalls noch ein gutes Spiel.
Die ersten News damals zum neuen Teil sagten mir nicht sehr zu. Das Konzept sah irgendwann mal Features vor wie "in einer Menschenmenge untertauchen" und entfernte sich vom bekannten Spielprinzip das man aus der Dunkelheit operiert und seine Gegner ausschaltet. Sam Fisher, der Hauptcharakter der Reihe, sollte auch alle die auf seiner Seite waren gegen sich haben.
Doch Gott sei Dank wurde dieses Konzept wieder verworfen. Zwar dauerte die Entwicklung so noch länger(4 Jahre), aber das jetzige Endergebnis kann sich wirklich sehen lassen.
Der Stealth-Aspekt des Spiels wurde ein wenig gelockert, doch keinesfalls verworfen oder zu frei gestaltet. Man schleicht immer noch durch die Schatten und murkst ungesehen einen nach dem anderen ab um zu seinem Ziel zu kommen. Der offene Kampf ist durch ein Deckungssystem zwar vereinfacht worden, allerdings gerade auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad nicht zu empfehlen. Außerdem macht es sowieso viel mehr Spaß seinen Feinden aufzulauern als sie im offenen Kampf niederzustrecken wie in jedem anderen Shooter auch.
Eine der größten Neuerungen ist wohl das "Execution" Feature. Wenn sich Sam von hinten einem Gegner näher konnte man in früher packen und verhören bzw. in einer dunkle Ecke zerren und dort ausschalten. Nun schaltet man Feinde in der Regel direkt aus. Man kann sie zwar immer noch packen und als Schutzschilde missbrauchen, benötigt wird dieses Feature im Prinzip aber nie. Das ausschalten erfolgt mit Hilfe einer besonderes Technik und Sam bekommt dafür Execution-Points gut geschrieben. Mit Hilfe dieser kann er, je nach Menge der Punkte, bis zu 4 Feinde markieren und dann gezielt auf einen Tastendruck ausschalten. So kann man sich innerhalb von Sekundenbruchteilen 4 Gegner vom Hals schaffen ohne das Alarm ausgelöst wird und Verstärkung eintrifft.
Auf den ersten Blick könnte man denken, diese Technik macht das Spiel viel zu einfach, doch dem ist nicht so. Das Spiel ist an einigen Stellen darauf ausgelegt das man diese Technik einsetzen muss damit man problemlos weiterkommt, man setzt es also in der Regel sowieso nicht ständig ein sondern spart es sich für knifflige Stellen auf. Außerdem muss man sich, um die Technik einsetzen zu können, ja trotzdem noch an Feinde anschleichen und sie Stealth-Mäßig ausschalten. Zunächst ist die Handhabung dieser neuen Technik zwar gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und schlussendlich macht es wirklich Spaß. Denn es gibt immer mal wieder Szenen wo man sich denkt "Hm, wenn ich die 2 Wachen nun gleichzeitig ausschalten könnte, das wäre klasse, aber die Maus ist dafür ja viel zu langsam und der zweite würde mich wohl bemerken". Aber mit dem Execution-Mode sind diese Stellen nun zu schaffen und man fühlt sich ein Stück mehr wie ein echter Super-Agent.
Das erwähnte Deckungssystem ist im Prinzip mit dem aus "Gears of War" oder ähnlichen Spielen vergleichbar. Man hat allerdings die Möglichkeit von einer Deckung zur nächsten zu huschen. Einfach nächste Deckung anvisieren, und auf einen Tastendruck ist Sam schon unterwegs. Dies hilft vor Allem dabei sich ungesehen an Feinde heranzuschleichen, denn wenn Sam so von Deckung zu Deckung schnell durchs Sichtfeld flitzt können die Gegner ihn nicht sehen.
Das Waffenarsenal wurde ebenfalls ordentlich aufgemotzt, wobei ich darin nicht viel Verwendung sehe. Die Hälfte der Pistolen sind aufgrund des fehlenden Schalldämpfers sowieso unbrauchbar, und wenn man sich einmal für seine Lieblingspistole entschieden hat, nimmt man sowieso keine andere. Ähnlich sieht es bei den Gewehren aus. Auch hier sind nur wenige mit Schalldämpfer ausgestattet, der Rest ist zwar kräftiger aber macht zu viel Lärm. Nur in den selten vorkommenden erzwungenen offenen Gefechten im Spiel wird man eines der Gewehre verwenden, ansonsten verlässt man sich in der Regel auf seine Pistole. Ebenfalls eher sinnlos sind die Punkte die man für bestimmte Erfolge im Spiel bekommt, z.B. wenn man eine bestimmte Anzahl Feinde per Headshot ausschaltet. Diese Punkte kann man in Verbesserungen der Waffen investieren, allerdings sind die Waffen auch ohne diese Verbesserungen schon sehr gut und so hat man kaum etwas davon. Einzig Granaten sind noch besser mit den Erweiterungen.
Apropo Granaten, diese gefielen mir sehr gut und sind ebenfalls reichlich vorrätig. Sprenggranate, Blendgranaten, Haftminen, EMP-Granaten, hier wurde in die Vollen gegriffen und jeder der Sprengkörper ist nützlich. Besonders spaßig sind die Haftminen in Kombination mit einem weiteren neuem Feature, der "Letzten Position". Wenn Sam entdeckt wird und gleich darauf wieder "unsichtbar" wird, sieht man seine letzte Postion als schemenhafte Umrandung. Seine Gegner werden also dort nun hingehen und nachsehen wo Sam ist. Wenn man dort also eine Haftmine hinpflanzt und einer oder gar mehrere Gegner ihre Nase dranhalten fliegt das Teil auf Tastendruck durch Sam in die Luft. Nicht sehr Leise zwar, aber für einen kleinen Spaß zwischendurch oder bei vielen Gegnern definitiv empfehlenswert.
Noch kurz zur Geschichte. Die Story dreht sich um den Tod von Sams Tochter. Dieser wurde in Teil 4 zu Beginn in einem kurzen Video abgefrühstückt und dann nicht weiter behandelt, was schade war denn für eine Figur wie Sam, die sehr Jack Bauer aus "24" ähnelt, bedeutet der Tot der Tochter definitiv eine ganze Menge. Sam begibt sich also auf die Spur der Killer seiner Tochter, nachdem ihm seine langjährige Partnerin Anna "Grimm" Grimsdottir einen bedeutenden Hinweis gab. Doch dies stellte sich schnell als Finte heraus und Sam hängt mittendrin in einem Putsch gegen die US-Regierung. Recht spannend, leider nicht immer so fesselnd wie ich erwartet hatte, aber die Story weiß trotzdem zu gefallen und besonders das Finale ist Hochspannung pur. Hier wurde sich nicht nur einmal an der Serie 24 orientiert.
Insgesamt gefiel mir das Spiel ausgezeichnet. Klasse Stealth-Action, gute Grafik und eine perfekt abgestimmte Steuerung machen aus "Splinter Cell Conviction" einen gelungenen Nachfolger der Reihe. Netter Nebeneffekt: Man hat auch direkt wieder Lust Teil 1-4 erneut durchzuspielen. Das alles ist für mich eine gute:

9/10

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